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Renate Lingor über Triumph beim Heim-Turnier: "Es war schon sehr emotional"

Дата публикации: 08-10-2026 15:57:29

Renate Lingor spricht im Interview mit SWR Sport über ein besonderes Jubiläum, die aktuelle deutsche Nationalmannschaft und was sie Lothar Matthäus gönnt.

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Im Rahmen des Testspiels zwischen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft und Australien am Freitag in Karlsruhe wird das 25-jährige Jubiläum des deutschen EM-Titels aus dem Jahr 2001 gefeiert. Renate Lingor freut sich auf das Spiel und das Wiedersehen mit den alten Weggefährtinnen.

SWR Sport: Im Juli 2001 wurden Sie mit der Nationalmannschaft Europameisterin, entschieden durch ein Golden Goal im Finale gegen Schweden. Welche Erinnerungen haben Sie denn noch zum Jubiläum?
Renate Lingor: Als erstes denke ich als gebürtige Baden-Württembergerin daran, dass meine Familie da war. Es war mein erstes großes Turnier. Bei der WM 1999 war ich zwar dabei, aber 2001 habe ich dann tatsächlich in der Stammelf auch gespielt. Das Endspiel in Ulm war (mit 18.000 Zuschauern) ausverkauft, das war damals noch etwas Besonderes. Es standen noch sehr viele Menschen draußen, die nicht reingekommen sind. Hätten der DFB das vorher in der Organisation gewusst, dann hätten sie vielleicht ein größeres Stadion ausgewählt. (...) Es hat auf jeden Fall geregnet, die Familie war da: Es war schon sehr emotional.

Was können die Fans denn beim Jubiläum erwarten?
Es geht vor allem darum, dass die Spielerinnen den Moment erleben und sich austauschen, man trifft sich ja doch eher selten. Klar, man hat mit der einen oder anderen etwas mehr Kontakt. Zum Beispiel mit Sandra Smisek, sie wohnt in Frankfurt, wo ich auch seit 30 Jahren lebe. Da trifft man sich natürlich häufiger und geht auch mal Padel spielen. Aber andere habe ich super lange nicht gesehen. Ich freue mich zum Beispiel sehr auf Claudia Müller, die ja damals (im Finale) das Golden Goal geschossen hat. Darum geht es: die Leute zusammenbringen, die Trainerinnen, das Staff-Team. Damit man sich einfach austauscht und eine gute Zeit hat. Einfach auf die Zeit zurückblicken, das ist immer sehr schön. Und es gibt einfach immer neue Anekdoten, das macht viel Spaß.

Den Titel im Blick: Die Europameisterinnen von 2001. Renate Lingor ist in der unteren Reihe die zweite von rechts.

Den Titel im Blick: Die Europameisterinnen von 2001. Renate Lingor ist in der unteren Reihe die zweite von rechts. IMAGO IMAGO / pmk

Das Spiel findet in Karlsruhe statt, wo sie geboren sind. Sie haben in Ihrer Jugend dort die ersten Schritte im Fußball gemacht. Da passen ein paar mehr Zuschauer rein als die 18.000 von damals. Wie ist denn die Erwartung an die aktuelle Mannschaft? Es ist ja ein kleiner Hype entstanden um den Frauenfußball.
Definitiv, das ist super cool. Ich freue mich mega auf das Spiel. Das Treffen im Rahmen der Länderspiel macht total Sinn, weil es für jede ehemalige Spielerin etwas besonderes ist, die aktuelle Mannschaft anzufeuern, das zu beobachten, aber auch nach vorne zu bringen. Die Entwicklung zu erleben, ist super schön. Wir haben auf jeden Fall über 20.000 Tickets verkauft, es wird eine tolle Atmosphäre sein. Ich freue mich auf das Spiel, wie ich mich auf jedes Spiel freue. Es ist immer etwas Besonderes.

Auch für Sie persönlich?
Für mich natürlich nochmal cooler, weil ich dort meine Jugend verbracht habe. Das sind immer solche Momente, wenn man nach Karlsruhe und in den Wildpark zurückkommt, ist das schon schön. Das sind einfach Erinnerungen: Da haben wir trainiert, da haben wir gespielt. Es hat sich aber schon sehr verändert. Es ist ein sehr cooles Stadion geworden, finde ich. Auch ein perfektes Stadion für ein Frauen-Länderspiel. Von daher freue ich mich, dass nach so langer Zeit (20 Jahre) wieder ein Länderspiel in Karlsruhe ist. Ich bin sehr gespannt, wie die Atmosphäre ist und wie die Zuschauer mitgehen.

