Der FC St. Pauli gewinnt, der Karlsruher SC hadert mit dem Schiedsrichter und die 1. Frauen holt den Derbysieg. Berichtet von einem schönen Wochenende: Die Lage am Montag.
Der Beitrag Lage am Millerntor – 12. Oktober 2026 erschien zuerst auf MillernTon.
Der FC St. Pauli gewinnt, der Karlsruher SC hadert mit dem Schiedsrichter und die 1. Frauen holt den Derbysieg. Berichtet von einem schönen Wochenende: Die Lage am Montag.
FC St. PauliKarlsruher SCSagen wir, wie es ist: Es gab schon deutlich verdientere Heimsiege des FC St. Pauli.
Aber man muss die Punkte ja mitnehmen, wie sie kommen. Wenn man führt und sich auf die eigene Defensive verlässt, hat man in dem Fall, wo dies gelingt, natürlich ohnehin alles richtig gemacht.
Der Spielbericht von Tim:
Wir schrieben die 21. Minute, als nach einer wirklich dumm hergeschenkten Ecke der KSC den Ball zum ersten Mal im Netz unterbrachte. Auf fcstpauli.tv hat der geschätzte Kollege Tim Hemmrich (nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls geschätzten Kollegen gleichen Vornamens vom MillernTon) die These aufgestellt, dass der Pfiff von Schiedsrichter Lukas Benen vielleicht schon vor Überschreiten der Linie kam – dann wäre ein VAR-Eingriff eben nicht mehr möglich gewesen. Nach mehrmaliger Wiederholung der Live-Sequenz würde ich aber dazu tendieren, dass die Gestik für den Foulpfiff zwar sehr früh kommt, der eigentliche Pfiff (für mich) aber erst nach Überschreiten der Torlinie erfolgt. Somit wäre ein Eingriff also möglich gewesen – doch der kam nicht.
Was also war passiert? Sandro Trémoulet hatte, kurz ehe Christoph Kobald den Ball dann einnickte, den Rücken von Eric Smith berührt, der daraufhin nach vorne fiel. So weit, so (nehme ich an) unstrittig. Vielleicht wurde Trémoulet dabei auch von Niang noch etwas geschoben. Bei der Bewertung, ob diese Berührung für einen Foulpfiff ausreicht, dürfte man mit braun-weißer Brille wohl zu „Auf jeden Fall!“ kommen und mit den Farben des KSC eher zu „Waaaa? Niemals!!!“. Und aus Sicht des VAR? Puh… also für mich ist das eher kein Foul – aber eine „klare Fehlentscheidung“ ist es eben auch nicht, daher wohl zu wenig für einen Eingriff. Glück aber ganz sicher für den FCSP in dieser Szene, denn bei einem Rückstand gegen einen dann wahrscheinlich deutlich defensiver stehenden Gast aus Baden wäre es wohl ein deutlich schwierigeres Spiel geworden.
Beim Stand von 2:0 erzielte der KSC in der 83. Minute ein weiteres Tor, welches ganz sicher nochmal für eine deutlich brisantere Schlussphase gesorgt hätte. An der Position von Torschütze Lilian Egloff im Abseits gibt es keinen Zweifel, ebenso ist es wohl unstrittig, dass der Ball als letztes vorher von Eric Smith berührt wurde, wohl kurz nachdem eine Ballberührung des KSC-Spielers vorlag, die zumindest aus meiner Sicht aber kein Pass war.
Schauen wir daher auf Seite 69 des aktuellen Regelhefts nach, was dort zum Abseits steht:
„Ein Spieler verschafft sich keinen Vorteil aus seiner Abseitsstellung, wenn er den Ball von einem gegnerischen Spieler erhält, der den Ball absichtlich gespielt* hat (auch per absichtlichem Handspiel), es sei denn, es handelt sich dabei um eine absichtliche Torverhinderungsaktion (Deliberate Save) eines gegnerischen Spielers.“
Der Regeltext geht noch ein bisschen weiter und befasst sich mit „Deliberate Play“ und was nun Absicht ist und was nicht – ich will Euch nicht langweilen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass man dies auch anders hätte auslegen können als es das Gespann und der VAR (Bastian Dankert aus Rostock übrigens) hier taten.
Als KSC-Fan wäre ich also nach den beiden Entscheidungen dezent angepisst und im umgekehrten Fall, wenn diese Entscheidungen so gegen den FCSP gepfiffen worden wären, wäre die Redax zwischen Tim und mir ganz sicher eskaliert – ohne mein Zutun, selbstredend…
Der kicker strafte Lukas Benen übrigens mit Note 5,5 ab, im Bericht der Sportschau wird immerhin das zweite Tor als „zu Recht“ aberkannt bezeichnet.
