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Geburtenrate in Deutschland sinkt: Der niedrigste Stand seit 1997

Дата публикации: 01-07-2026 09:03:00

Frauen in Deutschland bekommen weniger Kinder. Die Geburtenziffer ist auf 1,32 Kinder pro Frau gefallen. Was Gründe dafür sind. mehr...

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Geburtenrate in Deutschland sinkt: Der niedrigste Stand seit 1997

Frauen in Deutschland bekommen weniger Kinder. Die Geburtenziffer ist auf 1,32 Kinder pro Frau gefallen. Was Gründe dafür sind.

Mann mit Kinderwagen aus Vogelperspektive Mit Kinderwagen in Berlin: 2022 brach die Geburtenziffer erstmals deutlich ein Foto: Jürgen Heinrich/imago
Gereon Asmuth

rtr/taz | Die Geburtenrate ‌in Deutschland ist im ‌vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1997 gefallen. Die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer lag bei 1,32 Kindern je Frau, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Sie fiel damit um 2,7 Prozent niedriger aus als 2024 mit 1,35 und sinkt seit 2022 kontinuierlich. Zuletzt fiel die Geburtenrate vor knapp 20 Jahren mit 1,33 auf ein ähnlich geringes Niveau. „Noch niedriger lag sie ‌Mitte der 1990er-Jahre mit einem Tiefstwert von 1,24 Kindern je Frau“, erklärten die Statistiker.

Die damals Geborenen bilden nun die relativ kleine Generation potenzieller Eltern – die zudem wiederum weniger Kinder bekommen. Beides zusammen hat dazu geführt, dass die Zahl der Geburten im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit gefallen ist: Nach endgültigen Berechnungen wurden 2025 in Deutschland nur noch 654.241 Kinder geboren, so die Statistiker.

In Deutschland sind zudem zwei Trends zu erkennen. Zu einem verschieben offenbar viele Frauen unter 30 ihren Kinderwunsch. Noch stärker ist aber der Rückgang der Geburten bei Frauen über 30, deren Zahl seit dem Mauerfall bis zum Jahr 2022 kontinuierlich und deutlich gestiegen war.

Krisen lassen die Geburtenziffer einbrechen

Die Geburtenziffer in Deutschland hatte sich nach der Einführung des Elterngeldes bis zum Ausbruch der Coronapandemie auf einem relativ hohen Niveau von etwa 1,58 Kindern je Frau eingependelt. Im Jahr 2021 – also ein Jahr nach Ausbruch von Corona – war sie sogar auf 1,61 angestiegen. Das war der höchste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990. Ex­per­t:in­nen führen dies darauf zurück, dass Paare damals viel Zeit zusammen verbringen konnten.

2022 brach die Geburtenziffer erstmals deutlich ein. Das wird als Folge der Coronaimpfungen gesehen, da Frauen von einer Impfung während einer Schwangerschaft abgeraten wurde. Seither fällt die Zahl der Geburten rapide ab. Das liegt an den multiplen Krisen wie dem Klimawandel oder auch dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Neun Monate nach Beginn dieses Krieges in Europa sank die Geburtenziffer nochmals deutlich. Dieser Effekt ist nicht nur in Deutschland, sondern in vielen europäischen Ländern zu sehen.

Regionale Unterschiede in Deutschland

Regional gibt es große Unterschiede. So lag die Geburtenziffer im vergangenen Jahr zwischen 1,16 in Sachsen und 1,38 Kindern je Frau in Niedersachsen. In Sachsen war der Wert zuletzt im Jahr 1998 noch niedriger gewesen (1998: 1,11). Niedersachsen ‌ist bereits seit 2018 das Bundesland mit der höchsten Geburtenhäufigkeit. Allerdings sank auch hier der Wert zum ersten Mal seit 16 Jahren unter 1,40 (2009: 1,38). Die Geburtenrate in den östlichen Flächenländern ⁠blieb mit 1,22 Kindern je Frau geringer als in den westlichen Bundesländern mit 1,34.

Die Geburtenrate der Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit sank 2025 auf 1,20 Kinder. Ein ähnlich niedriger Wert wurde zuletzt vor knapp 30 Jahren ‌verzeichnet (1996: 1,22). Bei ‌Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag sie bei 1,78 Kindern und ⁠war damit um 3,3 Prozent geringer als im Vorjahr (1,84). „Die Geburtenhäufigkeit der ausländischen Frauen geht seit 2017 mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich zurück“, hieß ‌es.

Die zusammengefasste Geburtenziffer wird zur Beschreibung des aktuellen ‌Geburtenverhaltens herangezogen. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekäme, wenn ihr Geburtenverhalten dem aller Frauen zwischen ‌15 und 49 Jahren im betrachteten Jahr ⁠entspräche.

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