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Zu Wasser und zu Land: Mit dem Seemuseum auf der Suche nach Bodenseepiraterie

Дата публикации: 12-07-2026 14:50:00

Das Seemuseum lud am Samstag gemeinsam mit dem See-Burgtheater und dem Lädinen-Verein zu einer Piratentour.

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Julian Fitze, Kulturvermittler vom Seemuseum Kreuzlingen, erzählt Räuberpistolen.

Julian Fitze, Kulturvermittler vom Seemuseum Kreuzlingen, erzählt Räuberpistolen.

Bild: Judith Schuck

Im Jahr 1720 wurde der berüchtigten Piratin Anne Bonny aus New Providence, Bahamas, der Prozess gemacht. Mit einer List konnte sie dem Tod durch den Strang entkommen. Die Legende besagt, sie habe dann eine Taverne eröffnet, oder sei Mutter vieler Kinder gewesen. Das ist alles nicht ganz klar.

Vieles rund um die irischstämmige Frau, die sich als Mann verkleidete, um ihren Traum von der Seeräuberei zu verwirklichen, ist historisch nicht belegt. Dennoch ist ihre Geschichte bis erzählenswert, so viel Mut, Willenskraft und Tapferkeit, wie sie an den Tag legte.

Eine Tour durch die Geschichte

Die Zeit, in der Anne Bonny in der Karibischen See Kaufmannsschiffe ausraubte, ist ungefähr die Zeit, in der die Kornschütte, das heutige Kreuzlinger Seemuseum, entstand. 1680 sei die Kornschütte, damals direkt am Bodenseeufer gelegen, erstmals verzeichnet im Kornschüttensatz, sagt Kulturvermittler Julian Fitze vom Seemuseum bei einer Fahrt auf der Lädine St. Jordok, dem historischen Lastensegler vom Bodensee. «Das Dachgebälk ist aufs Jahr 1717 datiert», sagt er.

Da das See-Burgtheater den Stoff um Anne Bonny als Grundlage für das diesjährige Sommerstück nahm und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Seemuseum liegt, machte sich Julian Fitze vom Seemuseum auf Spurensuche, um zu erforschen, ob es auf dem Bodensee Seeräuberei gab.

«Hatten wir hier Piraten, Schatzinseln und Rumgelage?», fragt er die Teilnehmenden an der Tour. Diese startet mit der Lädine im Konstanzer Hafen, passiert zunächst das Seemuseum und die eindrückliche Bühne des See-Burgtheaters von «Die Legende von Anne Bonny». Die Teilnehmenden erhalten währenddessen einen detaillierteren Einblick von Regisseur Simon Engeli, bevor die Tour schliesslich im Seemuseum mit Räuberpistolengeschichten endet.

Die Mächtigen sind die Bodenseepiraten

Auf dem Bodensee seien die Herrschaftsgebiete damals zerstückelt gewesen. Piraten habe es wohl nicht gegeben, «aber es gibt Berichte von überfallenen Schiffen», sagt Julian Fitze. Allerdings hätten sich eher die Mächtigen untereinander die Waren gestohlen.

1709 war mit Hungersnöten ein besonders harter Winter in ganz Europa. «Da hätte es wohl Anlass zur Piraterie gegeben. Aber der Griff der Herren war zu stark und am Bodensee gab es immer noch den Fischfang», erzählt Julian Fitze. Dann gibt es noch die Sagen von den «Stichnäpperle»: ein Hybrid aus Metallstrohhalm und Bohrer, mit dem die Schiffsknechte angeblich die Weinfässer anbohrten und direkt daraus tranken, um die Fässer anschliessend mit Bodenseewasser aufzufüllen. Solch ein Werkzeug konnte archäologisch allerdings nie nachgewiesen werden.

Ob es das Stichnäpperle – ebenso wie die historische Anne Bonny – nun gab oder nicht. Beide haben bis heute in Geschichten überlebt.

Aus Erzählungen werden Legenden

Wieder an Land erklärt Regisseur Simon Engeli, wie es zur Idee kam, «die Legende von Anne Bonny» aufzuführen. «Wir waren auf der Suche nach Piratinnen, und da stösst man schnell auf Anne Bonny und Mary Read.» Beides seien Frauen gewesen, die als Männer verkleidet «seeräuberten».

Historisch sei fast alles angezweifelt, aber auf die Fiktion habe sich Erzählschicht um Erzählschicht gelegt. So sei eine Legende daraus geworden, die allen gehört. «Wir haben dann noch eigene Sichtweisen hinzugefügt», sagt Simon Engeli.

Die Teilnehmenden vor der Kulisse des See-Burgtheaters.

Die Teilnehmenden vor der Kulisse des See-Burgtheaters.

Bild: Judith Schuck

Am 9. Juli hatte das Stück Premiere gefeiert. Engeli erklärt die Konstruktion des Schiffswracks, das als Bühnenbild dient, wie sich die Luftakrobatin im Stück auf dem Segelmasten bewegt, und wie die Kampfeffekte mit Kanonenschüssen, Knall, Feuer und Rauch entstehen. Im Seemuseum angekommen, erzählt Julian Fitze noch die ein oder andere Räuberpistole: «Geschichten, die nicht unbedingt wahr sind, aber so eindrücklich, dass sie die Zeit überdauert haben.»

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Классификация: Культура. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 5. Источник: www.tagblatt.ch.