Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels drängt auf freiere Sonntagsöffnungen – und kritisiert die aktuelle Rechtslage als „von vorgestern“. Verdi stellt sich quer.
Berlin · Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels drängt auf freiere Sonntagsöffnungen – und kritisiert die aktuelle Rechtslage als „von vorgestern“. Verdi stellt sich quer.
Der Handel will mehr Möglichkeiten zur Öffnung an Sonntagen. „Einkaufen ist auch Freizeiterlebnis. Daher setzen wir uns für Sonntagsöffnungen im Einzelhandel ein, um Innenstädte attraktiv und lebendig zu halten“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, der „Bild“-Zeitung (Montag).
Der Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, sagte der Zeitung: „Wir sollten endlich einen Schritt voranmachen und den Sonntag in das Ermessen der Kaufleute und Kunden stellen. Wer in Deutschland sonntags ein Hemd verkauft, macht sich strafbar. Das ist im Online-Zeitalter von vorgestern.“
Der sächsische Handelsverbands-Hauptgeschäftsführer René Glaser sagte, nach aktuellem Recht bedürfe es stets eines besonderen Anlasses für Sonntagsöffnungen. Die Anforderungen seien teils undurchsichtig, den Kommunen rechtssichere Genehmigungen kaum möglich. „Es bedarf dringend einer Gesetzesänderung“, sagte er.
HDE-Chef Genth warf der Gewerkschaft Verdi eine „Totalverweigerung“ bei der Lockerung von Öffnungszeiten an Sonntagen vor. „Gerade in der jetzt schwierigen Konsumlage wären diese Sonntage besonders für unsere Textilhändler wichtig“, sagte er.
Die schwarz-rote Bundesregierung will Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken längere Öffnungszeiten an Sonntagen ermöglichen. Pläne für andere Branchen gibt es derzeit aber nicht.