Der Prozessausgang gegen die «Daily Mail» ist für Prinz Harry bitter. Nun äussert sich der Royal zum Urteil.

Bild: Andy Rain
Dass seine Klage gegen die «Daily Mail» abgewiesen wurde, ist für Prinz Harry «schockierend». Der 41-Jährige hatte gemeinsam mit Promis wie Elton John und Liz Hurley gegen den Boulevardverlag geklagt.
Der Vorwurf war happig: Für Schlagzeilen sollen Journalisten Telefonate abgehört und Privatdetektive angeheuert haben, um ihr Privatleben auszuspionieren.
Nun äussert sich der Royal in einem Statement: Er und seine Mitkläger seien vor Gericht gezogen, «um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu suchen. Doch wir haben weder das eine noch das andere erhalten.»
Sie bezeichnen das Urteil als «eine offensichtliche Vertuschung». Das sei leider nicht unerwartet, aber: «Der Aufwand, den das Gericht betrieben hat, um die ‹Mail› zu entlasten, ist ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt.»
Laut Gericht habe es nicht genügend Beweise gegeben, wie der Richter in seiner Urteilsverkündung erklärte. Die Anschuldigungen seien schwerwiegend, weshalb sich die insgesamt sieben Kläger nicht auf «Vermutungen» stützen können, «selbst wenn diese verständlich» seien.
Doch Harry und seine Mitkläger glauben, man habe stattdessen blossen Dementis der «Daily Mail»-Journalisten «kritiklos Glauben geschenkt». Das Misstrauen kommt nicht überraschend.
Britische Medien spionierten Harrys Eltern, den damaligen Prinz Charles und Prinzessin Diana, in den 90er-Jahren massiv aus. Tatsächlich entschuldigte sich Rupert Murdoch, der damalige Besitzer der «Sun», im vergangenen Jahr bei Harry.
Es war damals beinahe Routine, Telefonate und Voicemails abzuhören. Das führte 1993 zum «Camillagate»-Skandal, als intime Gespräche zwischen Charles und Camilla veröffentlicht wurden.
Ausserdem macht Harry die Presse für den Tod seiner Mutter verantwortlich. Diana starb 1997 bei einem Autounfall, nachdem sie in Paris von Paparazzi verfolgt wurde. Die Presse sei auch Schuld, dass er und Ehefrau Meghan das Königshaus 2020 verliessen.

Bild. Jeff J. Mitchell
Die ständigen Artikel hätten ihr Leben zu einer «absolute Qual» gemacht. «Sie haben es weiterhin auf mich abgesehen, sie haben das Leben meiner Frau zur absoluten Hölle gemacht», sagte er im Zeugenstand unter Tränen.
Nun könnte der Prozess, der sich von Januar bis Juli hinzog, aber ein Nachspiel für Harry haben. Laut dem «Guardian» könnten ihm und den anderen Klagenden hohe Gerichtskosten von rund 50 Millionen Pfund drohen.
Die «Daily Mail» feiert unterdessen ihren Sieg auf ihrer Website. Ein Sprecher des Verlags bezeichnete das Urteil als «überwältigenden Sieg für die Daily Mail und ihre Journalisten».
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