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Gut eingedeckt: Diese Pferdedecken sind im Herbst und Winter sinnvoll

Дата публикации: 10-10-2026 14:00:00

Die Tage werden kürzer und die Nächte kühler. In vielen Ställen beginnt zum Herbst die Eindeckzeit. Doch wann ist welche Decke sinnvoll? Tipps für die Entscheidungsfindung.

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Gut eingedeckt: Diese Pferdedecken sind im Herbst und Winter sinnvoll

Stand: 10.10.2026, 16:00 Uhr

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Ein Pferd mit Decke buckelt im Winter auf der verschneiten Koppel.

Eine Decke muss gut sitzen und darf die Bewegung nicht einschränken. © Frank Sorge/Imago

Die Tage werden kürzer und die Nächte kühler. In vielen Ställen beginnt zum Herbst die Eindeckzeit. Doch wann ist welche Decke sinnvoll? Tipps für die Entscheidungsfindung.

Wenn im Herbst in den Stallgassen die Schermaschinen surren, beginnt spätestens dann für viele Pferdebesitzer die Eindeckzeit. Doch ob geschorenes Sportpferd, Senior oder Weidepferd: Auf vielen Pferderücken liegen Decken. Aber wann braucht ein Pferd überhaupt zusätzlichen Schutz? Welche Decken gehören zur Grundausstattung? Und woran erkennen Pferdebesitzer, ob ihr Pferd friert oder es unter der Decke zu warm ist? Die wichtigste Regel lautet: Die Decke muss zum Pferd, zum Wetter und zur jeweiligen Situation passen.

Gesunde Pferde kommen gut mit Kälte zurecht

Pferde sind von Natur aus gut an kühle Temperaturen angepasst. Die Wohlfühltemperatur oder die thermoneutrale Zone von Pferden liegt zwischen 5 und 15 Grad Celsius. Im Herbst bilden sie ein dichtes Winterfell. Die Haare stellen sich bei Kälte auf. Zwischen ihnen entsteht eine isolierende Luftschicht, die den Körper warmhält. Wie gut ein Pferd niedrige Temperaturen verträgt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

  • Rasse und dem Pferdetyp
  • Alter und vom Gesundheitszustand
  • Ernährungszustand
  • Haltung und dem Platzangebot
  • Bemuskelung
  • Wind, Regen und Sonneneinstrahlung
  • Art und dem Umfang einer Schur

Robuste Pferde mit dichtem Winterfell benötigen häufig keine Decke, wenn sie gesund sind, ausreichend Raufutter erhalten und einen trockenen, windgeschützten Platz nutzen können. Anders kann es bei geschorenen, alten, kranken oder sehr dünnen Tieren aussehen. Auch Nässe und Wind spielen eine wichtige Rolle. Ein trockener, kalter Wintertag belastet ein Pferd oft weniger als feuchtes Wetter mit starkem Wind.

Pferde produzieren Wärme durch Raufutter

Anna Röwekamp, Expertin für Pferdefütterung bei der Equovis GmbH, erklärt, warum Raufutter im Winter besonders wichtig ist: „Die mikrobielle Verdauung von Raufutter erzeugt bei Pferden kontinuierlich körpereigene Wärme. Diese ‚innere Heizung‘ hilft Pferden auch bei kalten Außentemperaturen, ihre Körpertemperatur stabil zu halten. Daher sollte im Winter eine konstante Raufutterversorgung als wichtigste Grundlage der Fütterung vorliegen.“

„Viele Pferde werden im Winter eher zu warm als zu kalt eingedeckt“, ergänzt Michaela Dziuk, Sortimentsmanagerin Textil und Reitsport der Raiffeisen-Märkte. „Entscheidend sind nicht nur die Temperaturen, sondern auch Faktoren wie Schur, Gesundheitszustand, Haltungsform, Witterung und Bewegung. Eine Decke sollte das Pferd unterstützen, nicht belasten oder einschränken.“

Welche Pferdedecken gehören im Herbst und Winter zur Grundausstattung?

