Geschäftsstelle der Krankenkasse AOK soll am 9. Dezember erstmals für Kunden öffnen.
Wuppertal · Geschäftsstelle der Krankenkasse AOK soll am 9. Dezember erstmals für Kunden öffnen.
20.10.2026 , 08:49 Uhr
Noch ist das Gebäude an der B7 eingerüstet.
Foto: Florian SchmidtEs ist sechs Etagen hoch und prägt auch mit Baugerüst schon die Kreuzung zwischen Gericht und Einkaufszentrum Wicküler City: Das neue Bürogebäude der Clees-Gruppe mit der Adresse Friedrich-Angels-Alle 47 ist fast fertig. Der Ankermieter, die Krankenkasse AOK, hat bereits die Schlüssel erhalten und richtet nun ihre Räume für die Regionaldirektion und die Geschäftsstelle ein. Kunden sollen ab dem 9. Dezember dort betreut werden.
Seit 2024 laufen Bauarbeiten auf dem Gelände zwischen dem Wupperarm und der B7. Das war lange eine Brachfläche mit zwei provisorischen Parkplätzen – einer direkt an der Straße Eiland, die auf die Gerichtsinsel führt, der andere, tiefer gelegen, war von der Straße Furter Hof erreichbar. Der Rat genehmigte Ende 2022 den Verkauf mehrere Stadtgrundstücke an die Clees-Gruppe, die dort schon ein Grundstück besaß.
Für den Bau waren Vorarbeiten nötig: Betonpfähle wurden in den Boden gebaut, um das Gelände zu befestigen. Bevor das geschehen konnte, sicherten Archäologen noch den Fußboden der Türkischrot-Färberei Neuhoff aus dem 19. Jahrhundert. An dem Standort befanden sich einst mehrere Färbereien. Die Archäologen analysierten und dokumentierten das Bodendenkmal, sicherten es durch ein Vlies, dann wurde es mit Erde überdeckt. Die Planung für Gebäude und Tiefgarage wurde leicht angepasst, damit der Boden erhalten bleibt.
Die archäologischen Funde und die Pfahlbauten führten zu Verzögerungen. Zunächst sollte das Gebäude im zweiten Halbjahr 2025 fertig sein. Unmut rief auch der Bauzaun zur B7 hervor, der Fußgängern wenig Platz ließ. Das sei rechtens, hieß es von der Stadt: Fußgänger könnten die andere Straßenseite nutzen.
Seit etwa Mai 2025 ist der das Gebäude in die Höhe gewachsen, umfasst das Erdgeschoss und fünf Obergeschosse. Zur B7 ist die Fassade fast glatt, erst von Westen und Norden aus ist der futuristisch wirkende Gebäudeaufbau mit schrägen Einschnitten in den Gebäudekörper erkennbar. Mehr als 10 000 Quadratmeter Bürofläche soll er haben.
Knapp 2200 Quadratmeter davon mietet die AOK, zieht dort mit 70 Beschäftigten ins Erdgeschoss und die erste Etage ein. Alle freuten sich schon sehr, berichtet Regionaldirektorin Christiane Otto: „Das ist eine tolle Immobilie.“ Sie lobt etwa die hochwertigen Materialien und die großen Fenster, die viel Licht hereinlassen. In den neuen Räumen würden die Kunden auch völlig anders empfangen, kündigt sie an: „Wir empfangen unsere Kunden als Gäste.“ Zunächst werde geklärt, welche Anliegen die Kunden haben. Entsprechend würden sie weitergeleitet. Nicht zu Schreibtischen, wo Mitarbeiter hinter Bildschirmen sitzen, sondern an Tische oder Sitzgelegenheiten, wo Mitarbeiter „auf Augenhöhe“ mit ihnen sprechen, der Computer nur noch als handlicher Laptop dabei sei. Ihnen sei wichtig, dass ihre Kunden weiter Menschen aus Fleisch und Blut sprechen können, erklärt Christiane Otto. Dazu kommen Büros und eine große Fläche für Veranstaltungen zu Gesundheitsthemen, unter anderem zum „Movember“, dem Vorsorgemonat für Männer mit der WZ.
Auch Breidenbach, die Gesellschaft für Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung zieht in das neue Bürogebäude ein, wie einem großen Plakat am Gerüst zu entnehmen ist. Sie residiert bisher schräg gegenüber im Gebäude, in dem auch das Haus der Integration untergebracht ist.
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