Wer glaubt, dass elektrische Zahnbürsten längst ausentwickelt sind, sollte die Dyson CameraJet kennen. Mit Kamera, KI und integriertem Mundduschen-System verspricht Dyson ein neues Putzkonzept. Ob das überzeugt, haben wir getestet.

Dyson CameraJet im Test: Kann die Zahnbürste mit Kamera wirklich besser putzen?
Foto: COMPUTER BILD
Wer glaubt, dass elektrische Zahnbürsten längst ausentwickelt sind, sollte die Dyson CameraJet kennen. Mit Kamera, KI und integriertem Mundduschen-System verspricht Dyson ein neues Putzkonzept. Ob das überzeugt, haben wir getestet.
Bewertung
gut
Die Dyson CameraJet überzeugt im Test mit exzellenter Reinigungsleistung und durchdachter App-Unterstützung. Die Kombination aus Zahnbürste und automatischer Zwischenraumreinigung funktioniert in der Praxis gut, die Einrichtung gelingt problemlos. Schwächen zeigen sich bei der Kamerafunktion durch Schaumbildung sowie beim nicht ganz dichten Spültank. Mit rund 480 Euro ist die High-Tech-Zahnbürste eine Premium-Investition.
Pro
Kontra
Die neue Dyson-Zahnbürste wirkt wie ein Technikprojekt aus der Zukunft: Im Bürstenkopf steckt eine Kamera, künstliche Intelligenz soll Zahnzwischenräume erkennen, und eine integrierte Munddusche verspricht eine gründliche Reinigung. Das klingt nach Hightech fürs Badezimmer, hat aber seinen Preis: Rund 480 Euro kostet die CameraJet. Doch bringt die ungewöhnliche Technik im Alltag tatsächlich Vorteile oder steckt hinter der Kamera vor allem ein teurer Marketing-Gag? Wir haben die neue Dyson-Zahnbürste im Praxis-Test ausprobiert.
Dyson
469,00 EUR
Eine Zahnbürste mit Kamera klingt spektakulär. Doch taugt die Technik auch im Alltag? Um das herauszufinden, musste die Dyson CameraJet mehrere Tage im Praxiseinsatz antreten.

Hier liegt die eigentliche Innovation: Erkennt die Kamera einen Zahnzwischenraum, startet automatisch die zusätzliche Reinigung mit Flüssigkeitsstrahl. Genau diese Funktion arbeitete im Test jedoch nicht immer fehlerfrei.
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Im Fokus standen die Kamerafunktion und die automatische Zahnzwischenraumreinigung. Wir prüften, wie zuverlässig die KI Zahnzwischenräume erkennt und ob die Funktion tatsächlich einen Mehrwert bietet. Mit Plaque-Tabletten kontrollierten wir die Reinigungsleistung nach dem Putzen.
Auch die MyDyson-App wurde auf Einrichtung, Bedienung und Nutzen im Alltag getestet. Darüber hinaus bewerteten wir Verarbeitung, Handhabung, Alltagstauglichkeit und die Akkulaufzeit bis zur ersten notwendigen Aufladung.
Design & Verarbeitung: Hightech-Look mit SchönheitsfehlernDie Dyson CameraJet sieht aus wie keine andere Zahnbürste. Mit ihrer sichtbaren Kamera, dem großen Griff und der integrierten Munddusche erinnert sie eher an ein Technik-Gadget als an eine klassische Schallzahnbürste. Auf dem Waschbecken zieht ihr futuristisches Design sofort die Blicke auf sich.

Mehr als nur Design: Die markante Kuppel beherbergt den Tank für die Mundspülungsfunktion. Im Test erwies sich die Lösung als praktisch, aber nicht komplett auslaufsicher.
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Die Materialien wirken hochwertig und die Verarbeitung hinterlässt zunächst einen guten Eindruck. Bei genauerem Hinsehen fallen jedoch größere Spaltmaße auf, die nicht ganz zum stolzen Preis von rund 480 Euro passen. Noch ärgerlicher: Der integrierte Wassertank hielt in unserem Test nicht vollständig dicht. Laut Dyson betraf dieses Problem nur eine kleine Zahl früher Geräte.
Mit 231 Gramm ist die CameraJet deutlich schwerer als viele Konkurrenzmodelle. Wer bislang eine schlanke Philips Sonicare oder Oral-B nutzt, muss sich an den wuchtigen Griff erst gewöhnen.

