Apple soll mindestens 25 Prozent aller iPhones in Indien herstellen lassen. Bislang sind auf Komponenten Zölle zu entrichten, die die Regierung nun streicht.
Apple könnte künftig bei seiner Fertigung in Indien einige Prozentpunkte einsparen. Eine bislang vorhandene Zollgebühr beim Import von bestimmten Smartphone- und Elektronikkomponenten, die der Konzern für den Bau seiner Produkte auf dem Subkontinent benötigt, soll nun ersatzlos gestrichen werden. Laut einem Reuters-Bericht geht es um 5 bis 7,5 Prozent, die bislang anfallen. Auch andere Hersteller, die Teile ihrer Produktion von China nach Indien verlagert haben, beispielsweise Xiaomi, könnten profitieren, hieß es.
Zu den betroffenen Komponenten zählen laut Bericht unter anderem Lithium-Ionen-Zellen für Akkus, drahtlose Lademodule (also für MagSafe und/oder Qi) sowie bestimmte Arten von Bildschirmen, wobei diese offenbar nur bei Endanwendungen in Medizingeräten und Autos von der Verzollung ausgenommen sind. Die indischen Behörden haben die Änderung zudem zunächst bis Ende des ersten Quartals 2029 limitiert. Ob sie darüber hinaus erhalten bleibt, ist unklar.
Die Regierung in Neu Delhi hofft darauf, dass immer weniger Komponenten aus China und anderen Ländern importiert werden müssen und auch die Produktion dieser Bauteile direkt im Land erfolgt. Ein Fertigungsberater sagte Reuters, er gehe davon aus, dass insbesondere die Freistellung der Lithium-Ionen-Zellen zu einer Stärkung der Investitionen in lokale Batteriewerke für Elektronik und E-Mobilität führen könnte. Auch teure Smartphones – wie jene von Apple – und andere Elektronikprodukte sollen bei der Herstellung profitieren und könnten Indiens Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China steigern. Dort stammen die Komponenten zumeist aus Fabriken, die in der Nähe der Endmontagewerke angesiedelt sind oder werden zollfrei aus anderen Regionen wie Vietnam importiert.
Apple soll mittlerweile mindestens 25 Prozent aller iPhones insbesondere für den US-Markt in Indien herstellen. Auch weitere Geräte wie AirPods stammen teilweise vom Subkontinent. Zuletzt hatte es allerdings Schwierigkeiten bei dem wichtigen lokalen Fertiger Tata Electronics gegeben: Bei einem Ransomware-Angriff entfleuchten große Datenmengen aus der Apple-Produktion, die unter anderem zu iPhone-18-Pro-Leaks führten.
Zudem gab es Berichte über Umweltprobleme. Apple befindet sich zudem mit der indischen Regierung in einem Rechtsstreit rund um die App-Store-Provisionen, ein Konflikt, wie man ihn auch aus der EU kennt. Dabei geht es – zumindest potenziell – um viele Milliarden Euro.
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(bsc)
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