In unmittelbarer Nähe zur bayerischen Grenze sorgt ein großer Braunbär für Unruhe. Nach einer Sichtung in Tirol reagierten die Behörden mit einer offiziellen Warnung für die Bevölkerung.
In unmittelbarer Nähe zur bayerischen Grenze sorgt ein großer Braunbär für Unruhe. Nach einer Sichtung in Tirol reagierten die Behörden mit einer offiziellen Warnung für die Bevölkerung.
Ein großer Braunbär ist in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Bayern aufgetaucht. Wie der „Münchner Merkur“ berichtet, entdeckte ein ortsansässiger Landwirt das Raubtier am frühen Morgen auf seiner Wiese im österreichischen Touristenort Thiersee. Das Gebiet liegt nur fünf Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt. Der herbeigerufene Aufsichtsjäger konnte das Tier vor Ort allerdings nicht mehr antreffen.
Landwirt Anton K. reagierte umgehend und brachte seine Kälber und Kühe in Sicherheit. „Ich dachte erst, es ist ein Wolf“, sagte er dem „Münchner Merkur“. Als das Tier den Kopf hob, bemerkte K., dass es sich „um einen sehr großen Bären“ handelte. Laut ihm besteht die Möglichkeit, dass sich das Tier auf der Durchreise befinde.
Die Verwaltung der betroffenen Gemeinde Thiersee reagierte mit Verhaltensregeln auf der eigenen Internetseite. Folgende Hinweise sollte die Bevölkerung demnach beachten:
Laut Josef Glatz vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern gab es in der Vergangenheit Hinweise auf Bären im Murnauer Moos, bei Scharnitz und im Tiroler Oberinntal. Es könnte sich ihm zufolge immer um das gleiche Tier handeln, auch im aktuellen Fall. Gleichzeitig seien Jungbären jetzt auf Wanderschaft. Über das weitere Vorgehen sagt er dem „Münchner Merkur“: „Wenn der Bär in Bayern Tiere reißt, muss man sehen, was man tut.“
Nach Angaben der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF gibt es geschätzt 200.000 Braunbären weltweit. In Deutschland sollen die Tiere zuletzt zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelebt haben. Laut dem Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs gebe es in der Alpenrepublik zurzeit keine residente Population von Braunbären. Es komme aber immer wieder zu durchstreifenden Individuen aus Italien oder Slowenien.
Wildtier-Profi Moritz Klose hat im vergangenen Jahr erklärt, wie der Umgang mit Bären in Österreich und Deutschland erfolgt. Dabei spricht er von „Managementplänen, die auf Monitoring, Prävention und gezielte Interventionen setzen. Ein Netzwerk aus Fachleuten und geschulten Personen überwacht in Bayern Bärennachweise und bewertet potenzielle Risiken.“
Präventive Maßnahmen wie der Einsatz von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden würden gefördert, um Konflikte zu vermeiden. „Sollte ein Bär problematisches Verhalten zeigen, etwa die Nähe zu Siedlungen suchen oder wiederholt Nutztiere reißen, sind abgestufte Maßnahmen möglich – von der Vergrämung über den Fang bis hin zur Entnahme in extremen Fällen.“
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