Mit 231 Gramm gehört die Dyson CameraJet zu den schwersten elektrischen Zahnbürsten im Test. Die Gewichtsverteilung ist gelungen, der große Griff wirkt im Alltag aber deutlich massiver als bei Oral-B oder Philips.
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Der erste Putzvorgang mit der Dyson CameraJet fühlt sich ungewöhnlich an. Statt nur in den Spiegel zu schauen, blickt man plötzlich auf Livebilder aus dem eigenen Mund. Möglich macht das eine Mini-Kamera direkt im Bürstenkopf.
Der Clou: Die Kamera liefert nicht nur Bilder, sondern dient auch der automatischen Zahnzwischenraumreinigung. Eine KI analysiert laut Dyson bis zu 28 Bilder pro Sekunde, erkennt Zwischenräume und aktiviert dort einen feinen Strahl Mundspülung. Im Test bot das tatsächlich einen neuen Blick auf Bereiche, die man beim Putzen sonst kaum kontrollieren kann.

Das Herzstück der CameraJet: Die Mini-Kamera im Bürstenkopf erkennt Zahnzwischenräume und löst dort automatisch einen feinen Flüssigkeitsstrahl aus.
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Ganz fehlerfrei arbeitet das System allerdings nicht. Vor allem enge Zahnzwischenräume erkannte die Kamera im Test nicht immer zuverlässig, dann blieb auch der Flüssigkeitsstrahl aus. Zudem zeigte sich Schaum als natürlicher Feind der Kamera: Sammelte sich Zahnpasta vor der Linse, wurden Zwischenräume unzuverlässiger ermittelt.
Man könnte die CameraJet irgendwo zwischen echter Innovation und technischem Experiment ansiedeln. Der Wow-Effekt der Livebilder lässt mit der Zeit nach. Die visuelle Kontrolle kann aber tatsächlich helfen, bewusster zu putzen und bislang vernachlässigte Stellen besser zu erreichen.

Faszinierend, aber nicht immer perfekt: Die Liveansicht der Kamera hilft bei der Kontrolle der Zahnzwischenräume, die Erkennung funktionierte im Test jedoch nicht durchgehend zuverlässig.
Foto: Screenshots
Positiv: Laut Dyson werden die Aufnahmen weder gespeichert noch in eine Cloud hochgeladen. Die Bilder dienen ausschließlich der Echtzeit-Analyse während des Putzvorgangs.
Reinigung: Die größte Überraschung ist nicht die KameraBei all den Extras wie Kamera, KI und App gerät fast in Vergessenheit, worauf es am Ende wirklich ankommt: die Reinigungsleistung. Und genau hier hinterlässt die Dyson CameraJet einen starken Eindruck.
Schon nach den ersten Anwendungen fühlten sich die Zähne ähnlich glatt an wie nach dem Putzen mit aktuellen Premium-Modellen von Philips oder Oral-B. Auch entlang des Zahnfleischrands arbeitete die Zahnbürste gründlich und hinterließ ein sauberes Mundgefühl.

