Wer schon immer davon geträumt hat, Eigentümer einer ganzen Siedlung zu sein, könnte jetzt in Thüringen fündig werden. Bei „Kleinanzeigen“ steht aktuell ein ehemaliges Jugenddorf zum Verkauf – für den Preis einer Doppelhaushälfte.
Wer schon immer davon geträumt hat, Eigentümer einer ganzen Siedlung zu sein, könnte jetzt in Thüringen fündig werden. Bei „Kleinanzeigen“ steht aktuell ein ehemaliges Jugenddorf zum Verkauf – für den Preis einer Doppelhaushälfte.
Das Objekt liegt in Kamsdorf, unweit vom Hohenwarte-Stausee entfernt: Das ehemalige Jugenddorf der Maxhütte sucht einen neuen Besitzer. Die Anlage, eingebettet in Wiesen, Wald und alten Baumbestand, wird für gerade einmal 390.000 Euro angeboten. Das berichtet die „Bild“.
Die Dimensionen des Areals sind beachtlich: Auf rund 24.000 Quadratmetern befinden sich 15 eingeschossige Gebäude in massiver Steinbauweise, jedes davon bietet etwa 100 Quadratmeter Fläche. Hinzu kommt ein zentrales Hauptgebäude, das über einen ehemaligen Speisesaal mit mehr als 300 Quadratmetern verfügt.
Die Infrastruktur ist in Grundzügen vorhanden – Strom- und Trinkwasseranschlüsse sind laut Angebot erschlossen. Die Entwässerung des aktuell entkernten „Lost Place“ erfolgt über eine Sammelgrube.
Eigentümer Franz Eberitsch, ein selbstständiger Gartenbau- und Landschaftspfleger, hatte das Gelände 2014 erworben. Sein ursprünglicher Plan: Das Areal zu sanieren und dort Wohnraum zu schaffen. Doch der Traum stieß an bürokratische Grenzen.
Das Landratsamt in Saalfeld verweigert die Genehmigung für dauerhaftes Wohnen. Der Grund: Die Anlage befindet sich im Außenbereich, ein entsprechender Bebauungsplan fehlt. Für Eberitsch, der den Prozess als frustrierend empfindet, ist dies ein Beispiel für die schwierige Umsetzung neuer Projekte in Deutschland. „Wir reden in Deutschland doch über Reformen“, so der 36-Jährige.
Trotz der Hürden gibt sich der Verkäufer optimistisch, was die Zukunft des Geländes angeht. Die Gemeinde sei offen für gute Nutzungsideen. Ob Investor, Wohngemeinschaft oder kreative Köpfe – wer das Dorf erwerben möchte, muss die Details der Genehmigung eigenständig mit den Behörden klären.
Eberitsch selbst hat konkrete Vorstellungen, was aus dem Areal werden könnte:
„Entscheidend ist für mich, dass dieses kleine Dorf wieder lebt“, betont Eberitsch. Die Offerte richtet sich also vor allem an Interessenten, die bereit sind, mit viel Vision und behördlichem Verhandlungsgeschick ein außergewöhnliches Projekt zu realisieren.