Baruth/Mark Labor für Wasserstoffleitungen unter Realbedingungen eröffnet
In Baruth/Mark (Teltow-Fläming) ist am Donnerstag ein Reallabor für Wasserstoffleitungen in Betrieb gegangen. Vor Ort wird ab sofort nach Angaben der Bundesanstalt für Materialforschung geprüft, wie sich Wasserstoff und Druck auf die Leitungen auswirken, was sie mit Ventilen, Dichtungen und anderen Bauteilen machen.
Außerdem soll getestet werden, wie die alten Gasleitungen für den Wasserstoff umgerüstet werden müssen.
"Wir haben hier eine einzigartige Prüf-Infrastruktur geschaffen, um Systeme für den Wasserstofftransport, die in Pipelines eingesetzt werden, auch bei kritischen und über-kritischen Bedingungen zu testen", sagte Projektleiter Kai Holtappels.
Mit Wasserstoff lässt sich Energie umweltfreundlich speichern, transportieren und wieder nutzbar machen. Daher gilt er als Energieträger der Zukunft. Wird er aber mit Luft gemischt, entsteht ein brennbares Gasgemisch. Daher ist besondere Vorsicht nötig.
Bis 2032 soll in Deutschland ein Wasserstoff-Kernnetz mit über 9.000 Kilometern Länge entstehen - eingebettet in ein 40.000 Kilometer langen europäisches Fernnetz. Dazu müssen sowohl neue Pipelines gebaut wie auch bestehende Erdgasleitungen auf Wasserstoff umgestellt werden.
In Baruth/Mark sollen Wasserstoffleitungen realitätsnah überprüfbar gemacht werden. Für die Versuche stehen zwei fünf Meter lange Rohre mit einem Durchmesser von 1,40 Meter zur Verfügung. Dort können Druckschwankungen, hohe Durchflussmengen oder auch Verunreinigungen unter Realbedingungen simuliert werden. Außerdem können Fachkräfte dort ausprobieren, wie sich Schweißarbeiten und Reparaturen auf die Leitungen auswirken.
"Wir nehmen billigend in Kauf, dass die Komponenten oder die Prüfmuster, die wir hier haben, auch einmal versagen. Das geht dann immer damit einher, dass Gas freigesetzt wird, es kann sich entzünden", so Projektleiter Holtappels weiter. Dafür sei eine Freifläche nötig. Auf dem Testgelände in Baruth/Mark seien die Voraussetzungen optimal.
Vor Ort ist auch ein Roboterhund im Einsatz. Er soll so programmiert werden, dass er auf dem Testgelände zuverlässig Gaslecks aufspüren kann.
Der Bund hat das europaweit einmalige Projekt mit rund 3,8 Millionen Euro finanziert. Der Startschuss fiel Anfang 2022.
Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 02.07.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell, 02.07.2026, Michael Schon
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