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Wie der Staat auch bei seinen Beamten noch mehr sparen könnte

Дата публикации: 09-10-2026 13:15:06

Die Rotstift-Liste der Bundesregierung ist lang. Auch beim Staat könnte noch gespart werden, bei Beamten etwa. Das passiert schon, aber mehr wäre möglich.

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Eine Polizistin und ein Polizist laufen nebeneinander auf einer asphaltierten Straße auf weitere Kolleginnen und Kollegen zu

AUDIO: Sind Beamte vom Sparkurs der Bundesregierung ausgenommen? (3 Min)

Sparkurs der Bundesregierung

Stand: 09.10.2026 15:15 Uhr

Im Gesundheit und Pflege, bei Sozialleistungen, im Klimaschutz – die Liste, wo die Bundesregierung den Rotstift ansetzt, ist lang. Eine MDR-Hörerin fragt, ob eigentlich auch beim Staat selbst gespart wird, oder ob Beamte davon ausgenommen sind.

von André Seifert, MDR AKTUELL

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

Nehmen wir ein fiktives Beispiel: Nina Müller ist Angestellte bei der Polizei. Sie verdient 4.000 Euro. Thomas Schmidt arbeitet in derselben Dienststelle, ist gleich alt und verbeamtet. Auch er bekommt 4.000 Euro.

Auf dem Gehaltszettel gibt es keinen Unterschied, für den Staat aber schon. Denn für Nina Müller zahlt er Sozial- und Rentenversicherungsbeiträge, für den Beamten Thomas Schmidt dagegen nicht.

Günstiger im Erwerbsleben, teurer im Ruhestand

Das lässt sich verallgemeinern, erklärt Finanzwissenschaftler Marcel Thum vom ifo-Institut in Dresden. In der aktiven Zeit sind Beamte für den Staat in der Regel ein Kostenvorteil. "Insofern ist es nicht klar, dass der Staat wirklich spart. In der Vergangenheit hat er immer gespart, indem er mehr Leute verbeamtet hat beziehungsweise lieber verbeamtet hat, als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eingestellt hat."

Bleiben wir im Beispiel: Später nach seiner Beamtenkarriere erhält Thomas Schmidt eine Pension und die ist deutlich höher als die Rente von Nina Müller, die angestellt war. Ein Blick in die Tabellen der Rentenversicherung und Beamtenversorgung zeigt: Nina Müller käme wohl auf nicht einmal 2.000 Euro Rente, Thomas Schmidt dagegen auf knapp 3.000 Pension, die der Staat aus dem Haushalt zahlen muss.

Der Staatssektor ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und damit auch die Budgets der öffentlichen Haushalte. Marcel Thum, Leiter ifo-Institut Dresden

Beamte kosten den Staat also richtig viel Geld, sobald sie in den Ruhestand gehen, so Marcel Thum. Er fragt daher: "Muss jeder und jede, die beim Staat angestellt ist, auch verbeamtet sein? Wahrscheinlich nein. Natürlich wird man in Bereichen wie der Polizei weiter Verbeamtungen haben wollen." Die viel wichtigere Frage sei aber: "Brauchen wir weiterhin so viele Leute im Staatssektor? Der ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und damit auch die Budgets der öffentlichen Haushalte."

Beamtenbund wehrt sich gegen Sparvorschläge

Das Sparpotenzial wäre also da – und damit sind wir bei der zweiten Frage der Hörerin: Werden Beamte beim Sparen ausgeschlossen? Nicht wirklich, meint Thum. So seien in der Vergangenheit die Reformen in der gesetzlichen Rentenversicherung fast immer auf Beamte übertragen worden. Auch aktuell stehen wieder Reformen an, vorgeschlagen von der Rentenkommission. Die empfiehlt, weniger zu verbeamten und Rentenkürzungen auch auf die Beamten zu übertragen. Vorschläge liegen also auf dem Tisch und es wäre wichtig, sie auch für Beamte umzusetzen, findet Thum.

Will man sparen, dann muss man auch sagen, welche Aufgaben nicht mehr erledigt werden sollen. Volker Geyer, Vorsitzender Deutscher Beamtenbund

Doch die Gewerkschaft wehrt sich. Volker Geyer, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbunds, kritisiert die Vorschläge: "Will man sparen, dann muss man auch sagen, welche Aufgaben nicht mehr erledigt werden sollen. Ich glaube, wir müssen schauen, wie wir vom Bürger her den Staat sehen und organisieren. Das ist unsere Aufgabe." Dafür müssten, so Geyer, Behörden digitaler, besser erreichbar und schneller werden.

Video: Ihr Standpunkt: Können wir uns das Beamtentum noch leisten? (10 Min)

Wenn der Beamtenjob an Attraktivität verlieren würde, gäbe es allerdings zwei Haken. Zum einen den Fachkräftemangel, da es dem Staat wohl schwer fiele, im Wettbewerb mit der freien Wirtschaft – etwa im IT-Bereich – Fachkräfte zu finden. Zum anderen das Streikverbot der Beamten, denn würde der Staat weniger Beamte einstellen und dafür mehr Angestellte, könnte es auch mehr Streikausfälle geben. Die Folge könnten zum Beispiel mehr Einschränkungen bei der Polizei sein.

MDR AKTUELL

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