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Betrug im Onlinehandel: 120.000 Fake-Shops kopieren Händler

Дата публикации: 08-10-2026 12:18:00

Die betrügerischen Seiten kopieren echte Händler, kassieren Geld und können Kreditkartendaten abgreifen.

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Ein IT-Unternehmer hat ein Netzwerk mit Fake-Shop-Domains entdeckt. Die betrügerischen Seiten kopieren echte Händler, kassieren Geld und können Kreditkartendaten abgreifen.

Der IT-Unternehmer Benedikt Scheungraber entdeckte vom Münchner Café Kuchentratsch vier gefälschte Seiten. Diese übernahmen das Logo, Bilder und Formulierungen des echten Onlineshops. Es handelte sich zwar nicht um eine vollständige Kopie, die Ähnlichkeit war jedoch groß.

Ausgangspunkt der Recherche waren mehrere Meldungen von Shop-Betreibern. Die gefälschten Internetseiten hatten eine gemeinsame Endung: „.shop“. Scheungraber analysierte daraufhin den gesamten Bestand entsprechender Domains mithilfe künstlicher Intelligenz. Seine Programme durchsuchten das Internet ein ganzes Wochenende lang. Am Ende stieß er auf rund 120.000 betrügerische Seiten. Für ihn deutet die Größe des Netzwerks auf professionell organisierte Kriminalität hin.

Gefälschte Seiten setzen Händler unter Druck

Für die betroffenen Händler entstehen erhebliche Belastungen. Die Trachtendesignerin Kinga Maté aus München entdeckte sogar ein Foto von sich auf einer gefälschten Seite. Sie meldet die Seiten, erstattet Anzeige und beauftragt eine Agentur mit rechtlichen Schritten. Dennoch tauchen immer wieder neue Angebote auf.

Bestellen Kundinnen und Kunden bei den falschen Shops, erhalten sie keine Ware. Zudem können die Seiten Zahlungsdaten speichern. In einem ähnlichen Fall wurden Kreditkartendaten genutzt, um Karten in digitale Handy-Wallets einzubinden. Die dafür nötigen Bestätigungscodes lasen die Täter live mit.

Internationale Strukturen erschweren die Ermittlungen

Die Ermittlungen werden dadurch erschwert, dass Cyberkriminalität international organisiert ist, während die Befugnisse deutscher Behörden an den Landesgrenzen enden. Experten fordern deshalb eine bessere internationale Zusammenarbeit und Maßnahmen gegen die Serverstrukturen hinter den Fake-Shops. Fast 100.000 der entdeckten Betrugsseiten sind weiterhin online.

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