Den Napf hinstellen und fertig – das reicht vielen Katzen nicht. Verhaltensexpertin Amanda Campion erklärt, was Sie vor dem Füttern tun sollten, damit Ihre Samtpfote wirklich glücklich ist.
Stand: 07.10.2026, 16:00 Uhr

Den Napf hinstellen und fertig – das reicht vielen Katzen nicht. Verhaltensexpertin Amanda Campion erklärt, was Sie vor dem Füttern tun sollten, damit Ihre Samtpfote wirklich glücklich ist.
Viele Katzenhalter stellen den Napf hin – und das war‘s. Dabei beginnt eine artgerechte Fütterung schon weit vor dem ersten Bissen. Katzenverhaltensexpertin Amanda Campion erklärt in einem viralen TikTok-Video, was Sie als Halter vor dem Füttern tun sollten, damit Ihre Samtpfote glücklicher, gesünder und ausgeglichener wird.
Warum das „Wie“ vor dem Futter genauso wichtig ist wie das „Was“Katzen sind von Natur aus Raubtiere. In freier Wildbahn verbringen sie einen Großteil ihres Tages damit, Beute zu beobachten, zu schleichen, zu jagen und schließlich zu fressen. Dieser Ablauf – Jagd, dann Belohnung – ist tief in ihrer Natur verankert. In einem Haushalt fällt ersteres jedoch meistens komplett weg: Der Napf steht einfach da, das Futter liegt drin, fertig.
Das klingt praktisch – aber für die Katze fehlt dabei ein entscheidender Teil ihres natürlichen Verhaltensrepertoires. Die britische Katzenverhaltensexpertin Amanda Campion hat drei konkrete Tipps zusammengestellt, die Sie als Halter direkt umsetzen können – und die einen echten Unterschied machen.
Tipp 1: Erst jagen, dann fressen – die kurze Spieleinheit vor dem FutterWas steckt dahinter?
Amanda Campion empfiehlt, jede Fütterung mit einer kurzen Spieleinheit einzuleiten – idealerweise fünf bis zehn Minuten. Dabei geht es darum, den natürlichen Jagdinstinkt der Katze zu aktivieren: Sie soll die Beute „verfolgen“, „anschleichen“ und schließlich „fangen“ – und erst danach bekommt sie ihr Futter als Belohnung.
So setzen Sie es um:
Warum ist das so wichtig?
Dieser Ablauf ahmt den natürlichen Jagd-Fress-Zyklus nach und sorgt dafür, dass Ihre Katze mental und körperlich ausgelastet ist, bevor sie frisst. Das hat gleich mehrere positive Effekte: Tiere, die vor dem Fressen spielen, fressen ruhiger und gleichmäßiger, neigen weniger zu Schlingproblemen und sind insgesamt ausgeglichener. Außerdem baut das gemeinsame Spiel Stress ab – besonders wichtig für Wohnungskatzen, die wenig Abwechslung haben.
Gut zu wissen: Schon eine kurze Einheit von fünf Minuten reicht aus, um den Jagdinstinkt zu befriedigen. Es muss kein aufwendiges Programm sein – Regelmäßigkeit zählt mehr als Dauer.
Tipp 2: Keramiknapf mit erhöhtem Sockel – für eine Katze ohne KinnakneWas steckt dahinter?
Der zweite Tipp betrifft den Napf selbst – und er ist einfacher umzusetzen, als viele denken. Amanda Campion empfiehlt ausdrücklich einen Keramiknapf, der auf einem erhöhten Sockel steht. Der Grund: Plastikschüsseln und tiefe Näpfe sind häufige, aber unterschätzte Auslöser für ein Problem, das viele Katzenhalter gar nicht kennen – die sogenannte Kinnakne (Feline Akne).
Was ist Kinnakne bei Katzen?Kinnakne zeigt sich als schwarze Punkte oder Krusten am Kinn der Katze – ähnlich wie Mitesser beim Menschen. Sie entsteht, wenn die Talgdrüsen am Kinn verstopfen. Plastikschüsseln sind dabei ein häufiger Mitverursacher, weil sich in den feinen Kratzern der Oberfläche Bakterien ansiedeln, die beim Fressen direkt mit dem Kinn in Kontakt kommen.
Warum Keramik und erhöht?
Keramik hat eine glattere, porenärmere Oberfläche als Plastik. Bakterien finden weniger Halt, der Napf lässt sich gründlicher reinigen.
Erhöhte Näpfe sorgen dafür, dass die Katze beim Fressen nicht so weit nach unten strecken muss. Das reduziert den Druck auf Hals und Nacken und verhindert, dass das Kinn dauerhaft den Napfrand berührt.
So wählen Sie den richtigen Napf:
| Eigenschaft | Empfehlung: |
|---|---|
| Material | Keramik oder Edelstahl |
| Form | Flach und breit – die Schnurrhaare sollten nicht an den Rand stoßen. |
| Höhe | Leicht erhöht, sodass die Katze bequem frisst, ohne den Kopf zu senken. |
| Reinigung | Täglich spülen, regelmäßig in der Spülmaschine reinigen |
Was steckt dahinter?
Wer mehrere Katzen hält, kennt die Szene: Eine Samtpfote verdrängt die andere, eine frisst hastig, die andere traut sich gar nicht erst an den Napf. Amanda Campion betont deshalb: Jede Katze benötigt ihren eigenen Napf – und der sollte an einem ruhigen, ungestörten Ort stehen.
Warum ist das so wichtig?
Katzen sind trotz aller Gemütlichkeit Einzeljäger. Sie teilen ihre Beute in der Natur nicht – und auch in einem Haushalt empfinden viele Stubentiger das gemeinsame Fressen als Stresssituation. Selbst wenn zwei Katzen sich gut verstehen, kann es zu unterschwelliger Konkurrenz kommen, die Sie als Halter vielleicht gar nicht bemerken.
Die Folgen von Fress-Stress sind vielfältig:
So richten Sie die Fressplätze richtig ein:
Gut zu wissen: Auch Einzelkatzen profitieren von einem festen, ruhigen Fressplatz. Stubentiger sind Gewohnheitstiere – ein stabiler Ort gibt ihnen Sicherheit.
Sondertipp: Futter, das wirklich schmeckt – und alle Nährstoffe liefertNeben den drei Haupttipps hat Amanda Campion noch einen wichtigen Zusatz: Geben Sie Ihrer Katze Futter, das sie wirklich genießt und gerne frisst – und das gleichzeitig alle notwendigen Nährstoffe enthält.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Viele Halter orientieren sich beim Kauf hauptsächlich am Preis oder am Angebot – dabei ist die Zusammensetzung des Futters entscheidend für die langfristige Gesundheit der Katze.
Worauf Sie achten sollten:
Gut zu wissen: Ein Futter, das Ihre Katze mit Begeisterung frisst und das gleichzeitig hochwertig zusammengesetzt ist, ist keine Frage des Luxus – es ist eine Investition in ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden.
Fazit: Kleine Veränderungen, große WirkungDie Tipps von Amanda Campion zeigen: Eine artgerechte Fütterung beginnt nicht erst beim Napf, sondern schon davor – mit Spiel, dem richtigen Zubehör und einem durchdachten Fressplatz. Wer diese drei Punkte umsetzt, tut seiner Katze etwas Gutes: körperlich, mental und emotional. Und das Schöne daran ist, dass all diese Veränderungen einfach, günstig und sofort umsetzbar sind.
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