BMW will seine Rendite bis 2028 auf 3 bis 5 Prozent steigern – und dies unter anderem durch eine Fokussierung auf weniger Modelle erreichen. Am heutigen Kapitalmarkttag präzisiert der Autobauer seine Umbaupläne.
Der Münchner Autobauer BMW will mit weniger Modellen und einer stärkeren Lokalisierung den Weg aus der Krise finden. Damit solle die Rendite bis 2028 auf 3 bis 5 Prozent gesteigert werden, von einem bis 3 Prozent im laufenden Jahr, schrieb Bernstein-Analyst Stephen Reitman am Mittwoch in einer Kurzstudie zum Kapitalmarkttag des Unternehmens.
Ab Anfang der 2030er-Jahre traue sich BMW wieder zu, das langfristige Ziel einer Rendite im Autogeschäft von 8 bis 10 zu erreichen. „BMW versteht, dass die Lösung nicht schlichtes Sparen ist“, schrieb der Analyst. „Es gehört auch dazu, Wachstum mit innovativen Produkten anzustreben. Die Neue Klasse ist dabei im Kern einer Erholung.“
BMW veranstaltet derzeit seinen Kapitalmarkttag und informiert dabei über seine Strategie für die kommenden Jahre. Im Laufe des Tages werden nach Angaben eines Sprechers weitere Informationen erwartet.
BMW nimmt zum Beispiel beim wichtigen 3er den Diesel aus dem Programm. Beim neuen Modell, das in Kürze vorgestellt wird, fällt der Selbstzünder aus dem Programm, wie der Konzern bestätigte. In der achten Generation des 3ers, den BMW selbst als „Herz der Marke“ bezeichnet, wird es dann neben dem bereits vorgestellten vollelektrischen i3 noch einen Benziner, sowie Hybrid- und Plug-in-Hybride mit Benzinmotor geben.
Im Sommer hatte BMW angekündigt, bis zum kommenden Jahr rund 8000 Arbeitsplätze zu streichen. Die Stellen fallen insbesondere in der Verwaltung und Entwicklung, insbesondere in München, weg. Die Werke sind nicht betroffen. Die Werke in Europa und den USA seien nach Angaben von BMW voll ausgelastet, schrieb Analyst Reitman, in China gebe es Handlungsbedarf.
BMW-Chef Milan Nedeljkovic (57) habe deutlich gemacht, dass es ihm nicht nur um Einsparungen gehe, so Reitman. BMW organisiere sich vielmehr grundlegend neu, was das Entwickeln von Autos, den Verkauf, den Einkauf von Komponenten oder die Zusammenarbeit mit Partnern angehe.
Wachstumschancen verspricht sich der Autobauer dem Analysten zufolge bei großen Fahrzeugen in den USA. Geplant sei, ein Auto oberhalb des SUV X7 auf den Markt zu bringen. In China solle eine stärkere Lokalisierung die Wende bringen, zudem solle das Händler-Netzwerk weiter angepasst werden.
Schub bei der Rendite bringen zum einen die bereits geplanten Einsparungen beim Personal. Zudem sollen die Investitionen nach der Entwicklung der neuen Klasse nun schrittweise zurückgefahren werden. Hinzu komme ein bilanzieller Effekt: BMW hatte 2022 die Kontrolle über das China-Geschäft übernommen und die Kosten dafür auf die Folgejahre verteilt. Dieser Effekt falle 2028 weg.
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BMW leidet vorwiegend unter dem Zusammenbruch des Verbrenner-Marktes in China nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs und dem damit verbundenen Ölpreisanstieg und kappte im Sommer seine Prognose. Bei Elektroautos spielen die Münchner auf dem weltweit größten Automarkt bislang kaum eine Rolle. Das soll sich mit dem iX3 als dem ersten Modell der neuen Klasse ändern, das in den kommenden Monaten auch in China auf den Markt kommt.
In Europa wird das Fahrzeug im neuen Werk in Debrecen in Ungarn gefertigt. Bislang wurden mehr als 100.000 Exemplare verkauft, die Fertigung wird schneller hochgefahren als ursprünglich geplant. Auch die ersten Anzeichen aus China seien vielversprechend, sagte Reitman.
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