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Verbrenner-Aus: Kompromiss in der EU rückt näher

Дата публикации: 23-10-2026 16:46:00

Erst einigten sich Deutschland und Frankreich, dann die Spitzen von EVP, Sozialdemokraten und Liberalen. Jetzt gab es einen wichtigen Zwischenschritt.

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Stand: 23.10.2026, 18:46 Uhr

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Tankstelle

Tankstelle: Wahrscheinlich werden auch nach 2035 noch Neuwagen mit Verbrennungsmotoren neu zugelassen. © Aral

Erst einigten sich Deutschland und Frankreich, dann die Spitzen von EVP, Sozialdemokraten und Liberalen. Jetzt gab es einen wichtigen Zwischenschritt.

Der Verbrenner-Kompromiss der drei großen Fraktionen im Europaparlament hat seine erste Probe bestanden. In den Ausschüssen für Industrie und Verkehr bekam der Entwurf von Konservativen (EVP), Sozialdemokraten (S&D) und Liberalen (Renew) am Donnerstag (22. Oktober) die für eine Mehrheit nötigen Stimmen zusammen. Die drei Fraktionen wollen das CO₂-Reduktionsziel für Neuwagen ab 2035 auf 87,5 Prozent senken.

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Schon am Dienstag hatten die Fraktionsspitzen den Kompromiss ausgehandelt. Doch unter den S&D-Abgeordneten regte sich Unzufriedenheit. Und so üppig ist die Mehrheit der drei Fraktionen nicht: Gemeinsam verfügen die drei Fraktionen über 397 der 720 Sitze im Parlament. Das sind 36 mehr als für eine absolute Mehrheit nötig.

Zügige Einigung

Doch nun stehen die Chancen auf eine zügige Einigung gut – auch, weil Deutschland und Frankreich sich bereits auf einen gemeinsamen Vorschlag geeinigt hatten.

Dieser ähnelt in wesentlichen Punkten der Einigung der drei Fraktionsvorsitzenden. Damit haben sich die beiden größten EU-Staaten und die drei Fraktionen der Mitte im Parlament einander angenähert. Nach Brüsseler Logik sollte damit eine schnelle Verabschiedung gelingen.

Der Entwurf der drei Fraktionen liegt der Automobilwoche vor. Demnach soll das CO₂-Reduktionsziel für 2035 von ursprünglich 100 auf 87,5 Prozent sinken. Damit verabschieden sich die Abgeordneten von der bisherigen Vorgabe, nach der neue Autos ab 2035 im Fahrbetrieb kein CO₂ mehr ausstoßen dürfen. Grund dafür ist, dass sich Elektroautos langsamer durchgesetzt haben als erwartet.

Grüner Stahl wird wichtig

Bereits im Dezember 2025 hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, das Reduktionsziel auf 90 Prozent zu senken. Allerdings sollten Hersteller einen Teil ihrer Emissionen durch den Einsatz von CO₂-armem Stahl und alternativen Kraftstoffen ausgleichen dürfen.

Deutschland und Frankreich fordern dagegen eine Reduktion um 90 Prozent ohne solche Gutschriften. Die drei Fraktionen im Europaparlament wollen die Vorgaben nun noch stärker lockern.

Auch in ihrem Entwurf spielt CO₂-armer Stahl eine wichtige Rolle. Die Hersteller sollen nach den Vorstellungen der Parlamentarier 7,5 Prozent der Emissionen durch dessen Einsatz ausgleichen können. Weitere Erleichterungen sehen die Fraktionen bei der Berechnung der CO₂-Flottenwerte vor.

Supercredits für Socialleasing und Transporter

So sollen bestimmte Elektroautos stärker angerechnet werden als andere: mit sogenannten Supercredits. Für kleine Elektroautos ist der Faktor 1,4 vorgesehen, für besonders sparsame Modelle 1,2. Elektroautos, die über staatlich geförderte Leasingprogramme an Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen vergeben werden, sollen mit dem bis zu 1,5-Fachen zählen.

Auch kleine, in Europa gebaute Elektrotransporter sollen von solchen Gutschriften profitieren. Die Hersteller könnten dadurch mehr Verbrenner verkaufen, ohne die vorgeschriebenen CO₂-Flottenwerte zu überschreiten.

Die EU-Kommission will diese Sonderregel nur für kleine Elektroautos mit einer Länge von höchstens 4,20 Metern zulassen. Deutschland und Frankreich wollen dagegen sämtliche in der EU gebauten Elektroautos begünstigen.

Im Dezember finaler Beschluss?

Auch bei alternativen Kraftstoffen stimmen die drei Fraktionen weitgehend mit Deutschland und Frankreich überein. Sie wollen eine eigene Fahrzeugklasse für Verbrenner schaffen, die ausschließlich mit CO₂-neutral hergestellten Kraftstoffen betrieben werden. Zudem sollen Plug-in-Hybride vorerst nicht strenger bewertet werden.

Bis 2029 soll der sogenannte Utility-Faktor unverändert bleiben. Er bestimmt, welcher Anteil der gefahrenen Kilometer bei Plug-in-Hybriden rechnerisch auf den Elektromotor entfällt. Je höher dieser Anteil ausfällt, desto geringer sind die für den Hersteller angerechneten CO₂-Emissionen.

Anfang November könnte der Umweltausschuss des Europaparlaments über den gemeinsamen Entwurf abstimmen. Eine Entscheidung im Plenum könnte Anfang Dezember folgen. Danach müssten sich Parlament und EU-Staaten noch auf den endgültigen Gesetzestext einigen.

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