Das Vogelfutterhaus von Jaogaus versorgt die Vögel im Garten und zeichnet sie lokal oder in der Cloud auf. Wir zeigen, wie gut das funktioniert.
Das Vogelfutterhaus von Jaogaus versorgt die Vögel im Garten und zeichnet sie lokal oder in der Cloud auf. Wir zeigen, wie gut das funktioniert.
Vogelhäuser mit eingebauter Kamera sind schon lange auf dem Markt. Bisher war die Einrichtung aber oft mühsam: Strom und Videoübertragung liefen meist über Kabel, was die Montage im Garten kompliziert machte. Ein modernes smartes Vogelhaus braucht das nicht mehr. Ein Solarpanel, ein integrierter Akku und eine WLAN-Kamera machen Kabel überflüssig. Damit lohnt sich die Vogelbeobachtung per Kamera jetzt auch für Einsteiger und Hobby-Ornithologen.
Das smarte Vogelhaus von Jaogaus bietet noch mehr: Mit einem Abo bekommt man Zugang zur Cloud, wo eine KI die Vogelarten automatisch erkennt. Außerdem schlägt das System Alarm, sobald sich ein Eichhörnchen am Futter bedient und verjagt sie so. Ob das günstige Vogelfutterhaus für rund 40 Euro hält, was es verspricht, zeigt unser Test.
AusstattungJaogaus verkauft über einen eigenen Amazon-Shop verschiedenste Artikel, darunter zwei Futterhäuser und einen Nistkasten mit Kamera und Solar-Stromversorgung. Für diesen Test fiel unsere Wahl auf das günstigste Modell, ein kompaktes Futterhaus mit Kamera für rund 40 Euro.
Zum Lieferumfang gehören die Futterstation samt Sitzstange, eine WLAN-Kamera mit Antenne, ein USB-C-Solarpanel, eine Anleitung und das nötige Befestigungsmaterial. Das weiß-blaue Gehäuse aus Kunststoff ist ordentlich verarbeitet. Scharfe Kanten oder schlecht passende Teile gibt es nicht. Neben der Kamera steckt im Gehäuse ein durchsichtiger Tank, der 1,5 l Vogelfutter fasst. Von dort rutscht das Trockenfutter nach unten in die Futterausgabe.
Die WLAN-Kamera bietet QHD-Auflösung (2560 × 1440 Pixel), einen integrierten Akku mit 5000 mAh, einen Bewegungssensor, eine Nachtsichtfunktion und einen kleinen Lautsprecher. Das kompakte Solarmodul mit rund zwei Metern Zuleitung sorgt auch abseits einer Steckdose für Strom.
Bilderstrecke: Vogelfutterhaus Jaogaus mit Kamera
Dank der verständlichen Anleitung ist der Aufbau unproblematisch und in wenigen Minuten erledigt. Wir verbinden lediglich die Sitzstange per Klickmechanismus mit dem Futterhaus, schrauben die WLAN-Antenne fest und schließen das Solarpanel per USB-C an. Anschließend geht es in den Garten. Da WLAN, Akku und Solarmodul jedes Kabel überflüssig machen, lässt sich das Futterhaus sehr flexibel anbringen. Dabei gilt es nur drei Punkte zu beachten: Die Station sollte außerhalb der Reichweite von Katzen hängen, guten WLAN-Empfang haben und genügend Sonnenlicht für das Solarpanel abbekommen.
Vor der Einrichtung der App schalten wir die Kamera ein und legen optional eine Micro-SD-Karte für lokale Aufnahmen ein. Danach installieren wir die App Tris Home auf dem Smartphone und folgen der Anleitung zum Einbinden der Kamera. Das klappt auf Anhieb und dauert etwa fünf Minuten. Ein Manko: Die Kamera funkt ausschließlich im 2,4-GHz-Band, mit 5-GHz-WLAN kommt sie nicht klar. Immerhin darf das 5-GHz-Netz unseres Routers während der Einrichtung aktiv bleiben.
