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Kürzungen an Hamburger Hochschulen: Hafencity-Uni schifft ab

Дата публикации: 31-08-2026 15:16:00

Der Hafencity-Universität soll das Budget einmalig halbiert werden. Das sorgt für massive Kritik an der grün-geführten Wissenschaftsbehörde. mehr...

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Der Hafencity-Universität soll das Budget einmalig halbiert werden. Das sorgt für massive Kritik an der grün-geführten Wissenschaftsbehörde.

Ein Fesselballon für die Messung von Winddaten in verschiedenen Höhen steigt im Rahmen einer Pressekonferenz zu Winddaten für die Stadtplanung und einer Messkampagne des Centrums für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg vom Dach der HafenCity Universität auf. Spitz gerechnet: Gebäude der Hafencity-Universität in Hamburg

Foto: Ulrich Perrey/dpa

André Zuschlag

Der Studiengang „Technische Gebäudeausrüstung mit Digitaler Infrastruktur“ mag auf den ersten Blick etwas sperrig klingen, doch in Zeiten der Klimakrise scheint er umso wichtiger: Wer ihn an der Hamburger Hafencity-Universität (HCU) studiert, werde „gezielt auf die Herausforderungen der Energiewende und der digitalen Transformation im Bau- und Gebäudesektor“ vorbereitet, sodass mehr und mehr Gebäude künftig klimafreundlich betrieben werden können. So steht es in der Studiengangsbeschreibung auf der Homepage der HCU. Noch.

Nicht nur dieser Studiengang steht nun vor dem Aus. Der vom rot-grünen Hamburger Senat geplante Doppelhaushalt für die Jahre 2027 und 2028 sieht vor, dass die auf Bauen und Stadtentwicklung spezialisierte Universität im übernächsten Jahr nahezu mit einer Halbierung des Etats zurechtkommen soll.

In einem Brandbrief listen der Akademische Senat, der Hochschulrat und der Personalrat der Universität weitere Folgen des Sparzwangs auf: 20 Prozent der Stellen müssten abgebaut werden, anstehende sowie laufende Berufungsverfahren würden sofort vollumfänglich abgebrochen. „Die HCU ist nach den Kürzungen keine hochattraktive und somit nachgefragte Universität mehr“, fassen die drei Gremien zusammen.

Der Brandbrief ist an die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses der Bürgerschaft gerichtet. Dort wird derzeit noch über die detaillierte Haushaltsplanung der zuständigen Wissenschaftsbehörde unter der Grünen Maryam Blumenthal beraten.

Uni fürchtet „hohen Reputationsschaden“

Angesichts der Kürzungspläne ist das Unverständnis bei der Opposition groß: „Ohne Sinn und Verstand“ wolle die Behörde eine pauschale Kürzung vornehmen, kritisiert Anna von Treuenfels-Frowein (CDU). Auch aus Sicht der Linksfraktion sieht die Lage an der HCU wegen der geplanten Kürzungen nun „ziemlich schlimm“ aus, sagt die stellvertretende Fraktionschefin Xenija Melnik-Üzüm. Auch sie hält die Kürzungen für „kurzsichtig“.

Aus Sicht der Wissenschaftsbehörde ist die Aufregung übertrieben. So werde das sogenannte Globalbudget nur einmalig von zuvor rund 26 Millionen Euro um 12 Millionen gesenkt. „Diese Reduzierung kann durch den Abbau der außergewöhnlich hohen Rücklagen der HCU in Höhe von circa 37 Millionen Euro kompensiert werden“, sagt Sprecherin Helen Hahne. „In der mittelfristigen Finanzplanung gilt dann ab 2029 wieder der reguläre Finanzierungsrahmen.“

Doch überzeugt das Argument, mit der Kürzung sorge die Behörde lediglich dafür, die riesige Rücklage auf ein Normalmaß zurückzustutzen, bei der Universität nicht. So liege das Geld schließlich nicht sinnlos herum, sondern es seien zweckgebundene Rücklagen, die unter anderem für die Anmietung von Flächen geplant seien. Das Unigebäude in der Hafencity sei schlicht zu klein für die rund 2.400 Studierenden und rund 400 Mitarbeiter:innen.

Auch sei damit schon klar, dass ab 2029 ein unvermeidbares strukturelles Defizit entstünde. Darauf müsse schon früh mit Kürzungen, vor allem bei den Personalausgaben, reagiert werden.

Konkret bedeute das „einen Verlust von 65 hochqualifizierten Mitarbeitenden des Wissenschafts- und Verwaltungspersonals“. Dadurch ergebe sich, so schreiben die Gremien in ihrem Brandbrief, ein „mittel- und langfristig hoher Reputationsschaden“. Die HCU werde dadurch unattraktiv für Studierende und Wis­sen­schaft­le­r:in­nen gleichermaßen.

Die Wissenschaftsbehörde hat vor Kurzem noch freudig die Exzellenz der Hamburger Hochschulen betont, aber im Konkreten zeigt sich, dass hier nichts exzellent ist

Xenija Melnik-Üzüm, Linksfraktion Hamburg

Auch an den anderen Hamburger Hochschulen ist die Stimmung seit der Vorstellung des kommenden Doppelhaushalts im Juni mies: Zwar soll das Budget für die Wissenschaftsbehörde in den kommenden Jahren minimal wachsen, bei den Hochschulen wird aber zum Teil gekürzt.

Die Landeshochschulkonferenz warnt deshalb schon davor, dass die Leistungsfähigkeit der Hochschulen gefährdet sei. „Bei einzelnen Hochschulen gefährden die Auswirkungen bereits jetzt die Aufrechterhaltung von Studienangeboten und die Umsetzung geplanter Entwicklungen“, mahnt sie.

So gaben erst vergangene Woche die Uni Hamburg und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) bekannt, dass es den Masterstudiengang Pflege- und Therapiewissenschaften nun doch nicht geben wird. 32 Be­wer­be­r:in­nen wollten ab Oktober studieren. Die Hochschulen haben ihnen kurzfristig wegen Geldmangels abgesagt. Und die Staats- und Universitätsbibliothek am Campus der Uni Hamburg kündigte im Juli an, kaum noch Geld für den Erwerb wissenschaftlicher Literatur ausgeben zu können.

„Die Wissenschaftsbehörde hat vor Kurzem noch freudig die Exzellenz der Hamburger Hochschulen betont, aber im Konkreten zeigt sich, dass hier nichts exzellent ist“, resümiert die Linkenpolitikerin Melnik-Üzüm.

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