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Spülen Sie Seifenspender nicht aus, wird er zur Keimfalle

Дата публикации: 21-08-2026 05:29:00

Was ist hygienischer: ein festes, offen daliegendes Seifenstück oder Flüssigseife aus dem Spender? Die Antwort könnte überraschen.

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Was ist hygienischer: ein festes, offen daliegendes Seifenstück oder Flüssigseife aus dem Spender? Die Antwort könnte überraschen.

Seife hat vermutlich jeder zu Hause. Bei manchen kommt sie in flüssiger Form aus dem Spender, bei anderen liegt sie als festes Stück in einer Schale. Welche reinigt hygienischer?

Grundsätzlich ist es der Job einer Seife, beim Händewaschen Schmutz und Krankheitserreger von der Haut zu entfernen. Den erledigen beide Varianten gleich gut: „Es ist im Grunde egal, ob Sie flüssige oder feste Seife nehmen“, bestätigt Prof. Iris Chaberny. 

Vorsicht beim Nachfüllen von Flüssigseife

Da Flüssigseifen meist pH-neutral sind, sind sie sanfter zur Haut und weil sie in einen Behälter gefüllt werden, können sich auf ihr erst einmal keine Erreger ansetzen. In dieser Hinsicht könnte man also sagen, sie sind hygienischer – und geeignet für öffentliche Waschräume, in denen viele verschiedene Menschen die Seife benutzen. Denn der Inhalt kommt dank Spendersystem kaum mit den Händen in Kontakt und wird folglich auch nicht verunreinigt.

Allerdings muss der Behälter, wenn er leer ist, entweder entsorgt und erneuert oder vor dem Wiederbefüllen sauber gemacht werden. Sonst kann er mit der Zeit verkeimen, und zwar so stark, dass auf den Händen nach dem Waschen unter Umständen sogar mehr Erreger feststellbar sind als vorher.

Bei Einwegspendern, wie sie im Supermarkt zu bekommen und in vielen Privathaushalten zu finden sind, besteht diese Gefahr nicht. Es entsteht jedoch Müll, der bei Seifenstücken nicht anfällt. Was den Umweltaspekt angeht, ist die feste Seife also vorteilhafter – zumal sie häufig auch weniger Zusatzstoffe oder Mikroplastik enthält.

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Feste oder Flüssigseife: Diese Rolle spielt der pH-Wert

Die Direktorin des Instituts für Krankenhaus- und Umwelthygiene des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein sieht in puncto Wirksamkeit aber keine wissenschaftlich feststellbaren Unterschiede zwischen fest und flüssig. Jedoch sind Seifenstücke oft etwas alkalischer als die Variante aus dem Spender. Sie haben also einen höheren pH-Wert als die Haut. 

Alkalische Seifen lösen Hautfette und Schmutz oft effektiver. Das heißt aber nicht, dass feste Seife Bakterien besser von der Haut entfernt. Sie dämmt lediglich das Bakterienwachstum auf dem Seifenstück selbst ein, da die Erreger einen neutralen pH-Wert bevorzugen. 

Feste Seifenstücke sind hygienisch unbedenklich

Sinnvoll ist dieser Effekt allemal, denn Forschende fanden auf benutzten Seifenstücken häufiger Bakterien als in Flüssigseife aus Spendern. Das liegt daran, dass meist viele Hände ein Seifenstück direkt berühren – sei es in Familienhaushalten oder im Büro-WC – und seine Oberfläche nach Benutzung feucht bleibt. Dadurch gelangen einerseits verschiedene Erreger auf die Seife und diese können sich andererseits im feuchten Milieu gut vermehren.

Allerdings waren in der Studie vermutlich auch aufgrund des leicht alkalischen pH-Werts die Keimmengen auf der Seife gering, und die Bakterien wechselten ständig. Ein dauerhaftes Erregerreservoir entstand nicht. Hygienisch bedenklich sind Seifenstücke für gesunde Menschen also nicht. Allerdings trocknet eine alkalische Seife die Haut eher aus als eine pH-neutrale.

Seifenstück oder Flüssigseife: Darauf kommt es außerdem an

Im Alltag dürfte es für den Haus- oder Bürogebrauch aus hygienischer Sicht keinen Unterschied machen, ob die Seife am Waschbeckenrand fest oder flüssig ist. Laut Iris Chaberny sind andere Punkte entscheidender für die Handhygiene als der Aggregatszustand der Seife – und zwar unter anderem

  • wie gründlich man sich die Hände wäscht. Handflächen, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen und Daumen sollten mindestens 20 Sekunden lang gründlich eingeseift und anschließend mit Wasser abgespült werden.
  • welche Inhaltsstoffe in der Seife stecken. So gut es auch duftet, aber Parfümöle und andere Zusatzstoffe können Iris Chaberny zufolge hautreizend wirken und auf Dauer eine Allergie entstehen lassen.
  • wann man sich die Hände wäscht. Hier rät die Hygieneexpertin zur Faustformel „nach der Toilette und vor dem Essen, Hände waschen nicht vergessen“. Besonders wenn Lebensmittel zubereitet werden, die Salmonellen übertragen können, wie rohes Hühnerfleisch, sollte man die Hände sorgfältig reinigen, bevor man andere Lebensmittel anfasst, oder „am besten das Huhn erst nach allen anderen Speisen zubereiten“, sagt Prof. Chaberny.
Hände desinfizieren oder mit Seife waschen?

Für den Alltag reicht Händewaschen mit Wasser und Seife in den meisten Situationen vollkommen aus. Seife tötet Krankheitserreger zwar nicht unbedingt ab, entfernt sie aber von der Haut. Wer es ganz genau nimmt mit der Salmonellengefahr, kann die Hände desinfizieren, nachdem er rohes Huhn oder auch Eier angefasst hat.

Ansonsten ist es besonders dann sinnvoll, die Hände nicht nur zu waschen, sondern zusätzlich mit einer alkoholischen Desinfektion zu reinigen, wenn es um stark ansteckende Krankheitserreger geht: „Bei Noroviren, das sind hochgradig ansteckende Magen-Darm-Erreger, ist es sinnvoll, die Hände nach Kontakt mit Erkrankten zu desinfizieren“, rät Iris Chaberny. 

Denn die Erreger haften sich an die Haut und gelangen über Mund- oder Nasenschleimhaut in den Körper, wenn wir uns ins Gesicht fassen – was wir mehrere hundert Mal pro Tag tun. Und: Wer häufig die Hände reinigt, zum Beispiel in Pflegeberufen, oder empfindliche Haut hat, sollte eher desinfizieren, da der darin enthaltene Alkohol die Hautfette nicht wegwäscht und die Mittel oft rückfettende Substanzen enthalten. Die Haut trocknet also nicht so schnell aus.

Handdesinfektionsmittel töten nicht alle Noroviren ab

Zusätzlich zur Desinfektion die Hände zu waschen ist bei Norovirus dennoch wichtig, da Handdesinfektionsmittel nicht alle Noroviren abtöten. Dazu rät unter anderem die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC. Ob Sie dafür eine Flüssigseife oder ein Seifenstück verwenden, bleibt nach aktuellem Kenntnisstand Ihnen überlassen. Hygienisch sind beide.

Letztlich kommt es bei der Frage, ob Desinfizieren oder Hände waschen und wie häufig auch darauf an, womit man sich wohl und sicher fühlt.

Von Carola Felchner

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