Merethe Sutton verliert innerhalb von zwei Jahren zwei Jobs und die Aussicht auf eine lebenslange Zusatzrente. Trotz rund 250 Bewerbungen findet die Norwegerin keine neue Stelle.
Merethe Sutton verliert innerhalb von zwei Jahren zwei Jobs und die Aussicht auf eine lebenslange Zusatzrente. Trotz rund 250 Bewerbungen findet die Norwegerin keine neue Stelle.
Sutton steht kurz vor ihrem 62. Geburtstag vor finanziellen Schwierigkeiten. Innerhalb von zwei Jahren verlor sie zwei Arbeitsplätze und ihren erwarteten Anspruch auf eine norwegische Zusatzrente. Nun fürchtet sie, ihr Haus bei Bergen verkaufen zu müssen, wie das norwegische Portal „FriFagbevegelse“ berichtet.
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2024 verlor Sutton ihre Stelle beim Bildungsanbieter AOF, als das Unternehmen Insolvenz anmeldete. Anschließend fand sie einen neuen Job beim Kursanbieter Lingu. Doch nach einer internen Versetzung galt für sie die benötigte Tarifvereinbarung nicht mehr. Damit verlor sie die Chance auf die Zusatzrente. Deren Gesamtwert schätzte sie auf rund 1,5 Millionen norwegische Kronen (etwa 140.000 Euro).
Später baute ihr neuer Arbeitgeber Personal ab und kündigte ihr. Seit dem vergangenen Jahr hat die 62-Jährige nach eigener Schätzung rund 250 Bewerbungen verschickt, ohne zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Sie vermutet, dass ihr Alter ihre Chancen schmälert.
Ohne die Zusatzleistung reichen ihre Rentenansprüche laut „FriFagbevegelse“ nicht für einen Ruhestand mit 62 Jahren. Findet Sutton keine neue Arbeit und muss von Arbeitslosengeld leben, droht der Hausverkauf. Dies belastet die Familie besonders. In dem Haushalt lebt auch eine erwachsene Tochter, die aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung auf die Nähe ihrer Eltern angewiesen ist. „Wir müssen Platz für unsere Tochter haben“, sagt Sutton dem Portal.
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Auch in Deutschland haben ältere Menschen nach einem Jobverlust häufig Schwierigkeiten, wieder Arbeit zu finden. Laut einem im Februar 2026 veröffentlichten Bericht der Bundesagentur für Arbeit waren zwischen Oktober 2024 und September 2025 durchschnittlich 47 Prozent der Arbeitslosen ab 55 Jahren langzeitarbeitslos, also seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung. Bei den 25- bis unter 55-Jährigen lag dieser Anteil bei 34 Prozent.
Insgesamt waren rund 338.000 Menschen ab 55 Jahren langzeitarbeitslos, etwa 32.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bundesagentur erklärt, dass ältere Arbeitslose deutlich seltener in eine Erwerbstätigkeit zurückkehren. Gesundheitliche Einschränkungen oder eine fehlende berufliche Qualifikation können die Jobsuche zusätzlich erschweren.