Ihr dürfte auch bei diesem Spiel wieder Noten vergeben.
Reminder: Die Skala geht von 1 bis 10, wobei die 10 die beste Note ist.
Das Formular ist bis 0.00h heute Nacht freigeschaltet.
Kurzer Tapeten-Watch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Die vielleicht wichtigste Message gab es auf der Gegengeraden: „Oct 7 – We Will Dance Again“
Ebenfalls wichtig: Auf der Süd hingegen ging es um Awareness: „I’m Jane Doe“, „Männerbünde zerschlagen“ und „Täterschutz beenden“ war dort zu lesen.
Der Gästeblock bezog mit „§114 STGB streichen statt schärfen – Rettungskräfte ungleich Polizei“ Stellung – schönes Beispiel für alle, die immer betonen, dass Kurven unpolitisch sein sollten.
Auch der Song Contest fand Erwähnung, brachte er zuletzt doch auch einige AI-Songs mit sich – mittig auf der Gegengerade wurde sich dazu mittels Tapete doch recht deutlich geäußert: „DIY statt AI – St. Pauli bleibt Handarbeit“
Jaja, da fährt der Maik einmal zu ’nem Island-Spiel und schon meint er, unseren isländischen Leihspieler hier besonders erwähnen zu müssen, wa‘? Weit gefehlt, es gibt nämlich einen ganz konkreten Anlass.
Wir gratulieren zur nächstes Jahr anstehenden Familienvergrößerung, wie die werdenden Eltern selbst auf Instagram bekannt gaben.
Etwas überraschend kommunizierte der FC St. Pauli am Freitag die Verlängerung der Partnerschaft mit der Spielbank Hamburg. „Um drei Jahre“ wurde der Vertrag verlängert, „bis einschließlich der Saison 2028/29“. Davon ausgehend, dass beide Formulierungen bewusst gewählt und inhaltlich korrekt sind, würde dies bedeuten, dass der Vertrag im Sommer ausgelaufen war. Wir erinnern uns: Der FC St. Pauli hatte im Sommer 2023 mit entsprechendem medialen Echo verkündet, ab sofort auf Sponsoren aus dem Sportwettengeschäft zu verzichten, was viel Lob mit sich brachte. Kurz danach wurde dann der Vertrag mit der Spielbank Hamburg kommuniziert – keine Sportwetten zwar und rein inhaltlich auch anders gestrickt, trotzdem der Bereich Glücksspiel und Suchtgefahr. Die „mutigen Entscheidungen aus Überzeugung“, die Oke Göttlich da kurz vorher noch im Selbstlob verkündet hatte, wirkten bei entsprechender Bezahlung dann doch nicht mehr so überzeugt. Tim unterstellte dem FCSP in einem Kommentar ein „Glaubwürdigkeitsdefizit“.
Hörte man sich anschließend zum zeitlichen Ablauf um, so wurde immer gesagt, dass die Verhandlungen mit der Spielbank bereits liefen oder sogar inhaltlich schon abgeschlossen waren, ehe der Verzicht auf den Sportwettenmarkt öffentlichkeitswirksam kommuniziert wurde. Augen zu und durch, also? Das Abendblatt (€) stellte damals sogar einen Zusammenhang zwischen der neuen Partnerschaft und dem Ende von Bernd von Geldern beim FCSP her, der den Deal mit zu verantworten hatte.
Okay, Verträge muss man natürlich respektieren – die jetzige Verlängerung aber eben ist eine ganz bewusste, neue Entscheidung der jetzt handelnden Personen. Und die offensichtlich stattfindende Unterscheidung zwischen „gutem“ (Spielbank) und „bösem“ (Sportwetten) Glücksspiel ist eine Differenzierung, die man sicher nicht zwingend teilen muss.
Da weise ich doch an dieser Stelle sehr gerne mal wieder auf die Gala der Weiß-Braunen Kaffeetrinker*innen hin, die am 14. November (parallel zum Datum der Mitgliederversammlung) stattfindet.

Zunächst einmal müsst Ihr Euch mit genug Getränken Eurer Wahl ausstatten und Euch dann ganz gemütlich mit der folgenden Lektüre zurückziehen. Ronny hat wieder „Neues von den Alten“ aufbereitet.
