Ein Dorf, ein Stammtisch, ein Wirtshaus: Wie der „Bären“ in Ebnat zu einem einzigartigen Gemeinschaftsprojekt wird.
Stand: 16.06.2026, 20:00 Uhr
Von: Ulrike Wilpert

Ein Dorf, ein Stammtisch, ein Wirtshaus: Wie der „Bären“ in Ebnat zu einem einzigartigen Gemeinschaftsprojekt wird.
Aalen-Ebnat. Mit der Eröffnung des „Karls“ in Aalen hat für das Wirtshaus „Bären“ in Ebnat ein neues Kapitel begonnen. Statt Schließung gibt es einen Neuanfang – getragen von guten Freunden, Familie und einer außergewöhnlichen Gemeinschaft.
Der Stammtisch steht noch immer an seinem Platz. Rund, aus massivem Holz, über ihm die markante Lampe im silbernen Hirschgeweih-Design. Hier wird gelacht, diskutiert, gefeiert. Und hier wurde vor wenigen Monaten eine Entscheidung getroffen, die über die Zukunft des „Bären“ in Ebnat entscheiden sollte.
Denn als „Bären“-Wirt Julian Gleich (38) gemeinsam mit seiner Frau Arzu Mitte April das neue Restaurant „Karls“ in der Aalener Radgasse eröffnete, stellte sich bei den „Bären“-Gästen schnell die Frage: „Was wird nun aus dem beliebten Wirtshaus mitten in Ebnat?“
Für viele wäre die Antwort klar gewesen. Zwei Lokale gleichzeitig? Personalmangel, steigende Kosten, ein Betrieb auf dem Land, ein neuer in der Stadt? Das klingt eher nach Abschied als nach Aufbruch.
Doch im „Bären“ läuft manches anders. „Wir waren jetzt so oft da, haben Dir in der Küche und im Service geholfen – wir können den Bären auch selbst stemmen“, hätten seine Freunde eines Abends am Stammtisch zu ihm gesagt, erzählt Julian Gleich. Und: Es blieb nicht bei dem lockeren Spruch beim Feierabendbier. Es war ein Angebot. Und daraus wurde ein Plan.
Zwei Wochen blieb der Ebnater „Bären“ geschlossen. Seit Mitte Mai hat das Wirtshaus wieder geöffnet – in veränderter Form. Aus dem klassischen Restaurant ist ein schwäbisches Vesperwirtshaus geworden. „Vespern bei Freunden mit Freunden“, lautet das neue Motto. Die Karte ist kleiner geworden, die Leidenschaft dahinter nicht. Im Gegenteil. Es ist ein bemerkenswertes Gemeinschaftsprojekt entstanden. Denn hinter dem Tresen und in der Küche stehen nicht fremde Angestellte, sondern Menschen, die den „Bären“ lieben und längst zur erweiterten Familie zählen.
Julians Bruder Florian Gleich gehört dazu, ebenso dessen Frau Janine, Cousin Nick Hofmann, Freunde aus dem Stammtischkreis, langjährige Wegbegleiter, Helfer, Unterstützer. Menschen, die sich teilweise seit Jahrzehnten kennen.

„Sie haben mir eine Art Businessplan vorgelegt“, erzählt Julian. „Mit Zahlenwerk, Wirtschaftlichkeitsberechnung und allem, was dazugehört.“ Die Vesperkarte wurde auf Holztafeln gebrannt. Jemand baute ein neues Biergartenschild. Ein anderer reparierte die Außenbeleuchtung. Wieder andere übernehmen Schichten im Service, so dass es passt.
