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Ex-Schiedsrichter Markus Merk über FIFA-Vorgehen: "Das ist der Gipfel"

Дата публикации: 06-07-2026 18:16:06

Im Zuge der "Causa Balogun" übt der dreimalige Weltschiedsrichter Markus Merk umfassende Kritik am Weltverband FIFA. Er befürchtet Auswirkungen des Skandals auch für die Bundesliga.

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SWR Sport: Herr Merk, was sagen Sie dazu, dass die Rotsperre für den US-amerikanischen Stürmer Folarin Balogun zurückgenommen wurde?

Markus Merk: Unfassbar. Ohne Worte. Ich glaube, jeder, der den Fußball liebt und die Integrität des Fußballs, die Glaubwürdigkeit des Fußballs liebt, kann nur erschüttert sein.

Wie kann man die Rücknahme der Sperre begründen? Geht das überhaupt?

Wir sind ja in den letzten Jahren schon viel gewohnt von der FIFA und wir wissen ja selbst: Was heute gesagt wird, muss morgen nicht mehr Bestand haben. Aber ich glaube, das ist insgesamt der Gipfel.

Es ist ganz klar festgeschrieben, für alle Nationalverbände, in allen Ligen: Eine Rote Karte bedeutet eine Spielsperre. Die FIFA hat in den letzten Jahren sehr oft den Nationalverbänden gedroht, sollten sie dem nicht Folge leisten, schließt man die Nationalmannschaft für den nächsten Wettbewerb aus. Das ging auch in Deutschland schon so.

Jetzt kippt man das ganze System und auch noch innerhalb eines Wettbewerbs. Das ist eine klassische Wettbewerbsverzerrung innerhalb dieser Weltmeisterschaft. Andere Spieler, die des Feldes verwiesen wurden, teilweise mit geringeren Vergehen, haben ihre Sperre abgesessen. Was sagt beispielsweise England? Dann müsste man ja sofort sagen: Jarell Quansah darf im nächsten Spiel auch spielen. Es ist ein Fass ohne Boden, das man ohne Not aufmacht.

Ohne Not, aber natürlich spielen politische Gründe hier eine große Rolle und man hat das Gefühl, es gibt Regeln für die Einen und Regeln für die Anderen. Das können wir im Fußball nicht gebrauchen. Der Fußball lebt davon, dass er immer noch glaubwürdig ist. Die Zuschauer gehen ins Stadion und erwarten ein faires Spiel. Und gerade die FIFA, als der größte Regelhüter, nimmt dieses Fairplay immer für Werbekampagnen in den Mund. Man kann wirklich nur erschüttert sein. Es ist ein Skandal.

Öffnet diese Entscheidung Tür und Tor für Proteste?

Ja, es ist eine Welle der Proteste zu befürchten. Das geht wahrscheinlich schon los innerhalb dieser Weltmeisterschaft. Aber auch in den Nationalverbänden wird uns die Frage beschäftigen: Wie geht man in Zukunft mit Sperren um? Wenn bei uns ab August überall von Bundesliga bis Kreisklasse wieder der Ball rollt, werden wir damit konfrontiert sein. Die FIFA lebt eigentlich bei einer Weltmeisterschaft immer bestimmte Regeln vor. Sie gibt die Richtungen der Zukunft vor und das ist natürlich die schlechteste Richtung, die wir überhaupt erwarten konnten.

Es gibt in der Folge enorm viel Kritik an der FIFA. Was bedeutet der Skandal für den Weltverband und für FIFA-Präsident Gianni Infantino?

Der Umgang mit der FIFA ist unfassbar schwierig. Und selbst als Aktiver war es damals für mich schon so, dass es nicht immer glaubwürdig war, was da passiert ist. Eigentlich geht es darum, den Fußball fairer, besser zu machen. Genau das Gegenteil sehen wir heute. Auch die ganzen Diskussionen rund um Entscheidungen auf dem Spielfeld. Klare Foulspiele im Strafraum und auch im Mittelfeld, die nicht geahndet werden. Der Videoassistent, der hin und wieder eingreift, in der gleichen Situation aber dann nicht. All das macht den Fußball sehr zweifelhaft in dieser Zeit.

Fußball-WM "Attacke auf die Integrität des Wettbewerbs" - Fall Balogun erschüttert Fußballwelt

Der "Fall Balogun" hat sich zum WM-Skandal entwickelt. Der internationale Aufschrei ist groß, auch Experten aus dem Südwesten kritisieren die FIFA scharf.

Ich kann nur hoffen, dass die UEFA, andere Nationalverbände und wir alle, die den Fußball lieben, zusammenstehen und den Fußball schützen. Die FIFA, die es eigentlich tun sollte und müsste, sie schützt den Fußball nicht. Diese Vorgehensweise zerstört den Fußball.

Der Präsident wird sich natürlich einiges anhören müssen, aber wir haben ja schon viele Geschichten erlebt rund um Infantino, um den FIFA-Präsidenten. Er hat sie alle überstanden und ist meistens noch als größerer Sieger herausgekommen. Wir können eigentlich nur hoffen, dass sich das jetzt ändert mit diesem Skandal.

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: -2. Информативность: 6. Источник: www.swr.de.