Das Landgericht Ellwangen hat einen Mann wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte seine Ehefrau in Schrozberg mit einer Waffe getötet.
Angeklagter sprach von emotionalem Ausnahmezustand
Ehefrau erschossen: Gericht verurteilt Mann wegen Mordes in SchrozbergDas Landgericht Ellwangen hat einen Mann wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte seine Ehefrau in Schrozberg mit einer Waffe getötet.
Am Mittwoch ist in Ellwangen das Urteil gegen einen 38 Jahre alten Mann aus Schrozberg (Kreis Schwäbisch Hall) gefallen. Die Kammer verurteilte ihn wegen Mordes und illegalen Waffenbesitzes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe. Der Mann hatte gestanden, seine Ehefrau im Februar hinter dem gemeinsam betriebenen Dönerimbiss erschossen zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Prozess hatte der Verurteilte zwar gestanden, allerdings von einem emotionalen Ausnahmezustand gesprochen. Die Staatsanwaltschaft war währenddessen von einem heimtückischen Mord ausgegangen. Dieser Ansicht folgte das Gericht.
Mord oder Totschlag? Staatsanwaltschaft sah Mordmerkmale erfülltIn den Plädoyers am Mittwoch lagen Staatsanwaltschaft und Verteidigung zuvor weit auseinander. Laut Staatsanwaltschaft war die Tat am 18. Geburtstag des Sohnes geplant. Der Angeklagte sei davon ausgegangen, dass seine Ehefrau untreu gewesen sei, habe sich dadurch in seiner Ehre verletzt gefühlt. Die Staatsanwaltschaft sprach von Femizid. Der Mann soll seine Frau kaltblütig erschossen haben.
Die Verteidigung hingegen ging von Totschlag aus. Streitigkeiten über die Finanzen hätten sich über Monate hochgeschaukelt. An dem Tag sei es eskaliert und der Mann hätte abgedrückt.
Der Angeklagte saß während des Urteils reglos auf der Anklagebank. Die Plädoyers hatte eine Dolmetscherin für ihn übersetzt. Das Mordmerkal der Heimtücke sah das Gericht als erfüllt, da "der Angeklagte die Arglosigkeit und die [...] bestehende Wehrlosigkeit der Geschädigten bewusst zu deren Tötung ausnutzt hatte", heißt es in der Urteilsbegründung.
SWR-Reporter Jan Arnecke während des Gerichtsprozesses: Prozess mit Zwischenfall: Schöffe ist eingeschlafenZeitweise war unklar, ob der Prozess überhaupt fortgesetzt werden kann: Ein Schöffe war an einem Verhandlungstag, als ein Waffengutachten verlesen wurde, eingeschlafen. Ein Antrag der Verteidigung auf Befangenheit dieses Schöffen wurde allerdings abgewiesen, das Waffengutachten wurde wiederholt.
Schrozberg
Nachdem in Schrozberg eine Frau mutmaßlich von ihrem Mann erschossen wurde, sitzt der Schock tief. Viele Bürger zeigen ihre Anteilnahme, auch eine Spendenaktion wurde gestartet.
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