Doch auch aktuell gibt es Sehenswertes, wie zum Beispiel diesen entspannten Treffer von Henk Veerman zum 2:0-Endstand für Volendam gegen Vitesse Arnheim. // Instagram
Lage der LigaFreitagSieben Punkte aus drei Spielen haben den FC St. Pauli nicht nur zurück in die obere Hälfte gebracht, sondern man ist jetzt mit vier Punkten Rückstand auch näher am Relegationsplatz 3 als mit fünf Punkten Vorsprung am Relegationsplatz 16.
Über allem thront weiterhin Hertha BSC mit jetzt schon 21 Punkten, Nürnberg (17) und Heidenheim (14) folgen schon mit respektvollem Abstand.
Im Tabellenkeller erklomm Dynamo mit dem Punkt in Osnabrück immerhin den Relegationsplatz (5 Punkte) und liegt damit jetzt knapp vor dem KSC (5) und Holstein Kiel (4).
Manchmal wiederholt sich Geschichte eben doch. Wie schon im Vorjahr gelang der 1. Frauen nach vielen Spielen, in denen man schon hätte gewinnen können (wenn nicht gar müssen) der erste Saisonsieg ausgerechnet im Derby. Der HSV II war mit 14 Punkten aus sechs Spielen angereist und holte sich vor etwa 500 Zuschauenden im Sternschanzenpark beim 3:0 (1:0) die erste Saisonniederlage ab.
Lina Jubel tauchte schon in der 2. Minute völlig frei vor Gästetorhüterin Finja Schult auf und behielt die Nerven – vielleicht der wichtigste Unterschied zu den vorherigen Spielen, wo solche Chancen zuhauf nicht genutzt worden waren. Außerdem merkte man dem Team den unbedingten Willen an, Carlotta Kuhnert im Mittelfeld warf sich in wirklich jeden Ball und gab keinen Zweikampf verloren. Ähnliches galt aber auch für alle anderen Spielerinnen. Die erste Halbzeit verlief danach recht ausgeglichen, mit dem 1:0 ging es in die Pause.
Hälfte zwei sah dann zunächst einen überlegenen HSV, der jetzt auch Nerven zeigte und seinerseits Chancenwucher betrieb. Da hätte es nicht nur den Ausgleich, sondern gleich mehrere Gegentore geben können – bis nach 64 Minuten eine Kombination über Anso Greifenberg und Malena Watzlawik zum zu diesem Zeitpunkt dann doch überraschenden 2:0 führte. Ein Wirkungstreffer für die Gäste, die dann in der 76. Minute nach Foul an Midou Loubongo auch noch einen Strafstoß gegen sich bekamen, den Watzlawik mit ihrem zweiten Tor verwandelte.
Der Rest war dann pure Freude und große Erleichterung. Und der Sternschanzenplatz hat auch bei seinem zweiten Pflichtspiel der 1. Frauen wieder einen Heimsieg gesehen.
Einen kurzen Spielbericht gibt es bereits beim Millernstrain, der des Teams folgt bei uns noch. // Instagram
Am Donnerstag gegen 18.30h wurde es voller als sonst vor dem Clubheim, denn Spielerinnen der Frauen-Teams und viele Fans, die auch Mitglied der Abteilung sind, sammelten sich vor der Abteilungsversammlung. Auf dieser sollte unter anderem beschlossen werden, die 1. Frauen aus der restlichen Abteilung „Fußball Frauen und Mädchen“ herauszulösen, um damit bessere Voraussetzungen für eine Professionalisierung zu schaffen.
Hintergründe dazu, warum dies in der aktuellen Struktur mit der Abteilungsautonomie einerseits und der Gleichbehandlung aller Abteilungen andererseits Schwierigkeiten mit sich brachte, hatten wir unter anderem im Artikel über den Trainerwechsel ausgeführt.
Dieser Antrag wurde angenommen. Wie die organisatorische Herauslösung konkret umgesetzt wird und welche Auswirkungen dies hat, wird sich aber jetzt erst in den weiteren Gesprächen entscheiden.
1:0 und 2:1 geführt, nach Rückstand dann in der 83. Minute das 3:3 gemacht – und dann in der 86. Minute doch noch 3:4 verloren.
Blöd gelaufen, mit zehn Punkten aus zwölf Spielen steht man so weiter tief in der Abstiegszone.
Weiter geht es nächste Woche beim VfB Lübeck.