„Die geben alles für ihren Bären“, sagt Silvia Gleich. Julians Mutter ist so etwas wie die gute Seele des „Bären“. „Viele von ihnen sehen die Arbeit hier nicht als Arbeit. Sondern sie kommen her, um Familie zu treffen“, erzählt sie. „Wir sind wie eine Großfamilie“, ergänzt Julian Gleich. „Wir feiern hier jedes Jahr gemeinsam Weihnachten.“
Vielleicht ist ja genau das das Geheimnis dieses Hauses. Denn die Geschichte des „Bären“ war nie nur eine gastronomische Erfolgsgeschichte. Als Julian Gleich das Wirtshaus 2008 gemeinsam mit seinem Vater Ingo Gleich übernahm, war viel Arbeit und Einsatz nötig. Über Jahre entwickelte sich der "Bären" zu dem, was viele Gäste heute schätzen: ein echtes Wirtshaus, mit schwäbischer Küche, Stammtischkultur und einer Atmosphäre, die man nicht planen kann. Dann kam Corona. Der Mittagsbetrieb wurde eingestellt. Gästegewohnheiten veränderten sich. Veranstaltungen und Catering gewannen an Bedeutung. Und schließlich starb „Bären“-Seniorchef Ingo Gleich vor vier Jahren viel zu früh. Ein persönlicher Verlust – und zugleich ein schmerzlicher Einschnitt für den Betrieb.
Bis heute lebt Ingo Gleichs Handschrift im Haus weiter. Vor allem auf der Speisekarte. Denn auch in der neuen Vesperwirtschaft darf eines nicht fehlen: Ingos legendäres Zigeunerschnitzel. „Das ist für mich gesetzt, im Andenken an Ingo“, betont Silvia Gleich mit Nachdruck.
Eine Schlüsselrolle im neuen Konzept spielt der 20-jährige Nick Hofmann, Julians Cousin. Nick hat sein Studium zunächst auf Eis gelegt und steht nun Vollzeit in der Küche. „Man merkt einfach, wie viel Spaß ihm die Aufgabe macht“, sagt Julian. Es ist eine Entwicklung, die ihn an sich selbst erinnert.
Aktuell setzt der „Bären“ auf das, was sich mit dem vorhandenen Team gut stemmen lässt. Auf der Karte stehen Wurstsalat, Vesperbrettle, geschmälzte Maultäschle, Kässpätzle, Schnitzel und wechselnde Wochenangebote wie Burger oder die beliebte Knödel-Bowl. Überschaubar. Ehrlich. Schwäbisch. Und was kommt nach Ende der Biergartensaison im Herbst?
„Ich habe schon Konzepte für Herbst und Winter im Kopf“, sagt Julian und lächelt geheimnisvoll. Mehr verraten möchte er noch nicht. Nur so viel: „Die Menschen aus dem Team wollen weitermachen in ihrem Bären.“
Das Vesperwirtshaus „Bären“ samt Biergarten in Ebnat ist geöffnet mittwochs, donnerstags, freitags ab 17.30 Uhr und sonntags ab 17 Uhr.
Reservierungen für Traueressen nach Beerdigungen sind unabhängig vom Wochentag und (fast) unabhängig von der Teilnehmerzahl.
Darüber hinaus ist der Ebnater „Bären“ weiterhin als Eventlocation exklusiv zu mieten, etwa für Geburtstage, Hochzeiten usw.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Деньги на ветер, или как в Назаровском округе ремонтируют школы в рамках национальных проектов | 0 | 5 | 06-05-2026 |
| 2 | Why Pune’s cafés of the moment are built for slowing down | 5 | 7 | 13-07-2026 |
| 3 | В Австрии возобновляют работу рестораны, музеи и зоопарки | 0 | 0 | 15-05-2020 |
| 4 | Более 100 дворов и 30 общественных пространств благоустроят в КБР в 2021 году | 0 | 0 | 25-11-2020 |
| 5 | Разработка проекта восстановления исторической части Торжка завершится в течение двух лет | 0 | 0 | 24-01-2019 |
| 6 | Galdakao reordena el tráfico y mejora las zonas peatonales en Txomin Egileor | 0 | 5 | 18-06-2026 |
| 7 | Более 5 млн кв. м общественных пространств благоустроят в малых городах до конца 2021 года | 0 | 0 | 28-02-2020 |
| 8 | Das Lesachtal als Reiseort: „Der Honig kommt von der Erika“ | 2 | 6 | 20-07-2025 |
| 9 | В Екатеринбурге досрочно открыли ресторан после отравления посетителей | 0 | 0 | 26-05-2025 |