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So viel Geld gibt die Stadt Heilbronn im Jahr für Tampons und Binden aus

Дата публикации: 30-06-2026 06:10:47

Viele Kommunen in Baden-Württemberg bieten kostenlos Tampons und Binden an. Warum die Gemeinden das tun und ob die Finanzierung trotz leerer Kassen noch gewährleistet ist.

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  1. echo24
  2. Heilbronn

Stand: 30.06.2026, 08:10 Uhr

Von: Peter Kiefer

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Viele Kommunen in Baden-Württemberg bieten kostenlos Tampons und Binden an. Warum die Gemeinden das tun und ob die Finanzierung trotz leerer Kassen noch gewährleistet ist.

Immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg stellen in Schulen, Rathäusern oder öffentlichen Toiletten kostenlos Binden und Tampons zur Verfügung. Doch wie viel Geld kosten die Menstruationsprodukte die Gemeinden eigentlich?

Kostenlose Binden und Tampons

Die Angebote werden in der Regel gut angenommen – die Kommunen investieren zum Teil aber auch bis zu sechsstellige Beträge im Jahr. (Symbolbild) © Annette Riedl/dpa

So viele Tamponspender stehen in Tübingen, Mannheim und Co.

Laut Angaben des Sozialministeriums kann ein fehlender oder erschwerter Zugang die gesundheitliche Versorgung, die soziale Teilhabe sowie Bildungs- und Arbeitschancen von Frauen beeinträchtigen – insbesondere bei Menschen mit geringem Einkommen. Darum gibt es dieses Gratis-Angebot seit Jahren.

Vor allem in Schulen stehen spezielle Automaten zur Entnahme bereit. Im Mai 2023 wurden die Tamponspender als Versuchsprojekt in Heilbronn aufgestellt, wie echo24 berichtete. Seit dem Jahr 2024 dann dauerhaft.

So viele Automaten für Tampons und Binden stehen in einzelnen Städten in Baden-Württemberg:

  • Tübingen: 26 Spender in Schulen und öffentlichen Gebäuden – zusätzlich in öffentlichen Toiletten, im Rathaus, in der Stadtbücherei und im Stadtmuseum
  • Mannheim: Automaten an 12 Schulen
  • Karlsruhe: In der Fächerstadt können Tampons, Binden oder Slipeinlagen in den meisten weiterführenden Schulen über die Schulsekretariate abgeholt werden. Kostenlose Menstruationsprodukte auch in Kinder- und Jugendhäusern in Karlsruhe.
  • Pforzheim: Die Spender befinden sich unter anderem in öffentlichen Toiletten, im Wildpark und am Bahnhof.

Große Kostenunterschiede zwischen einzelnen Kommunen

Die Kosten für die kostenlosen Menstruationsprodukte unterscheiden sich von Kommune zu Kommune teils beträchtlich, wie eine Auflistung zeigt:

  • Freiburg rechnet mit jährlichen Kosten im unteren sechsstelligen Bereich für Schulen, Sporthallen und öffentliche Toiletten.
  • Heidelberg gibt rund 38.000 Euro pro Jahr für die Produkte und das Befüllen der Spender aus.
  • Mannheim stellte für die Erstausstattung an Schulen in den Jahren 2025 und 2026 jeweils 10.000 Euro bereit. Das Nachfüllen der Automaten wird über die allgemeinen Betriebsmittel der Schulen finanziert.
  • Heilbronn investierte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 8500 Euro in Tampons und Binden.
  • Pforzheim beziffert die jährlichen Kosten auf durchschnittlich rund 2300 Euro.

Viele Kommunen haben das Angebot erst in den vergangenen Jahren eingeführt. In Stuttgart gibt es kostenlose Menstruationsprodukte seit 2020, in Heidelberg und Freiburg seit 2022. Tübingen, Ulm und Ludwigsburg folgten 2023. Pforzheim führte das Angebot 2024 ein, Mannheim 2025.

Darum werden Gratis-Menstruationsprodukte angeboten

Die Stadt Freiburg begründet das Angebot so: „Durch das kostenlose Bereitstellen von Menstruationsprodukten wollen wir Barrieren abbauen, die Gesundheit und Chancengleichheit fördern und ein positives Körperbild unterstützen.“ Und weiter: „Abbau von Scham, Stigmatisierung und Unsicherheiten im Zusammenhang mit Menstruation unterstützen einen offenen, respektvollen Umgang mit dem Thema in der Gesellschaft.“

Ähnlich begründen es auch andere Kommunen, deren Angebot laut Eigenangaben gut angenommen wird. In Konstanz waren die Spender während des Pilotprojekts teilweise bereits nach zwei oder drei Tagen leer. Dennoch wurde das dortige Pilotprojekt in mehreren öffentlichen Einrichtungen nicht über das Jahr 2024 hinaus verlängert und weitgehend eingestellt. 

Finanzlage erschwert Fortführung der Gratis-Versorgung

Ob diese Angebote dauerhaft bestehen bleiben, ist angesichts der angespannten Haushaltslage vieler Kommunen und ihrer Rekord-Schulden jedoch offen. Auch der Gemeindetag Baden-Württemberg sieht derzeit nur wenig Spielraum für neue freiwillige Leistungen.

„In nahezu allen Städten und Gemeinden müssen etablierte freiwillige Leistungen gestrichen werden. Es stellt sich daher nicht die Frage, wie der Bedarf bewertet wird, sondern es gibt aktuell für die allermeisten Kommunen faktisch keine Möglichkeit, neue freiwillige Leistungen anzugehen“, erklärt Gesundheitsdezernentin Luisa Pauge.

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