Moderna-CEO Stéphane Bancel hat mit dem Impfstoff gegen das Hautkrebs-Sterbe- und Rückfallrisiko zuletzt für ein Kursfeuerwerk an der Wall Street gesorgt. Die neuesten Daten, die vorzeitig veröffentlicht wurden, enttäuschten jedoch die hohen Erwartungen.
Verfehlt die hohen Erwartungen: CEO Stéphane Bancel
Foto: Christopher Katsarov / APDer von den US-Firmen Moderna und Merck entwickelte mRNA-Krebsimpfstoff senkt einer Studie zufolge in Kombination mit einer bewährten Immuntherapie das Sterbe- und Rückfallrisiko bei schwarzem Hautkrebs (Melanom) deutlich. Die Behandlung verringere dieses Risiko um 42 Prozent. Das geht aus Daten hervor, die eigentlich erst am Samstag auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in Madrid vorgestellt werden sollten.
Offenbar hat die Website OncologyCentral bereits am Donnerstag einen Teil der Studienergebnisse veröffentlicht. Daraufhin hat die ESMO die Studie selbst veröffentlicht und die Sperrfrist aufgehoben.
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Das Risiko einer Ausbreitung des Krebses sinkt demnach um 38 Prozent. Die Ergebnisse basieren den Angaben zufolge auf den Daten von mehr als 1100 Patienten in den ersten zwei Jahren nach der Behandlung.
Die Untersuchung ist die erste, die die Wirksamkeit eines personalisierten Ansatzes belegt. Dabei wird ein auf die einzigartigen Mutationen des jeweiligen Tumors zugeschnittener Impfstoff mit einem Medikament kombiniert, das dem Immunsystem bei der Krebsbekämpfung hilft. Der Impfstoff wurde zusammen mit Mercks Immuntherapie Keytruda getestet, die zu den weltweit meistverkauften Medikamenten zählt.
Moderna und Merck hatten bereits im August berichtet, die Studie sei erfolgreich gewesen – jedoch keine Details genannt. Vor der Mitteilung über den Erfolg der Studie hatten die Moderna-Aktien bei rund 63 Dollar notiert und dann binnen eines Tages um 177 Prozent zugelegt. In den Wochen danach kletterte der Kurs weiter und lag zuletzt bei rund 245 Dollar.
Nach Bekanntwerden der Details zu dem verringerten Risiko am Donnerstag sackten die Papiere um bis zu 25 Prozent auf 181 Dollar ab. Analysten an der Wall Street hatten offenbar auf eine stärkere Verringerung des Rückfallrisikos gesetzt, weswegen der Kurs jetzt einbrach.
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Analyst Trung Huynh von der kanadischen Bank RBC schrieb, die Daten würden den hohen Erwartungen nicht gerecht. Auch wenn eine Zulassung wahrscheinlich erscheine, sei ein kommerzieller Erfolg weitaus weniger sicher.
dri/Reuters