Sie stehen jetzt bei 149 Länderspielen. Haben Sie denn schon mit Bundestrainer Christian Wück gesprochen, ob Sie die 150 noch voll kriegen. Zum Beispiel in den letzten Minuten noch eingewechselt zu werden.
Das wäre mega, ne (lacht). Nee, das will keiner sehen. Das wäre ja nur reinlaufen, Ball berühren und wieder raus. Das macht man nicht. Den Moment habe ich leider verpasst, aber ich habe die Spiele ehrlicherweise nicht gezählt. Man hat ja nicht geguckt und gesagt: 'So und so viele Spiele will ich erreichen und dann höre ich auf'. Aber es ist natürlich ein bisschen strange. Es wird auch oft darüber hergezogen, dass ich ein Spiel weniger als Lothar Matthäus habe. Aber das gönne ich ihm, das ist ein hervorragender Fußballer. Er darf das eine mehr haben.

Ihre Erfolge mit unter anderem zwei WM- und EM-Titeln können sich aber ebenfalls sehen lassen. Wie schätzen Sie denn die aktuelle Nationalmannschaft ein? Bei der EM gab es das unglückliche Halbfinal-Aus gegen Spanien. Wo steht die Mannschaft denn derzeit?
Ich finde, dass immer zu negativ darüber gesprochen wird. Klar, es fehlt immer der Titel - also dieses i-Tüpfelchen. Wir hatten aber auch früher oft das Glück. Es hätte oft anders ausgehen können. Es waren oft knappe Spiele, in denen dann der eine Moment entscheidet. Bei uns zweimal ein Golden Goal: bei der EM 2001 und zwei Jahre später bei der WM mit Nia Künzer. Ich finde, die aktuelle Mannschaft macht ihre Sache gut. Unglückliches Aus gegen Spanien trifft es ganz gut. Keiner hatte erwartet, dass sie so eine gute EM spielen und sie haben am Ende eine gute Leistung gezeigt.

Was hat letztlich gefehlt?
Es wäre vielleicht ein Tick mehr Mut gewesen, den es gegen Spanien gebraucht hätte, um ins Endspiel zu kommen. Bis auf die WM in Australien haben sie ihren Job eigentlich immer ganz gut gemacht - auch in der Nations League. Ich würde es ihnen gönnen, wenn es demnächst auch mal wieder einen Titel gibt. Das ist etwas, was die Mannschaft und wir beim DFB auch brauchen von den A-Mannschaften. Bei den U-Mannschaften holen wir ja weiterhin Titel. Es wird immer negativ dargestellt - der deutsche Fußball am Abgrund. Aber ganz so schlecht stehen wir am Ende nicht da.

Die WM 2027 ist das nächste Ziel. Die Auslosung ist im Dezember in Rio de Janeiro. Der jetzige Kader ist sehr jung. Mit Luzie Zähringer ist eine 18-Jährige nachnominiert worden. Das spricht dafür, dass die U-Mannschaften als Unterbau vorhanden sind.
Genau, und jetzt muss man die Spielerinnen heranführen. Von daher ist es perfekt, dass Christian jetzt bei Freundschaftsspielen junge Spielerinnen mitnimmt und sie ausprobiert. Das musst du genau jetzt machen, es ist genau der richtige Move. Du musst deine Mannschaft dann ja auch relativ schnell finden. Jetzt hast du noch die Zeit, die Spiele bieten sich perfekt an. Am Ende des Jahres steht noch eine Länderspielreise nach Brasilien auf dem Programm. Da wird Christian sicher auch das ein oder andere ausprobieren, um dann im neuen Jahr die Mannschaft zu finden. Es ist ein guter Mix. Man muss hoffen, dass gestandene Spielerinnen wie Giulia Gwinn sich nicht verletzen. Es sind Persönlichkeiten, die ein Team braucht. Du kannst nicht nur mit jungen Spielerinnen arbeiten, du brauchst auch Leader.

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 11.02. Источник: www.swr.de.