Der Klub aus der englischen Premier League wurde bei einer Untersuchung wegen „schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln für schuldig befunden“. Wie genau sich Manchester City einen Vorteil verschafft haben soll, wie die Untersuchung lief und wie es nun weitergeht.
30.09.2026 · 13:10 Uhr
Die Finanzaffäre von Manchester City im Zeitraffer
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Manchester · Der Klub aus der englischen Premier League wurde bei einer Untersuchung wegen „schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln für schuldig befunden“. Wie genau sich Manchester City einen Vorteil verschafft haben soll, wie die Untersuchung lief und wie es nun weitergeht.
Der Finanzskandal von Manchester City erschüttert nicht nur die Premier League, sondern den gesamten europäischen Fußball. Es geht um einen Betrug, den es in solchen Dimensionen zuvor noch nicht gegeben hat – die Konsequenzen sind daher nicht absehbar. Doch was wird ManCity genau vorgeworfen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Finanzskandal.
Die Premier League hat eine unabhängige Kommission beauftragt, um die Finanzen des englischen Spitzenteams Manchester City zu überprüfen. Zuvor hatte das Magazin „Der Spiegel“ im November 2018 berichtet, dass ManCity versuche, die Financial-Fair-Play-Regeln (FFP) der Uefa zu umgehen. Nach jahrelangen Untersuchungen präsentierte die Liga am Dienstag (29. September 2026) ihre Ergebnisse – und diese könnten für ManCity heftige Konsequenzen haben. Der Verein werde wegen „schwerwiegender Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League über einen Zeitraum von neun Spielzeiten für schuldig befunden“, hieß es in einem Statement. Es geht um Verstöße von 2009 bis 2018. „Zudem wurde der Verein in der Mehrheit der Vorwürfe wegen mangelnder Kooperation mit den Ermittlungen der Liga für schuldig befunden.“ Manchester City hat bis Freitag (2. Oktober) Zeit, Einspruch einzulegen.
Nicht besonders einsichtig. Geschäftsführer Ferran Soriano bezeichnete das Verfahren gegen seinen Klub als das Ergebnis einer „Verschwörungstheorie der Premier League“. Er sei überzeugt, dass es keinerlei Sanktionen geben werde, da ManCity über „unwiderlegbare Beweise“ für die eigene Unschuld verfüge. Der Klub wird Einspruch einlegen, allein, um sich etwas mehr Zeit zu verschaffen. Doch wenn die Premier League ein solch hartes Statement veröffentlicht, wird sie sich ihrer Sache sehr sicher sein.
Die Premier League muss ein hartes Urteil fällen, schließlich geht es um ihre Glaubwürdigkeit und damit um das Fundament der gesamten Liga. Im betroffenen Zeitraum wurde Manchester City dreimal englischer Meister und legte den Grundstein für Jahre der Dominanz ab 2020/21. Auch international trumpfte ManCity auf: 2022/23 gewann das Team die Champions League. Eine Geldstrafe wird ManCity nicht großartig stören und würde dem Betrug nicht gerecht. Wohl aber ein Zwangsabstieg, ein massiver Punktabzug und/oder die Aberkennung der Titel, die der Klub im betroffenen Zeitraum gewonnen hat. Stars wie Erling Haaland könnten den Klub verlassen. Manchester City wird für lange Zeit den Stempel eines Betrügervereins tragen.
Weil der Betrug gut verschleiert wurde. Erst bei genauer Prüfung kam heraus, dass der Verein mithilfe von Scheinvereinbarungen mit Sponsoren und weiteren Partnern Einnahmen künstlich erhöht und Kosten gesenkt haben soll. Insgesamt, so hieß es vonseiten der Liga, gehe es um eine Summe von mehr als 900 Millionen Pfund. Dadurch habe ManCity seine Finanzlage gegenüber Wirtschaftsprüfern und Fußballverbänden falsch dargestellt und hätte bei korrekter Bilanzierung erheblich über den geltenden Ausgabenlimits gelegen.
Der Verein kaufte im großen Stil Spieler ein, investierte zwischen 2009/10 und 2017/18 1,44 Milliarden Euro. Demgegenüber stehen Einnahmen aus Spielerverkäufen in Höhe von rund 380 Millionen Euro. Die Differenz von mehr als einer Milliarde Euro müsste der Verein also anderweitig kompensiert haben. 2011/12 kam Sergio Agüero für 40 Millionen Euro von Atlético Madrid – und schoss ManCity dann mit einem Last-Minute-Treffer am letzten Spieltag zur Meisterschaft. Auch die Deutschen Leroy Sané und Ilkay Gündogan wurden in dieser Zeit verpflichtet.
Von wütend über entsetzt bis betrübt ist alles dabei. David Bernstein, früherer Vorstandsvorsitzender von Manchester City, forderte bereits in der BBC den Zwangsabstieg. Er sprach von einer „tief verwurzelten Form von Betrug“. Wayne Rooney, ehemaliger Kapitän von Manchester United, betonte, er wolle auf diese Art und Weise keine Titel nachträglich zugesprochen bekommen. „Ich würde 15 Jahre später keine Medaille bekommen wollen, nur weil City betrogen hat“, sagte er. ManUnited-Ikone Roy Keane war dagegen sauer: „Wenn ich Spieler wäre, würde ich diese Medaillen zu 100 Prozent in den Müll werfen. Sie haben auf dem Platz gewonnen, weil gleichzeitig betrogen wurde.“
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