Nicht jede Decke erfüllt denselben Zweck. Wann welche Decke sinnvoll ist, verrät dieser Check:

Abschwitzdecke: Nach dem Training trocknen

Eine Abschwitzdecke, wie diese Fleece-Abschwitzdecke der Marke Kantrie, gehört für viele Pferdebesitzer zur Grundausstattung. Sie kommt nach dem Training oder einem längeren Ausritt zum Einsatz, wenn das Fell feucht ist. Das atmungsaktive Material nimmt Feuchtigkeit auf und transportiert sie nach außen. So kann das Fell schneller trocknen. Die Decke sollte nur so lange auf dem Pferd bleiben, wie sie ihren Zweck erfüllt. Wird sie selbst feucht, muss sie gewechselt oder abgenommen werden.

Eine Abschwitzdecke:

  • unterstützt das Trocknen des Fells.
  • transportiert Feuchtigkeit nach außen.
  • schützt das feuchte Pferd vor Zugluft.
  • eignet sich für die Zeit vor oder nach dem Training.
Regendecke: Schutz vor Nässe und Wind

Eine Regendecke schützt das Pferd auf Paddock oder Weide vor Regen und Wind. Sie ist wasserdicht, besitzt meist keine oder nur eine leichte Füllung und sollte atmungsaktiv sein. Besonders wichtig sind eine gute Passform und ein zum Wetter passendes Modell. Eine ungefütterte Regendecke kann das Winterfell flach drücken. Dadurch verliert letzteres einen Teil seiner natürlichen Isolationswirkung. Eine solche Decke ist deshalb nicht bei jedem ungeschorenen Pferd und nicht bei jeder Temperatur sinnvoll.

Eine Regendecke sollte:

  • wasserdicht und möglichst atmungsaktiv sein.
  • genügend Bewegungsfreiheit bieten.
  • an Brust, Schulter und Widerrist gut sitzen.
  • sicher verschlossen sein.
  • regelmäßig auf nasse Stellen und Schäden geprüft werden.
Outdoordecke: für Weide und Paddock

Outdoordecken eignen sich für Pferde, die Zeit im Freien verbringen. Sie verbinden Wetterschutz mit einem robusten Außenmaterial. Je nach Modell besitzen sie keine, eine leichte oder eine stärkere Füllung. Vor allem im Herbst kann eine leichte Outdoordecke bei wechselhaftem Wetter sinnvoll sein. Für bewegungsfreudige Pferde sollte sie genügend Platz an Schulter und Brust lassen. Scheuerstellen, verrutschte Gurte oder Druck am Widerrist zeigen, dass die Passform nicht stimmt. Für den Winter gibt es Outdoordecken mit wärmender Füllung, wie diese Outdoordecke der Marke Kantrie. Sie kommen vorrangig bei geschorenen Pferden sowie bei alten, kranken oder empfindlichen Tieren infrage.

Die Grammangabe beschreibt die Menge des Füllmaterials. Sie liefert einen Anhaltspunkt für die Wärmeleistung, sagt aber nicht allein, ob die Decke angemessen ist. Auch das Material, der Schnitt, das Unterfell und die Wetterlage beeinflussen, wie warm es unter der Decke wird. Für geschorene Pferde können folgende Werte als grobe Orientierung dienen:

  • bei milder Witterung um 10 Grad Celsius: etwa 50 Gramm
  • bei niedrigen einstelligen Temperaturen: etwa 100 Gramm
  • bei einstelligen Minusgraden: etwa 200 Gramm
  • bei Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius: 300 Gramm oder mehr

Diese Angaben sind keine feste Deckenregel. Im Zweifel ist eine etwas leichtere Decke oft besser als eine zu warme. Unterdecken können das Deckensystem ergänzen. Pferdebesitzer sollten dabei darauf achten, dass zusätzliche Schichten nicht drücken, scheuern oder die Bewegung einschränken.

Stalldecke: Wärme in geschützten Bereichen

Stalldecken sind für trockene, geschützte Bereiche gedacht. Sie besitzen keinen ausreichenden Schutz vor Regen und eignen sich deshalb nicht für den ungeschützten Aufenthalt im Freien. Eine Stalldecke kann für geschorene oder empfindliche Pferde sinnvoll sein, wenn es im Stall kühl ist. Wie bei jeder Decke muss die Füllung zur Temperatur passen. Auch im Stall kann es über den Tag wärmer werden.