Ab jetzt ist die Futterhauskamera einsatzbereit und meldet sich, sobald ein Vogel vor der Linse auftaucht. Die bei Bewegungserkennung automatisch angefertigten Videos landen auf der Speicherkarte und sind dort jederzeit abrufbar. Optional bietet Jaogaus eine kostenpflichtige Cloud-Anbindung mit KI-gestützter Vogelerkennung an. Neben der Information, welche Vogelart zu Besuch war, liefert die automatische Erkennung eine praktische Zusatzfunktion: den Eichhörnchen-Alarm. Bemerkt die Kamera ein Eichhörnchen am Vogelfutter, spielt sie ein Alarmsignal ab, um den ungebetenen Gast zu vertreiben. Wer unsicher ist, ob sich die Zusatzkosten lohnen, testet den Dienst zunächst sieben Tage kostenlos.
Nach dem Aufhängen ist erst einmal Geduld gefragt. Erfahrungsgemäß benötigen die Gartenbewohner etwas Zeit, um sich an eine neue Futterquelle zu gewöhnen. Nach ein bis zwei Tagen ist es so weit und die ersten Vögel trauen sich heran. Anfangs bleiben sie noch unsicher und nur kurz, probieren das Angebot aber immerhin aus. Dass es hier etwas zu holen gibt, spricht sich anschließend schnell herum. Nach knapp einer Woche besuchen immer mehr und ganz unterschiedliche Vögel das smarte Futterhaus.
Das wissen wir allerdings nicht, weil wir uns stundenlang im Garten auf die Lauer gelegt haben, sondern weil die App erfreulich zuverlässig arbeitet. Während des Probeabos wertet zusätzlich die KI die Aufnahmen aus und benennt nach Möglichkeit die Vogelart.
Aufzeichnung, Speicherung, automatische Klassifizierung und Benachrichtigung funktionieren im Test zuverlässig. So sehen wir nicht nur, wie häufig Vögel die Futterstelle ansteuern, sondern auch, welche Arten. Kommen zu Beginn vorwiegend Spatzen und Amseln, tauchen später auch Kohlmeise, Star und Rotkehlchen auf. Unfehlbar ist die KI zwar nicht, die Trefferquote fällt aber erfreulich hoch aus.
Lediglich die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung passen wir nach einigen Tagen noch an. Ist sie zu hoch eingestellt, filmt die Kamera auch den Hund im Hintergrund oder die Kinder auf der Terrasse.
PreisJaogaus verlangt für sein Futterhaus mit Kamera rund 40 Euro, was wir für sehr fair halten. Die optionale Cloud-Anbindung mit KI-Vogelerkennung und Eichhörnchen-Alarm kostet etwa 36 Euro pro Jahr, was ebenfalls angemessen ist. Zum Ausprobieren steht ein kostenloses Probeabo bereit.
FazitDas smarte Vogelfutterhaus von Jaogaus ist günstig und in Kombination mit der kostenpflichtigen KI richtig clever. Wer laufende Kosten vermeiden möchte, nutzt die Kamera einfach ohne Vogelerkennung und speichert die Aufnahmen lokal. Eine derart hohe Langzeitmotivation bot bisher nur der deutlich teurere Testsieger von Birdfy.
Gut gefallen uns die ordentliche Bildqualität, die zuverlässige Bewegungserkennung und die Möglichkeit, lokal zu arbeiten. Wer zusätzlich die Vogelarten automatisch bestimmen lassen möchte, kommt um die kostenpflichtige Cloud-Anbindung allerdings nicht herum.
Im Vergleich zu anderen günstigen Vogelhäusern mit Kamera bietet das Modell von Jaogaus eine deutlich bessere Bildqualität und eine durchdachte App. Ein ähnlich smartes Futterhaus mit Kamera kostet sonst spürbar mehr.
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