Schlaf ist mehr als nur eine Ruhepause – er ist ein essentieller Baustein für unsere physische und mentale Gesundheit. Doch was gilt es dabei zu beachten?
Schlaf ist mehr als nur eine Ruhepause – er ist ein essentieller Baustein für unsere physische und mentale Gesundheit. Doch was gilt es dabei zu beachten?
Die Betonung der Bedeutung des Schlafs für die allgemeine Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden kann nicht oft genug wiederholt werden. In der heutigen modernen Gesellschaft, die von Hektik und Stress geprägt ist, sind Schlafprobleme weitverbreitet.
Die Menschen haben Schwierigkeiten, ausreichend Schlaf zu bekommen, sei es aufgrund von beruflichen Verpflichtungen, persönlichem Stress oder sogar durch den Einfluss der digitalen Welt, die uns rund um die Uhr beschäftigt hält. Schlaf ist eine Notwendigkeit, die oft unterschätzt wird. Es ist daher von größter Bedeutung, ihn ernst zu nehmen.
Meine Tipps für einen erholsamen Schlaf:
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Ingo Froböse ist emeritierter Professor der Deutschen Sporthochschule Köln und Experte für Sportrehabilitation und Prävention. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle.
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Die Einschlafphase dauert fünf bis 20 Minuten. Im Leichtschlaf entspannt sich der Körper, die Pupillen werden enger, die Augenbewegungen kommen zum Stillstand, bei Schnarchern sind laute Atemgeräusche zu hören.
In der Tiefschlafphase sammelt der Körper neue Kräfte und erholt sich. Das Herz schlägt langsamer, der Blutdruck sinkt, der Kreislauf und die Muskulatur erholen sich.
Der Traumschlaf ist am wichtigsten für den Körper, beziehungsweise für die Regeneration: In dieser Phase finden hauptsächlich Träume statt und das Gehirn erzeugt eine hohe Aktivität, während der Herzschlag und die Atmung beschleunigen. Interessanterweise tritt in dieser Phase eine vollständige Entspannung der Muskulatur auf.
Der Begriff „REM“ steht dabei für „schnelle Augenbewegungen“, da die geschlossenen Augenlider des Schlafenden sichtbar machen, wie die Augäpfel in schnellem Tempo hin und her gleiten. Gegen Ende des Schlafzyklus wird der Schlaf leichter, es gibt sogar Menschen, die in diesem Stadium fast oder vollständig aufwachen, bevor der nächste Schlafzyklus beginnt.
Tatsächlich kommt es pro Nacht bis zu 20-mal zu kurzen Aufwachphasen. Übrigens: Je nachdem wie viel oder wenig ein Mensch an REM-Schlaf erhält, desto besser oder schlechter fällt der Schlaf aus. Dies belegten unter anderem Forscher des Sleep and Learning Lab der Michigan State Universität. Ein Nickerchen von einer halben bis zu einer Stunde reicht laut ihnen nicht aus, um zu wenig Schlaf aus der Vornacht zu kompensieren, da in dieser Zeit nicht beziehungsweise zu wenig in den Tiefschlaf gewechselt wird.
Ein Aspekt ist die Verbindung zwischen unzureichendem Schlaf und chronischen Erkrankungen wie Herzkrankheiten. Eine französische Studie der Universität Paris deutet darauf hin, dass eine kurze Schlafdauer in der Lebensmitte sogar mit einem erhöhten Risiko für eine Demenzerkrankung verbunden sein kann.
Die Auswirkungen von Schlafmangel beschränken sich jedoch nicht nur auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Er beeinträchtigt auch die geistige Gesundheit, indem er das Risiko für Depressionen, Angstzustände und Stress erhöht: Bereits eine Nacht zu wenig Schlaf kann den Cortisolspiegel ansteigen lassen. Cortisol ist ein Stresshormon, das beispielsweise die Fettverbrennung verlangsamt.
Wer über einen zu langen Schlafraum zu wenig Schlaf abbekommt, kann im schlimmsten Fall sogar eine Schlafstörung entwickeln. Zwei bekannte Schlafstörungen sind Schlaflosigkeit und Schlafapnoe.
Bei einer Schlaflosigkeit gibt es Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen, zudem häufig nächtliches Erwachen, was in einem schlechten Schlaf mündet. Bei einer Schlafapnoe kommt es während des Schlafs zu wiederholten Atemaussetzern, die zu einem generell unruhigen Schlaf führen können. Der Trend der Schlafstörungen ist alarmierend: Daten der Kaufmännischen Krankenkasse zeigen, dass die Zahl der Diagnosen von nicht-organischen Schlafstörungen bundesweit von 2011 bis 2021 um rund 77 Prozent angestiegen ist.
Die Gründe liegen vor allem an den vielen elektronischen Geräten, die ein Ein- und Durchschlafen verhindern. Nach einer Studie der DAK-Gesundheit schauen 83 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme und Serien, 68 Prozent erledigen abends private Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone. Die meisten elektronischen Bildschirme, wie die von Smartphones, Tablets und Computern, emittieren jedoch blauhaltiges Licht.
Dieses Licht kann die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmen, was den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus stören kann: Das Gehirn denkt, es sei Tag. Als Folge ist der Körper nicht darauf vorbereitet, in den „Schlafmodus“ zu wechseln, wenn man das elektronische Gerät plötzlich weglegt. Man bekommt Einschlafprobleme. Zudem können elektronische Geräte dazu verleiten, Zeit in sozialen Medien zu verbringen, E-Mails zu überprüfen oder Spiele zu spielen, was zu Ablenkung führt und es schwer macht, zur Ruhe zu kommen.
Schlaftabletten sollten nur mit äußerster Vorsicht genommen werden. Zwar verbessert sich am Anfang der Schlaf, dieser Effekt ist allerdings nur von kurzer Dauer. Werden die Tabletten abgesetzt, ist die Schlafqualität häufig schlechter als zum Zeitpunkt des Beginns der Einnahme. Wem dieser Effekt nicht bekannt ist, interpretiert den schlechten Schlaf als Wiederkehr der ursprünglichen Schlafstörung. Dies wiederum führt zu einem erneuten Gebrauch des Schlafmittels – ein Teufelskreis.
Letztlich ist es wichtig, regelmäßig und effektiv zu schlafen. Wer auf Koffein, Alkohol und Displays vor dem Schlaf verzichtet und stattdessen feste Routinen eingebaut, wie zum Beispiel lesen, wird schnell merken, wie die Schlafqualität ansteigt. Denn nur wer erholsam schläft, wird positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und das Immunsystem feststellen.
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