// fcstpauli.com // Highlights
Das war so sicher nicht vorgesehen. Die bisher so gut aufspielende U19 verlor ausgerechnet beim bis dahin sieglosen Holstein Kiel mit 1:3 (0:1). Damit fiel man zumindest vorerst auch wieder aus den Top 3, die eine Qualifikation für die Meisterrunde bedeuten würden. Großen Anteil daran dürfte sicher die Gelb-Rote Karte in der 24. Minute gehabt haben, bis dahin stand es noch 0:0. Malik Sahin erzielte in der 62. Minute dann den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer.
B-JugendBesser lief es für die U17, die bei Union Berlin mit 3:0 (1:0) gewann und nach Ende der Hinrunde hinter Wolfsburg und dem HSV, aber vor Hertha BSC auf dem 3. Platz steht.
Die Tore erzielten Ivan Maric (2) und Casimiro Balde.
Sechstes Spiel, sechster Sieg für die 1. Männer. Am Samstag stand es zur Halbzeit gegen die HSG Elbvororte standesgemäß 19:10, am Ende 38:23. Erfolgreichster Werfer war Thies Stieghahn mit zehn Treffern, gefolgt von Kenneth Albers mit sechs Toren.
RugbyDie 1. Männer waren am Samstag an der Saarlandstraße im Einsatz, mussten sich Victoria Linden aber mit 15:23 (10:17) geschlagen geben.
Langsam sollten dann aber Punkte eingefahren werden, die nächste Gelegenheit bietet sich kommenden Samstag in Berlin, beim Vorletzten, dem BSV 1892.
Sowohl Dienstag (Museum, Faktenquiz) als auch Mittwoch (Clubheim, FCSP-Quiz mit Tim) könnt Ihr in entspannter Gesellschaft quizzen. Für das Museum ist ein (kostenloser) Ticketerwerb notwendig, für das Clubheim reicht pünktliches Erscheinen. Beginn ist da um 19.10h und man darf sich natürlich schon vorher in Kleingruppen zusammenfinden.
DöntjesBundesliga-History: Schnellstes Tor ever (bisher)Wenn Manuel Neuer nicht nur seinen Reklamierarm sondern gleich beide Arme zur Entschuldigung hebt, muss was außergewöhnliches passiert sein. // Sportschau-Highlights
Fußballspiel nach Flieger-Angriff abgebrochen!!!Bescheuerte Clickbait-Überschriften zu generieren ist echt der einfachste Job der Welt und ich wäre hier wirklich nicht traurig, wenn das bald die KI übernimmt und es spätestens dann niemanden mehr interessiert – aber so funktioniert die Welt wohl leider nicht.
Egal: Beim Spiel zwischen Rayo Vallecano und Athletic Bilbao protestierten die Fans der Gastgeber gegen ihren ungeliebten Vereinspräsidenten und wählten als Form des Protests massenhaft Papierflieger. Hauptgrund des aktuellen Konflikts ist der vom Präsidenten geplante Umzug, weg aus dem heimischen Viertel.
Der erste „Angriff“ mit den Papierfliegern führte nur zu einer Unterbrechung, als es dann nach der Fortsetzung erneut zu vielen Fliegern auf dem Spielfeld kam, wurde die Partie abgebrochen.
Spielwertung ungewiss. // YouTube // kicker
Spannend… da stehen sich zwei Fanszenen in tiefster Abneigung gegenüber und bedeuten mehrfach, aufeinander losgehen zu wollen – sobald dies dann aber räumlich tatsächlich möglich wäre, bleiben dann beide fast komplett brav auf ihrer Seite und betrachten lediglich den entstandenen Schaden.
Immerhin Effzeh-Geschäftsführer Türoff behielt die Nerven.
(c) Lars Baron/Getty Images via OneFootballVini Jr. Vini Jr. hatte es bei Real Madrid zuletzt nicht leicht, saß bei Spielbeginn gegen Villareal sogar nur auf der Bank. Als er dann in der 71. Minute das vermeintliche 2:0 erzielte, kam auch Trainer Mourinho angelaufen, um mitzujubeln – nur um kurze Zeit später mit Schrecken den VAR-Entscheid zur Kenntnis zu nehmen. Dieser hatte nämlich unmittelbar vorher im Mittelfeld gesehen, wie Vini Jr. seinen Gegenspieler an den Haaren zog.
Korrekte Entscheidung also: Tor zählt nicht, Rote Karte. // Highlights DAZN auf YouTube
Und dann war da noch dieser Sticker, den Ihr beim KIEZKIEKER im Fanladen erwerben könnt.
(c) KiezkiekerForza St. Pauli!
// Maik
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