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Tabu: Psychische Krankheiten im Leistungssport

Дата публикации: 30-04-2026 16:00:00

Im Leistungssport braucht es mentale und körperliche Stärke. Über psychische Belastungen zu sprechen, fällt vielen deshalb schwer. Ein Vortrag der Psychologin Johanna Kaiser über psychische Krankheiten im Leistungssport.

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Im Leistungssport braucht es mentale und körperliche Stärke. Über psychische Belastungen zu sprechen, fällt vielen deshalb schwer. Ein Vortrag der Psychologin Johanna Kaiser über psychische Krankheiten im Leistungssport.

Als sich der Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke 2009 das Leben nahm, wurden viele Menschen das erste Mal aufmerksam auf psychische Krankheiten im Leistungssport. Robert Enke hatte vor seinem Suizid lange Zeit Depressionen.

"Lange galt die Annahme: Leistungssportler können nicht psychisch krank sein, die müssen mental und körperlich stark sein, sonst wären sie ja nicht im Leistungssport."

Johanna Kaiser, Psychologin

Über lange Zeit teilte man die Ansicht, Leistungssportler könnten nicht psychisch krank sein. Denn wenn sie nicht mental und körperlich fit wären, wären sie keine Leistungssportler, erklärt Johanna Kaiser.

Sie ist Psychologin, war selbst Leistungssportlerin und forscht nun an der Universität Leipzig zu psychischen Krankheiten im Leistungssport. In ihrem Vortrag erklärt sie, welche Risikofaktoren es gibt und warum besonders Jugendliche im Leistungssport gefährdet sind.

Wenig psychotherapeutische Unterstützungsangebote

In Deutschland gibt es wenig psychotherapeutische Angebote, die sich explizit an Leistungssportler*innen richten, sagt Johanna Kaiser.

An der Uni Leipzig arbeitet die Psychologin in zwei Projekten, die jugendliche Leistungssportler*innen psychologisch unterstützen:

  • 2Steps4Health ist ein Präventionsprojekt zur Förderung der psychischen Gesundheit im Nachwuchsleistungssport.
  • LIFENET wiederum ist ein Angebot für psychisch belastete Nachwuchs-Leistungssportlerinnen und -sportler.
"Jüngere Leistungssportler*innen sind häufiger betroffen als ältere. Und weibliche Leistungssportlerinnen sind häufiger betroffen als männliche."

Johanna Kaiser, Psychologin

Johanna Kaiser war selbst im Leistungssport aktiv. Sie spielte in der zweiten Fußball-Bundesliga sowie für die Jugend-Nationalmannschaft. Heute ist Kaiser Psychologin an der Universität Leipzig und forscht zu psychischen Krankheiten im Leistungssport. Ihren Vortrag "Kein Platz für Schwäche? Die Stille des Leistungssports" hielt sie am 3. März 2026 im Rahmen der Ringvorlesung Sport an der Universität Leipzig.

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