Saubere Sache: Die CameraJet liefert ein sehr gutes Putzergebnis, spielt bei der klassischen Zahnreinigung aber eher auf Augenhöhe mit der Premium-Konkurrenz.
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Um den Eindruck zu überprüfen, nutzten wir Plaque-Tabletten. Das Ergebnis fiel überzeugend aus: Nach dem Einfärben blieben nur wenige Beläge sichtbar. Die CameraJet entfernte Plaque zuverlässig und erreichte im Test das Niveau der besten Premium-Zahnbürsten am Markt.
Die eigentliche Überraschung: Nicht die Kamera überzeugte am meisten, sondern die klassische Reinigung, bei der sich die CameraJet keine Schwächen leistete. Einen deutlichen Vorsprung gegenüber Top-Modellen von Philips oder Oral-B stellten wir aber nicht fest. Wer bereits eine hochwertige elektrische Zahnbürste besitzt, steigert mit der CameraJet das Putzergebnis daher nicht.
App und smarte Funktionen: Mehr als nur ein Kamera-GimmickDie Einrichtung der CameraJet gelingt erfreulich unkompliziert. In weniger als zwei Minuten war die Zahnbürste mit der App verbunden, anschließend führte die Software verständlich durch die wichtigsten Funktionen. Kurz darauf landet man bereits per Livebild im eigenen Mund.
Der Kamera-Effekt sorgt anfangs für großes Staunen, verliert mit der Zeit aber etwas von seinem Reiz. Die App bleibt dennoch nützlich: Sie macht die ungewöhnliche Technik verständlich, zeigt die Kamerabilder übersichtlich an und hilft, das eigene Putzverhalten bewusster zu kontrollieren.
Vor allem Einsteiger profitieren davon, bislang übersehene Bereiche im Mund leichter zu erkennen. So bleibt die App nicht eine reine Spielerei, sondern kann dabei helfen, gründlicher zu putzen. Damit gehört sie zu den durchdachteren Smartphone-Anwendungen, die wir bisher bei einer elektrischen Zahnbürste getestet haben.
Akkulaufzeit & Ausstattung: Viel Technik, viel ZubehörDyson liefert die CameraJet mit zwei Bürstenköpfen und dem kompletten System für die automatische Zahnzwischenraumreinigung aus. Besonders auffällig ist die Dockingstation: Sie lädt nicht nur den Akku, sondern befüllt gleichzeitig auch den Wassertank für die Mundspülungsfunktion.

Der Lieferumfang wirkt durchdacht und vollständig. Die vielen Einzelteile zeigen aber auch, dass die CameraJet deutlich komplexer aufgebaut ist als klassische Zahnbürsten.
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Der Nachteil der aufwendigen Technik zeigt sich unterwegs. Während bei Philips- oder Oral-B-Modellen meist Bürste und Ladegerät genügen, bringt die CameraJet deutlich mehr Zubehör mit. Für das heimische Badezimmer spielt das kaum eine Rolle, auf Reisen wird das System aber schnell sperrig.
Bei der Akkulaufzeit hinterließ die Zahnbürste einen guten Eindruck. Im Test hielt eine Ladung bei täglich zweimaliger Nutzung rund zehn Tage durch. Angesichts von Kamera, Bluetooth-Verbindung und integriertem Flüssigkeitssystem ist das ein überzeugender Wert.
Fazit: Die spannendste Zahnbürste des JahresDie Dyson CameraJet ist nicht die beste elektrische Zahnbürste, die wir bislang getestet haben. Sie ist aber mit Abstand die innovativste. Während Philips und Oral-B ihre Modelle Jahr für Jahr weiter verfeinern, versucht Dyson die Zahnpflege mit Kamera, KI und automatischer Zahnzwischenraumreinigung neu zu denken.
Dyson
469,00 EUR
Im Praxis-Test überzeugte die CameraJet vor allem mit ihrer starken Reinigungsleistung, der gelungenen App und dem ungewöhnlichen Kamerakonzept. Tatsächlich kann die Liveansicht helfen, bewusster zu putzen und schwer erreichbare Bereiche besser im Blick zu behalten. Genau hier liegt aber auch die größte Schwäche: Die Erkennung der Zahnzwischenräume arbeitete nicht immer zuverlässig. Dadurch bleibt die automatische Mundspülungsfunktion hinter dem zurück, was das Konzept eigentlich verspricht.
Hinzu kommt der stolze Preis von rund 480 Euro. Wer einfach nur eine der besten Zahnbürsten für saubere Zähne sucht, erreicht ein ähnlich gutes Putzergebnis auch mit deutlich günstigeren Premium-Modellen von Oral-B oder Philips.
Trotzdem ist die CameraJet mehr als ein Technik-Gag fürs Badezimmer. Sie zeigt, wie die Zahnpflege der Zukunft aussehen könnte. Noch ist nicht jede Idee perfekt umgesetzt. Aber kaum ein anderes Modell sorgt derzeit für so viel Neugier am Waschbecken.
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