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Jeder Baum erzählt eine Geschichte: Was es mit dem grünen „Walk of fame“ in Bonn auf sich hat

Дата публикации: 14-10-2026 14:59:00




Seit Jahrzehnten wächst auf der Hardthöhe in Bonn eine besondere Baumallee. Welche Regeln gelten und was es mit dem besonderen Ort auf sich hat.



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Jeder Baum erzählt eine Geschichte Was es mit dem grünen „Walk of fame“ in Bonn auf sich hat

Bonn · Seit Jahrzehnten wächst auf der Hardthöhe in Bonn eine besondere Baumallee. Welche Regeln gelten und was es mit dem besonderen Ort auf sich hat.

14.10.2026 , 16:59 Uhr

Unter den Augen der Duisdorfer Vereinsleute schaufeln Bernd Schmidt (links) und Volker Stahl Erde an die Hainbuche, die die Waldfreunde gestiftet haben.

Unter den Augen der Duisdorfer Vereinsleute schaufeln Bernd Schmidt (links) und Volker Stahl Erde an die Hainbuche, die die Waldfreunde gestiftet haben.

Foto: Stefan Knopp

Ein weiterer neuer Baum steht seit Samstag am Grillplatz der Waldfreunde Sankt Hubertus. Die Allee der berühmten Hardtberger, die an Vereinsjubiläen und besondere Personen erinnert, hat weiteren Zuwachs bekommen. Es ist dieses Mal nicht der Baum des Jahres 2026, die Zitterpappel, der schon im März gepflanzt wurde. Als Erinnerungsbaum ist jetzt noch eine Hainbuche hinzugekommen, die die Waldfreunde dem Ortsfestausschuss Duisdorf (OFA) zum 100. Jubiläum geschenkt haben.

Das ist deshalb ungewöhnlich – und wohl auch einmalig –, weil die Jahresbäume für die Allee sonst den Waldfreunden gestiftet werden. Und dafür gibt es Regeln, erklärt der Ehrenvorsitzende Klaus Deckert. „Wenn ein Verein aus dem Ortsfestausschuss ein Jubiläum hat, 100 Jahre, 70 Jahre oder 50 Jahre, dann hat er das erste Vorrecht, den Baum des Jahres zu spenden.“ Alle bisher mit diesem Titel ausgezeichneten Baumarten sind inzwischen auf dem Weg zum Grillplatz der Waldfreunde im Staatsforst hinter dem Helios-Klinikum vorhanden.

Viele Bäume stehen für ein Jubiläum

Da wächst auch schon die Hainbuche, Baum des Jahres 1996, die das Forstamt in jenem Jahr hat pflanzen lassen, und zwar zum 70-jährigen Bestehen der Waldfreunde. Zu deren 75-jährigem Jubiläum stiftete der OFA Duisdorf 2001 die Esche, die direkt am Wesselheideweg steht. Als die Hubertus-Schützen 2019 ihr 100-jähriges Jubiläum feierten, stifteten sie die Elsbeere. 2019 feierte die Arbeiterwohlfahrt Bonn-Duisdorf ihr 70-jähriges Bestehen unter anderem mit der Pflanzung der Flatter-Ulme.

Auch Einzelpersonen können einen Baum stiften, wenn sie einen besonderen Anlass dafür haben und so Teil dieses grünen „Walk of fame“ werden. Toni Mai hatte 2015 zu seinem 90. Geburtstag den Feldahorn gestiftet, 2022 spendierten Renate und Horst Schröder eine Rotbuche anlässlich ihrer Diamantenen Hochzeit, und im vergangenen Jahr stiftete Jürgen Langkau zu seinem 80. Geburtstag den Baum des Jahres, die Roteiche.

Dieses Alter erreicht Deckert in zwei Jahren. „Ich habe mich dafür schon eingetragen“, sagte er. Wenn dann kein anderer Verein ein Jubiläum habe, finanziere er den Baum des Jahres 2028. Die Stifter teilen sich dabei die Kosten für Baum, Info-Schild und die Verköstigung für das Publikum drumherum hälftig mit den Waldfreunden.

Auch klimatechnisch eine gute Wahl

Das Jubiläum des Ortsfestausschusses, der die Ortsvereine zusammenhält, war den Waldfreunden eine Ehrung wert. Deckert erklärte die Wahl der Hainbuche so: „Sie ist ein pflegeleichter, widerstandsfähiger Baum aus hartem Holz. Das passt zum Ortsfestausschuss, denn der ist pflegeleicht, hart und anpassungsfähig.“ Damit erntete der frühere Vorsitzende ein paar Lacher. Hintergrund ist aber, dass dieser Baum ganz gut mit den heutigen Klimabedingungen zurechtkomme und deshalb eine gute Wahl sei, erklärte Deckert.

Die Waldfreunde hatten die Pflanzung vorbereitet, so dass der OFA-Vorsitzende Bernd Schmidt und der zweite Vorsitzende Volker Stahl nur noch Erde an den bereits gut vier Meter hohen Jungbaum schaufeln und ihn wässern mussten. Die Jagdhornbläser der Jägerschaft Bonn sorgten für die Beschallung. Und auch die OFA-Frauen erhielten noch ihren Baum: Die dritte Vorsitzende Verena Zimmer hatte sich eine Tanne zum Jubiläum gewünscht, also hatten die Waldfreunde auch ein Tannenbäumchen besorgt, das die Frauen einpflanzen durften.

Daran hängt sogar schon eine Lichterkette – die Weihnachtszeit kann auch im Staatsforst Einzug halten. Mit den Worten „erst gießen, dann begießen“ wurden danach Schnaps und Sekt verteilt, bevor die herbstliche Waldreinigungsaktion des Vereins startete.

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