Ausreitdecke: Schutz während der Bewegung

Ausreitdecken bedecken vorrangig die Kruppe und den Rücken des Pferdes. Je nach Material schützen sie vor Kälte, Wind oder Regen. Sie können geschorene und empfindliche Tiere während des Aufwärmens, in Schrittphasen oder bei ruhigen Ausritten unterstützen. Während einer intensiven Trainingseinheit kann die Decke dagegen schnell zu warm werden.

Pferdedecken reinigen lassen

Schweiß, Haare und Schmutz setzen sich im Gewebe einer Pferdedecke fest. Deshalb sollten Pferdebesitzer ihre Decken regelmäßig reinigen und vor dem nächsten Einsatz vollständig trocknen lassen und Outdoordecken imprägnieren. Viele Raiffeisen-Märkte bieten einen Reinigungsservice für Pferdedecken an. Je nach Angebot können Kundinnen und Kunden ihre Decken dort zur fachgerechten Reinigung abgeben.

So erkennen Sie, ob die Decke angemessen ist

Der einfachste Praxistipp ist gleichzeitig der effektivste: Greifen Sie regelmäßig mit der Hand unter die Decke. Fühlt sich das Fell angenehm warm und trocken an, ist die Decke meist passend gewählt. Feuchte Stellen oder Schweiß deuten dagegen darauf hin, dass die Decke zu warm ist. Kalte Hautpartien können ein Hinweis darauf sein, dass das Pferd Unterstützung benötigt.

Michaela Dziuk empfiehlt: „Pferdebesitzer sollten ihr Eindeckmanagement regelmäßig überprüfen. Wetterumschwünge, Sonneneinstrahlung oder veränderte Trainingsintensitäten können dazu führen, dass eine Decke morgens passt und nachmittags bereits zu warm ist.“

Nicht nur die Füllung zählt. Eine Decke muss gut sitzen und darf die Bewegung nicht einschränken. Die Vorderkante sollte vor dem Widerrist liegen. An Schulter und Brust braucht das Pferd ausreichend Platz. Gleichzeitig darf die Decke nicht so weit sein, dass sie nach hinten rutscht oder sich verdreht. Auch Kreuzgurte, Schweifriemen und mögliche Beinschnüre müssen korrekt eingestellt sein. Zu lange Gurte bergen ein Verletzungsrisiko. Zu kurze Gurte können drücken und scheuern oder die Decke nach hinten ziehen. Kontrollieren Sie die Decke deshalb täglich auf:

  • Scheuerstellen
  • Druckpunkte
  • beschädigte Verschlüsse
  • offene Nähte und Risse
  • verdrehte oder zu lange Gurte
  • Feuchtigkeit auf der Innenseite
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Braucht ein ungeschorenes Pferd im Winter eine Decke?
Nicht grundsätzlich. Ein gesundes, robustes Pferd mit dichtem Winterfell kommt häufig ohne Decke aus, wenn es genug Raufutter erhält und einen trockenen, windgeschützten Platz nutzen kann. Wind, Nässe, Alter, Gesundheits- und Ernährungszustand müssen dennoch berücksichtigt werden.

Kann eine Regendecke das Pferd weniger warmhalten?
Bei einem ungeschorenen Pferd kann eine ungefütterte Regendecke das Winterfell flach drücken. Dadurch verliert das Fell einen Teil seiner natürlichen Isolationswirkung. Ob die Decke sinnvoll ist, hängt deshalb vom Pferd und von der Wetterlage ab.

Was beeinflusst die Entscheidung, ob ein Pferd eine Decke braucht?
Ob ein Pferd im Herbst oder Winter eine Decke benötigt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen Schur, Alter, Gesundheits- und Ernährungszustand sowie die Haltungsform. Auch Bewegung, Wind, Regen und die jeweiligen Temperaturen spielen eine wichtige Rolle. Deshalb sollte die Entscheidung immer individuell für jedes Pferd getroffen werden.

Transparenzhinweis

Dieser Artikel ist erstmals auf agravis.de erschienen. Die AGRAVIS Raiffeisen AG betreibt Landtiere.de in Kooperation mit Ippen Digital Media.

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