Die Firma CXMT aus Hefei könnte demnächst DRAM fürs iPhone liefern, wenn auch nur für China-Modelle. Vorher muss Apple das aber mit der US-Regierung klären.
Apple plant, die aktuelle RAM-Krise zumindest für den chinesischen iPhone-Verkauf in den Griff zu bekommen: Der Konzern interessiert sich verstärkt für Produkte des örtlichen Anbieters CXMT (ChangXin Memory Technologies). Laut einem neuen Bericht der Financial Times sollen bereits Tests mit DRAM-Chips des Herstellers erfolgt sein. Allerdings muss sich Apple vor der tatsächlichen Verwendung noch mit der US-Regierung unter Donald Trump einigen: CXMT steht nämlich nach wie vor offiziell auf deren Sanktionsliste, weil es als Lieferant für die chinesische Armee gilt.
Apple versucht, die Regierung umzustimmen – insbesondere mit dem Argument, dass man CXMT-DDR5-Chips ja nicht in Geräten für den amerikanischen Markt verbauen will. Allerdings möchte die US-Regierung schlicht nicht, dass sanktionierte Firmen mit amerikanischen Unternehmen Geschäfte machen. Die Haltung in der Trump-Administration gilt in der Frage als gespalten.
Laut Financial Times ist CXMT inzwischen weltweit viertgrößter DRAM-Hersteller nach SK Hynix und Samsung Electronics (Südkorea) sowie Micron (USA). Zwar investiert die Top 3 aktuell kräftig in Produktionsstätten. Doch Resultate werden sich nicht kurzfristig zeigen, außer die KI-Branche, die wichtigster Nachfragetreiber ist, käme in die Krise. Bei Micron etwa geht man auch noch 2027 von schlechter Lieferbarkeit und hohen Tarifen aus.
Apple hatte schon früher versucht, CXMT auf seine Lieferantenliste zu setzen, doch 2022 – als von RAM-Krise noch keine Rede war – scheiterte dies unter anderem an dem heutigen US-Außenminister Marco Rubio, der damals republikanischer Senator war. Apple kommentierte die möglichen Tests nicht. Ob CXMT als weiterer Lieferant wirklich hilft, ist zudem nicht gesagt: Auch dort ist nicht mit extrem viel billigeren Preisen oder auch nur ausreichenden Stückzahlen zu rechnen, denn schon jetzt ist die Nachfrage groß. Die Gewinne konnte CXMT bereits steigern, nachdem es bereits Milliardenverluste beim Aufbau der Fabriken gegeben hatte.
CXMT ist nicht das einzige chinesische Unternehmen für Speicherkomponenten, das für Apple als interessant gilt. YMTC (Yangtze Memory Technologies Corp.) aus Wuhan in der Provinz Hubei stellt NANDs für SSDs her und könnte Apple für seine iPhone-Flashspeicher aushelfen. Auch hier gilt, dass der Konzern nicht plant, die chinesischen Komponenten in iPhones für den Westen zu verbauen, stattdessen sollen sie in für China gedachten Smartphones laufen.
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(bsc)
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