Das 0:0 gegen Griechenland entfacht keine Euphorie, macht aber Hoffnung. Jürgen Klopp hat mit beiden seiner Kader positive Ansätze gezeigt, auf die nun möglichst schnell Ergebnisse folgen müssen.
In der hitzigen Atmosphäre von Thessaloniki reichte es am Sonntagabend nur für einen Punkt. Dieses torlose Unentschieden gegen Griechenland entfacht nun sicher nicht die große Euphorie, auch wenn ein Auswärtssieg möglich gewesen wäre. Denn Bundestrainer Jürgen Klopp weist damit bei zwei Unentschieden, einer Niederlage und einem Sieg eine durchwachsene Bilanz auf. Die Hoffnungen und Erwartungen waren im Vorfeld schließlich deutlich größer.
Trotzdem haben die beiden jüngsten Spiele, gegen Serbien in München und die Griechen in Thessaloniki, seit längerer Zeit mal wieder Lust auf mehr gemacht.
Aus fußballerischer Sicht war noch viel Luft nach oben. Besonders das Aufgebot des zweiten Klopp-Kaders zeigte gegen Griechenland aber eine leidenschaftliche Leistung, die einen Sieg verdient gehabt hätte. Auch weil die junge Mannschaft auf mentaler Ebene dagegenhielt.
Es klappte nicht alles und in der Offensive tat sich auch dieses Team schwer gegen den tiefstehenden griechischen Block. Es hatte zudem noch Pech beim zurückgenommenen Treffer durch Jonathan Burkhardt. In der Abwehr trat man aber deutlich sicherer auf als der erste Kader, vor allem bei Kontern. Die Griechen kamen lange nur zu einem guten Abschluss, den Jonas Urbig herausragend parierte. Davon abgesehen bildete die Defensivarbeit die Basis für die Offensivkräfte, genauso wie sich das Jürgen Klopp vorstellt.
Auch die hohe Intensität im Gegenpressing trägt die Handschrift des Bundestrainers. Das deutsche Team eroberte erstaunlich schnell Bälle zurück, sodass der Mut mit Ball nicht bestraft wurde. Damit hat Klopp in kurzer Zeit bereits zwei Grundpfeiler seiner Spielidee verbessert.
Rückblickend erscheint auch seine Idee der beiden Teilkader nach wie vor richtig. Klopp demonstrierte, dass Fußball-Deutschland entgegen aller Kritik durchaus über einen großen Talentepool verfügt. Der Trainer selbst dürfte zusätzlich einige personelle Erkenntnisse gesammelt haben.
In beiden Kadern waren vielversprechende Ansätze zu erkennen, mehr ist daraus bislang nicht geworden. Angesichts der knappen Trainingszeit ist das erklärbar, im November aber keine Ausrede mehr. Dann ist die Testphase vorbei und Klopp muss mit einem deutlich kleineren Kader die Spielprinzipien festigen und Ergebnisse liefern, sonst droht in der Nations League der Abstieg.
Und das wäre trotz möglicher Zweifel an der Wichtigkeit des Wettbewerbs nicht nur sportlich ein Rückschlag, sondern auch ein schlechtes Signal für den Start des neuen Bundestrainers.