Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Christiane Benner: „Wollen nicht als Lifestyle-Teilzeitler beschimpft werden“

Дата публикации: 23-10-2026 06:01:00

Christiane Benner ist vielleicht die mächtigste Frau der deutschen Wirtschaft. Im Interview spricht sie über die Stimmung und die Zukunft in der Autoindustrie.

Основное содержимое страницы с новостью.

Sie ist vielleicht die mächtigste Frau der deutschen Wirtschaft: Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall und Aufsichtsrätin bei Volkswagen verhandelt für über 3,7 Millionen Beschäftigte um neue Tariflöhne unter anderem für Volkswagen. Im Interview spricht sie über die Stimmung in der Belegschaft und die Zukunft der Autoindustrie.

Für über 3,7 Millionen Beschäftigte verhandelt ihre Gewerkschaft die Tariflöhne. Fünf Prozent lautet die aktuelle Forderung für die Beschäftigten der Automobil-, Elektrotechnik-, Rüstungs- und Maschinenbauindustrie. In wenigen Tagen endet die Friedenspflicht – ab dann darf gestreikt werden.

Benner ist keine Klassenkämpferin, sondern eine für die Arbeitgeber verlässliche Sozialpartnerin. Eben erst hat sie im VW-Aufsichtsrat dem Zukunftsplan mit neun Prozent Zielrendite zugestimmt. Der Vorstand rechnet dafür mit einem weiteren Abbau von 50.000 Stellen, zusätzlich zu den 50.000, deren Abbau seit 2024 mit der IG Metall vereinbart ist.

Bei der Pioneer-Konferenz „Auto-Deutschland neu denken“ habe ich mit ihr ausführlich gesprochen – über die Krise der Autoindustrie, die Mitverantwortung der Gewerkschaften und die Unruhe in den Belegschaften. Das Interview hören Sie im Morning Briefing Podcast. Hier die Kurzfassung für den eiligen Leser:

Frau Benner, die Autoindustrie und ihre Zulieferer entlassen überall in Deutschland Menschen. Wie ist die Stimmung in den Belegschaften?

Christiane Benner: Extrem angespannt und kämpferisch. Einigen läuft da gerade echt die Galle über. Die Menschen wollen nicht als zu faul, als Lifestyle-Teilzeitler, als zu krank beschimpft werden.

100.000 Arbeitsplätze hat VW-Chef Oliver Blume im Podcastgespräch zur Disposition gestellt, mit Ihrer Zustimmung, sagt er. Der Konzernvorstand hat fast alle Tarifverträge gekündigt, auch mit dem Betriebsrat zusammen, hat er gesagt. Der Betriebsrat widersprach. Was ist da los?

ANZEIGE

ANZEIGE

Benner: Wir haben uns über die Kommunikation nach dieser Aufsichtsratssitzung geärgert. Wir arbeiten an einem sehr komplexen Zukunftsbild für diesen Konzern. Der Konzern braucht das auch. Und da war es sehr ärgerlich, dass der Fokus plötzlich nur noch auf den vier Werken lag, die geschlossen werden sollen, und auf den 50.000 Arbeitsplätzen, die eine Rechengröße sind.

ThePioneer Morning Briefing

Gabor Steingart ThePioneer

Aber was heißt hier Rechengröße?

Benner: Es sollen Kosten eingespart werden, damit am Ende eine Rendite von neun Prozent steht.

  • Mehr Analysen von Gabor Steingart? Jetzt das The Pioneer Morning Briefing abonnieren und werktäglich im Postfach lesen. Hier anmelden

Und dem haben Sie doch zugestimmt, auch dieser Zielrendite von neun Prozent, richtig?

Benner: Diesen Rahmenbedingungen, dieser Kennzahl haben wir zugestimmt. Und die Frage ist einfach: Wie komme ich dahin? Wo spare ich? Wo kann ich an den Kosten arbeiten? Aber ich sage Ihnen ehrlich: Wenn Emden und Zwickau zumachen würden – das sind strukturschwache Regionen, die Menschen haben keine Möglichkeit, woanders zu arbeiten. Das heißt, wir tun alles, um die Perspektiven für eine Fortführung zu finden, ob das Automodelle sind oder andere industrielle Anwendungen – humanoide Robotik etwa. Wir gucken auch beim Thema Rüstung.

Aber besser wäre doch, Sie würden Autos bauen und verkaufen, oder?

Benner: Ja, klar.

Aber warum verkaufen Sie keine Autos?

Benner: Machen wir ja auch.

Aber warum produzieren Sie nicht zu den richtigen Bedingungen die richtigen Autos? In Wolfsburg im Stammwerk herrscht gähnende Leere, nur rund 600.000 von einer Million möglichen Fahrzeugen pro Jahr laufen vom Band. Was ist falsch mit den Autos? Was ist falsch mit den Preisen?

