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„Team dem Erdboden gleichgemacht“: Doom-Entwickler verliert 136 Mitarbeiter

Дата публикации: 09-07-2026 05:13:00

id Software verliert im Rahmen der Xbox-Entlassungen einen Großteil des Teams. Obsidian kippt den „Avowed“-Nachfolger für ein neues „Fallout“.

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Beim „Doom“-Studio id Software fallen im Zuge der Xbox-Entlassungen 136 Stellen weg, wie aus einer Meldung an die texanische Arbeitsbehörde hervorgeht. Damit verliert eines der bekanntesten Studios der Branche voraussichtlich den Großteil seiner Belegschaft. Auch beim „Avowed“-Entwickler Obsidian sind die Einschnitte tief: Das Studio soll nach Entlassungen und Projektstreichungen ein neues „Fallout“ entwickeln.

Die Zahlen zu id Software stammen aus einer sogenannten WARN-Meldung des Mutterunternehmens ZeniMax an die Texas Workforce Commission, die das Branchenmagazin Game Developer auf Anfrage erhalten hat. Demnach verlieren 96 Beschäftigte am Hauptsitz von id Software im texanischen Richardson ihren Job, dazu kommen 40 Remote-Mitarbeiter. Weitere 22 Stellen fallen bei Bethesda Game Studios in Austin weg. Die Gewerkschaft Communications Workers of America, die 146 der 158 Betroffenen vertritt, hatte die Belegschaft von id Software im Dezember noch mit 185 Personen angegeben, schreibt Videogameschronicle.

Microsoft hatte am Montag bestätigt, 3200 Stellen in der Xbox-Sparte zu streichen und fünf Studios abzugeben – rund ein Fünftel der Beschäftigten in Microsofts Spielesparte. Xbox-Chefin Asha Sharma begründet den „Reset“ mit einer Konzentration auf die größten Marken des Unternehmens.

„Jahrzehnte an Wissen ausradiert“

Wie hart es id Software trifft, beschreibt der langjährige VFX-Künstler Derek Best in einem Post auf LinkedIn. Er stehe immer noch unter Schock, wie brutal die Kürzungen ausgefallen seien: „Zusammengenommen wurden Jahrzehnte an Wissen aus dem Studio ausradiert“, schreibt Best, der nach eigenen Angaben über zwölf Jahre bei id Software gearbeitet und an allen drei modernen „Doom“-Spielen mitgewirkt hat.

Das VFX-Team sei auf einen einzigen Künstler ohne Lead und Producer zusammengestrichen worden. Auch der für die Effekt-Pipeline zuständige Engine-Programmierer und sämtliche Entwickler mit Kenntnissen der 3D-Software Houdini mussten demnach gehen. Bests Fazit fällt bitter aus: „Gute Arbeit, Microsoft. Nichts zeugt so von Geschäftserfolg, wie ein Team in Grund und Boden zu bomben, es auf Support-Studio-Größe zu stutzen und dabei gewaltige technologische Errungenschaften wegzuwerfen.“

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Besonders bitter ist der Zeitpunkt: Die Entlassungen fielen auf den Tag vor dem Release der Story-Erweiterung „Revelations“, die am Dienstag für den 2025 veröffentlichten Shooter „Doom: The Dark Ages“ erschienen ist. Für die Fertigstellung des DLC habe das Team zuvor auf Hochtouren gearbeitet, schreibt Best.

Obsidian soll „Fallout“ entwickeln

Auch Obsidian Entertainment verliert rund ein Viertel seiner Belegschaft, berichtet der gut vernetzte Branchenjournalist Jason Schreier bei Bloomberg. Das Studio hat demnach mehrere Projekte eingestellt, darunter einen bereits weit fortgeschrittenen Nachfolger des Rollenspiels „Avowed“. Stattdessen soll ein Team unter Design Director Josh Sawyer ein neues Spiel im „Fallout“-Universum entwickeln, gemeinsam mit Bethesda Game Studios. Die Pläne seien allerdings noch im Fluss, ein Xbox-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Sawyer hat mit „Fallout: New Vegas“ von 2010 das bislang einzige „Fallout“ der vergangenen zwei Jahrzehnte verantwortet, das nicht von Bethesda Game Studios selbst entwickelt wurde. Vielen Fans gilt der Titel als bester Serienableger. Er entstand Jahre, bevor Microsoft erst Obsidian und später Bethesda kaufte.

Das Aus für den „Avowed“-Nachfolger kommt überraschend: Die Arbeiten liefen laut Schreier gut, eine Ankündigung war innerhalb des nächsten Jahres geplant. Offiziell vorgestellt wurde das Projekt aber nie. Sharma hatte am Montag lediglich zugesichert, kein bereits angekündigtes Spiel einzustellen. Das 2025 veröffentlichte „Avowed“ blieb ebenso wie ein weiteres Obsidian-Spiel hinter den Verkaufserwartungen zurück, erklärte das Studio gegenüber Bloomberg.

(dahe)

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