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Louvre droht langfristige Schließung – Museumschef warnt vor „Katastrophe“

Дата публикации: 18-10-2026 20:00:26

Droht dem Louvre in Paris das Aus? Das berühmteste Museum der Welt ist marode und völlig überfüllt. Der Direktor warnt jetzt vor drastischen Konsequenzen.

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Louvre droht langfristige Schließung – Museumschef warnt vor „Katastrophe“

Stand: 18.10.2026, 22:00 Uhr

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Droht dem Louvre in Paris das Aus? Das berühmteste Museum der Welt ist marode und völlig überfüllt. Der Direktor warnt jetzt vor drastischen Konsequenzen.

Paris – Jedes Jahr zieht der Louvre in Paris Millionen Menschen an. Sie kommen, um weltberühmte Kunstwerke wie die Mona Lisa zu sehen. Doch ausgerechnet dem meistbesuchten Museum der Welt könnte eines Tages die Schließung drohen. Davor warnt Museumsdirektor Christophe Leribault in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro. Ohne eine umfassende Sanierung und Modernisierung könne das historische Gebäude auf Dauer nicht weiter für Besucher geöffnet bleiben.

Menschen stehen im Hof der Louvre-Pyramide Schlange.

Menschen stehen im Hof der Louvre-Pyramide Schlange. Laut Museumspräsident Christophe Leribault sei das Besucheraufkommen zu hoch. (Archivbild) © Julien De Rosa/dpa

Wenn der Louvre nicht repariert, angepasst und umgestaltet wird, werde er „sehr schnell verfallen und schließlich seine Pforten für die Öffentlichkeit schließen müssen“, sagte Leribault am Mittwoch (14. Oktober) gegenüber Le Figaro. „Das wäre eine Katastrophe“, so der Museumschef. Dabei geht es ihm nicht allein um Sicherheitsmängel, die nach dem spektakulären Juwelendiebstahl im Oktober 2025 bekannt wurden. Auch der Zustand des Gebäudes und die Überlastung durch die zahlreichen Besucher bereiten der Museumsleitung Sorgen. Eine unmittelbar bevorstehende Schließung kündigte Leribault aber nicht an.

Louvre-Direktor warnt vor Schließung: Gebäude in schlechtem Zustand

Leribault, der seit Februar 2026 den Louvre leitet, beschreibt bei der französischen Zeitung die Lage drastisch: „Das Museum befindet sich nicht nur in einem sehr schlechten Zustand, sondern ist auch völlig überfüllt.“ Zahlreiche technische Anlagen und Gebäudeteile müssten erneuert werden. Allein mit kleineren Reparaturen lasse sich das Problem nicht lösen.

Wie groß der Sanierungsbedarf ist, verdeutlichte Museumschef Leribault bereits im Juni 2026 bei einer Anhörung im französischen Senat. Demnach werden allein für dringende Arbeiten an Sicherheitstechnik, Stromversorgung, Heizung und Klimaanlagen rund 160 Millionen Euro benötigt. Weitere 300 Millionen Euro veranschlagte er für die technische Modernisierung eines Gebäudekomplexes, unter anderem wegen baulicher Schwachstellen und Problemen in den Entwässerungsleitungen.

Dass die Schwierigkeiten schon länger bestehen, zeigt ein Bericht des französischen Rechnungshofs vom November 2025. Darin kritisieren die Prüfer, dass zwischen 2018 und 2024 zu wenig in die Instandhaltung und technische Modernisierung des Museums investiert wurde. Stattdessen seien andere Ausgaben, etwa für Kunstankäufe, stärker gewichtet worden. Der Rechnungshof fordert deshalb, dringend notwendige Arbeiten an Gebäuden und Sicherheitseinrichtungen zu priorisieren.

Milliardenprojekt soll Louvre retten – doch wer bezahlt die Sanierung?

Die französische Regierung hatte bereits Anfang 2025 ein umfangreiches Modernisierungsprogramm unter dem Namen „Louvre – Nouvelle Renaissance“ angekündigt. Geplant sind neben der Sanierung bestehender Gebäudeteile auch ein neuer Haupteingang und zusätzliche Ausstellungsflächen. Die berühmte Mona Lisa soll zudem künftig in einem eigenen Raum präsentiert werden, der unabhängig vom Rest des Museums zugänglich ist. Damit sollen die Besucherströme besser verteilt werden.

Das Vorhaben ist allerdings teuer. Der französische Rechnungshof bezifferte die Kosten der geplanten Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen 2025 auf rund 1,15 Milliarden Euro. Laut Leribault könnten sich die Arbeiten über zwölf bis 15 Jahre erstrecken. Zur Finanzierung sucht das Museum auch private Geldgeber. Gegenüber Le Figaro erklärte der Museumschef, rund 360 Millionen Euro durch Spenden einwerben zu wollen. Verbindliche Zusagen dafür gebe es bislang jedoch nicht.

Auch Besucher könnten einen Teil der Kosten tragen müssen. „Wir schließen eine Erhöhung der Eintrittspreise nicht aus, allerdings in einem sehr vernünftigen Rahmen“, sagte Leribault Le Figaro. Schon 2026 war der reguläre Eintrittspreis für Besucher von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) von 22 auf 32 Euro gestiegen. Das trifft vor allem Amerikaner.

Juwelendiebstahl offenbarte massive Sicherheitsprobleme

Zusätzlichen Druck auf den Louvre brachte der spektakuläre Einbruch vom 19. Oktober 2025. Damals drangen Diebe mithilfe einer Hebebühne in die Galerie d’Apollon ein und stahlen acht wertvolle Schmuckstücke der französischen Krone. Der Wert der Beute wurde auf rund 88 Millionen Euro geschätzt. Der Raub offenbarte erhebliche Sicherheitslücken. Nach einer nicht abreißenden Krisenserie hatte die damalige Museumsdirektorin Laurence des Cars ihren Rücktritt bekannt gegeben.

Seither wurden nach Angaben von Leribault unter anderem zusätzliche Überwachungskameras installiert, Schutzvorrichtungen aufgestellt und Sicherheitsmaßnahmen an den Zugängen verstärkt. Die betroffene Galerie wurde im Juli 2026 wieder für Besucher geöffnet, allerdings ohne die zuvor ausgestellten Kronjuwelen. Für den Museumschef reicht das allerdings nicht aus. In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bezeichnete er das große Modernisierungsprogramm „Louvre – Nouvelle Renaissance“ als einzigen Weg, die Zukunft und die Sicherheit des Louvre langfristig zu gewährleisten. (cln)

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