Benner: Zum Glück gibt es jetzt den ID. Polo, der bringt es inzwischen auf über 100.000 Bestellungen. Das heißt, dieser Konzern scheint in der Lage zu sein, endlich wieder Autos zu bauen, die die Menschen auch wollen und bezahlen können. Der Preis liegt unter 25.000 Euro.

Welche Rolle spielen bei der Gesamtbetrachtung für Sie Fehler des Managements?

Benner: Dieser Konzern hat 35 Milliarden Euro Dieselstrafen weggeatmet. Das Geld könnten wir jetzt echt gut für Investitionen brauchen. Und dann sitze ich in einer Aufsichtsratssitzung, und es kommt raus: 4,7 Millionen Fahrzeuge müssen wegen einer Schraube in der Lenkung zurückgerufen werden. Wissen Sie, dann denken unsere Leute: Was soll ich denn hier noch an Arbeitskosten einbringen? Wir sind mit dem Lohnniveau runtergegangen. Wir haben auf Bonuszahlungen verzichtet. Die Leute haben länger gearbeitet. Und dann passieren solche Fehler, die das alles wieder zunichtemachen. Das macht doch nicht der Blaumann am Band.

Aber ist der tiefe Fall von VW nicht größer, Frau Benner? Wenn ein Konzern, der 660.000 Menschen beschäftigt, sich auf einmal von 100.000 Menschen verabschiedet, dann muss etwas anderes passiert sein. Wo ist nach Ihrer Analyse die Unternehmensführung falsch abgebogen?

Benner: Wir haben ein Thema mit der Kapazitätsauslastung. Es werden einfach weniger Fahrzeuge produziert.

Weil sie keiner kauft.

Benner: Wir waren mal bei 10,7 Millionen Fahrzeugen, und jetzt gibt es Planungen zwischen acht und neun Millionen. Das ist ein trauriger Rückgang. Aber deswegen haben wir ja 2024 diesen Anpassungen auf der Belegschaftsseite zugestimmt, weil wir die Realitäten sehen.

Sind Sie – und damit meine ich auch Ihre Vorgänger – nicht auch mit schuld an dieser Lage? Die IG Metall saß immer mit im Auto und hatte eine Hand am Lenkrad.

Benner: Was wollen Sie jetzt hören?

Ich würde gern erfahren, ob Sie eine Eigenverantwortung der Gewerkschaften und der IG Metall für diese Situation sehen, in der 100.000 Ihrer Kollegen gehen müssen?

Benner: Wir tragen ja die Verantwortung mit, sonst hätten wir diesen Abschluss 2024 nicht gemacht. Aber ich will noch mal sagen: Uns gehört das Unternehmen nicht. Und ich verdiene auch keine neun Millionen Euro im Jahr.

Fünf Prozent mehr Gehalt fordern Sie jetzt für die Tarifbeschäftigten. Wie soll das gehen? In einem Markt, der nicht verkauft?

Benner: Ich habe im Durchschnitt 10,7 Prozent Arbeitskosten in der deutschen Automobilindustrie, bei einigen natürlich mehr. Bei den Problemen, die wir nun haben – Regulation, Innovationsgeschwindigkeit, chinesischer Markt, Trumps Zölle –, auf diesen Hebel zu fokussieren, ist zu kurz gesprungen.

Einige Vorstände träumen von der Rückkehr zur 40-Stunden-Woche – ohne Lohnausgleich.

Benner: 40-Stunden-Woche – das ist so, als würde ich Mercedes erklären: Ihr baut jetzt mal Autos ohne Stern drauf. Die 35-Stunden-Woche ist ein Punkt der Identität der IG Metall.

Herrscht bei Ihnen Streikstimmung?

Benner: Mindestens mal Warnstreikstimmung. Das muss ich so sagen, weil die Leute in Teilen einfach die Faxen dicke haben.

Vielen Dank, Christiane Benner, für das Interview.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Глава объединения промышленников Германии сообщила о быстром ухудшении ситуации в отрасли06.526-07-2026
2Acea-Daten: Elektroautos bringen Europas Automarkt wieder in Schwung013.9927-05-2026
3Preise, Qualität, E-Auto – die wahren Gründe der VW-Krise019.1714-07-2026
4Хватит прижиматься к миллиардерам: Вагенкнехт призвала к войне с «лобби влиятельных»08.103-08-2026
5Expertin rät: So schließt du die Rentenlücke Schritt für Schritt.5702-07-2026
6Ems-Chemie arbeitet nun profitabler als die Basler Pharma. Wie schafft das ihre Chefin?2610-07-2026
7Frauen in Führungspositionen: Die gläserne Decke ist kein Zufall 07.3519-10-2026
8Глава Минэкономики ФРГ выступила за реформирование системы выплаты пособий0004-08-2025
9Елена Батурина возглавила список богатейших женщин России по версии Forbes0025-10-2018
10"Trop chères les Skoda?" Les réponses de Julien Bessière, patron de la marque en France04.9218-10-2026

Классификация: . Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 9.74. Источник: rss.focus.de.