Ganz nah dran und am Ende doch ohne Punkte: Der TSB Gmünd fordert die HSG Konstanz beim 27:32 bis in die Schlussphase. Aaron Fröhlich nimmt dennoch viel Positives mit.
Stand: 27.09.2026, 17:48 Uhr

Ganz nah dran und am Ende doch ohne Punkte: Der TSB Gmünd fordert die HSG Konstanz beim 27:32 bis in die Schlussphase. Aaron Fröhlich nimmt dennoch viel Positives mit.
Konstanz. Mit einer beherzten Leistung brachte der Handball-Drittligist TSB Gmünd die HSG Konstanz ins Wanken und hielt die Partie 52 Minuten lang völlig offen. Am Ende fehlen beim 27:32 (15:17) nur die letzte Kraftreserve und das nötige Quäntchen Glück. Hängende Köpfe – zumindest für einen Abend. In der Kabine der „Jets“ war viel Enttäuschung zu spüren. Darüber, dass man sich auf Augenhöhe mit einem langjährigen Zweitligisten bewegt hat, am Ende aber doch mit leeren Händen da stand. Enttäuschung darüber, dass der erhoffte besondere Tag tatsächlich ganz nahe war. Und doch soll aus dieser Enttäuschung Stolz entstehen. Denn was der Aufsteiger in der Schänzle-Sporthalle am Bodenseeufer ablieferte, war eine Leistung, die nicht nur Mut macht. Sie war ein weiterer Fingerzeig, dass der TSB in Liga drei genau richtig ist. „Irgendwo gefällt es mir sogar, dass die Jungs so niedergeschlagen sind“, sagte Trainer Aaron Fröhlich, „denn wir wollen die Spiele gewinnen, egal unter welchen Voraussetzungen. Wir können aus Konstanz sehr viel mitnehmen.“Daniel Mühleisen knüpfte nahtlos an seine Gala-Vorstellung der vergangenen Woche an und legte mit seinen Paraden die Basis für einen starken Beginn.
Ein guter StartVor nur 550 Zuschauern trat der Neuling von Beginn an genauso forsch auf, wie man es sich vor einer solchen Aufgabe gewünscht hatte. Vor allem Abt war für die Gastgeber kaum zu verteidigen und erzielte gleich zu Beginn die ersten zwei seiner insgesamt neun Treffer.
Mit 4:2 (6.) und 8:6 (12.) legten die Gmünder stets knapp vor. Als Abt eine Verschnaufpause benötigte, riss beim TSB kurzzeitig der Faden und im Angriff fehlten die Lösungen. Ein 1:6-Lauf – nur unterbrochen durch einen vom eingewechselten Fabian Bauer gehaltenen Strafwurf – brachte die Gäste mit 9:12 (21.) ins Hintertreffen. Fröhlich steuerte mit zahlreichen Wechseln und zeitweise dem Spiel mit sieben Feldspielern dagegen.
Neun Sekunden vor der Pause erzielte Abt den Anschluss, doch postwendend mussten die Gmünder noch das 15:17 (30.) schlucken. Trotzdem: Der TSB war voll im Spiel – und er kam mutig aus der Kabine zurück. „Wir haben unsere Konzepte besser auf den Punkt gebracht, sind in die Eins-gegen-Eins-Situationen gekommen und konnten diese für uns entscheiden“, lobte Fröhlich. Nach 39 Minuten konnte Niklas Burtsche zum 19:19 ausgleichen. Auch von einem kurzzeitigen Drei-Tore-Rückstand ließ sich der TSB nicht aus der Ruhe bringen, sondern antwortete seinerseits mit drei Treffern in Folge. Abermals war es Burtsche, der mit dem 24:24 (51.) alles wieder auf Null stellte. Es war ein Abnutzungskampf, den der TSB nur „unter größtem körperlichen Kampf“, so Fröhlich, offen hielt. Und genau dieser Kampf forderte seinen Tribut.
Nicht das Glück, nicht die KräfteDie Gmünder Leistungsträger mussten immer mehr über ihre Grenzen gehen. Vor allem Abt und Schäffner waren „stehend K.o.“, wie ihr Trainer beobachten musste. Das Duo musste weiterhin die Entscheidungen suchen, obwohl die Beine schwer und die Kräfte nahezu aufgebraucht waren.
Der eine oder andere Fehler war deshalb unvermeidbar. „Normalerweise müsste ich ihnen mehr Pausen verschaffen, dass sie nicht in so eine Situation kommen“, gesteht Fröhlich. „Aber wir hatten keine Möglichkeiten, da große Verschnaufpausen zu geben, weil Konstanz konsequent und schnell hinten raus gespielt hat.“ Erschwerend hinzu kam, dass Abwehrchef Andreas Maier nach einem gegnerischen Stürmerfoul behandelt werden und für drei Angriffe vom Feld musste.
TSB hofft nochmalsMit dem 25:26 (54.) ließ Schäffner die Jets nochmals hoffen, doch in den folgenden zwei Minuten platzte der Traum von etwas Zählbarem. Vielleicht, so Fröhlichs Einschätzung, hätten „zwei, drei Pfiffe zu unseren Gunsten“ den TSB noch einmal in eine andere Situation gebracht. Doch entscheidend war das nicht allein: „Wir wollten, aber wir konnten nicht mehr.“ Der starke HSG-Spielmacher Philipp Hlawatsch, von den Gmündern spät in Manndeckung genommen, sowie der mit neun Toren herausragende Halblinke Lars Michelberger sorgten für die Entscheidung. Für den TSB setzte Rechtsaußen Agustin Ortlieb Basualdo an seinem 22. Geburtstag noch den Schlusspunkt zum 27:32.Allzu lange werden die Köpfe nicht hängen bleiben. Nächsten Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) im Heimspiel gegen den TV Erlangen-Bruck soll sich der große Einsatz auch auszahlen.
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