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Ab Herbst werden wir dicker, müder, muffliger – was hilft

Дата публикации: 18-09-2026 04:00:00

Mit Herbstbeginn ändern sich Licht, Temperatur – und damit der Alltag. Was macht uns müde, lässt uns zunehmen oder belastet die Atemwege und was hilft dagegen?

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Mit Herbstbeginn ändern sich Licht, Temperatur – und damit der Alltag. Was macht uns müde, lässt uns zunehmen oder belastet die Atemwege? Außerdem: Die richtige Ernährung hebt die Stimmung wieder.

Mit dem kalendarischen Herbstanfang am 23. September werden die Tage deutlich kürzer. Das veränderte Licht und sinkende Temperaturen beeinflussen auch unseren Alltag sowie unseren Körper.

Frühe Dunkelheit kann müde machen. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass es früher dunkel wird, sondern auch die geringere Tageslichtmenge.

Sonne und Bewegung können vor Herbstblues schützen

Was können wir tun, um die Veränderungen mental zu bewältigen und dem aufkeimenden Herbstblues die Stirn zu bieten?

„Ich empfehle, viel in die Sonne gehen und das Tageslicht nutzen“, sagt Psychiaterin Sabine Barry. „Etwa in der Mittagspause einen Spaziergang zu machen oder einen Ausflug in die Natur – und vielleicht mal Waldbaden ausprobieren.“

Auch Bewegung und Sport seien wichtig bei der Prävention von Depressionen. Schon kleine Gewohnheiten wie zum Beispiel, auf den Aufzug zu verzichten und die Treppe zu nutzen, können helfen.

Tryptophanreiche Ernährung wichtig

„Wir können außerdem darauf achten, Tryptophane in die Ernährung einzubauen. Das ist eine hormonelle Vorstufe des Serotonins, das als Glückshormon bekannt ist“, sagt Barry. Tryptophan ist unter anderem in

  • Käse,
  • Fisch,
  • Fleisch,
  • Nüssen
  • Hülsenfrüchten
  • und auch in Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil enthalten.

Die Psychiaterin sagt: „Ohnehin sollte man gerade im Herbst und Winter auch auf die Ernährung achten und viel frisches Obst und Gemüse einbauen.“

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Um zu verstehen, woher die typischen Herbstbeschwerden kommen, lohnt sich der Blick auf wissenschaftliche Untersuchungen zu fünf Thesen:

1. Die Müdigkeit setzt früher ein

Die Tageslichtmenge beeinflusst die innere Uhr, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, wie Forscher im „Journal of Physiological Anthropology“ berichteten.Wie stark Licht wirkt, hängt vor allem von Zeitpunkt, Dauer und Intensität der Lichtexposition ab. Eine Studie mit schwedischen Büroangestellten zeigte im Jahresverlauf Veränderungen bei der aufgenommenen Tageslichtmenge sowie bei den Tagesverläufen von Melatonin und Cortisol. Das Stresshormon Cortisol folgt einem ausgeprägten Tagesrhythmus und spielt unter anderem rund um das Aufwachen eine Rolle.

Die Ergebnisse lassen sich zwar nicht unmittelbar auf das weiter südlich gelegene Deutschland übertragen, zeigen aber: Tageslicht gibt der inneren Uhr wichtige Orientierung. Müdigkeit kann bei weniger Tageslicht früher einsetzen – und bei hellem Abendlicht später.

2. Das Körpergewicht steigt leicht – meistens

Im Winter steigt das Gewicht vieler Menschen im Durchschnitt leicht, so eine Studie. In der US-Untersuchung an 195 Erwachsenen nahm das Gewicht zwischen Thanksgiving Ende November und dem Jahreswechsel im Schnitt um 0,37 Kilogramm zu. Im weiteren Winter lag es durchschnittlich sogar 0,48 Kilogramm über dem Wert vom frühen Herbst. 

Winterspeck ist kein unvermeidbarer biologischer Vorgang

Auch Gewichtsdaten aus sieben Ländern, darunter Deutschland, zeigen einer Studie zufolge jahreszeitliche Schwankungen. Die niedrigsten Werte wurden im Sommer, die höchsten tendenziell in den kälteren Monaten gemessen. 

Diese Daten belegen jedoch nicht, dass die Jahreszeit selbst die Ursache ist. Wahrscheinlicher sei ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, schreibt das Team im „European Journal of Clinical Nutrition“:

Im Winter bewegen sich viele Menschen weniger, essen möglicherweise energiereicher, feiern häufiger und verbringen mehr Zeit in Innenräumen. Winterspeck ist daher möglich – aber kein unvermeidbarer biologischer Vorgang.

3. Beschwerden einer Winterdepression nehmen ab September zu

Wenn die Tage kürzer werden, kann bei manchen Menschen ab Herbst ein Winterblues beginnen. Eine Cambridge-Studie mit Menschen, die an einer Winterdepression litten, zeigte: Die Beschwerden nahmen ab September zu und erreichten im Januar und Februar ihren Höhepunkt. Veränderungen bei Schlaf, Appetit und Energie traten dabei häufig früher auf als die Stimmungsschwankungen. 

Wichtig: An der Studie nahmen nur Menschen mit einer Winterdepression teil. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht auf eine vorübergehende Herbstmüdigkeit oder ein Stimmungstief übertragen.

Hier finden Sie schnelle Hilfe bei Depressionen und in psychischen Notlagen
  • Eine Rund-um-die-Uhr-Anlaufstelle für alle Menschen in psychischer Not ist die Telefonseelsorge mit den deutschlandweiten Telefonnummern 08001110-111 oder -222.
  • Die Internetplattform „Freunde fürs Leben“ gibt Hilfestellung bei drohendem Suizid. Weitere Informationen finden Sie auch bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Ein Verzeichnis von Beratungsstellen finden Sie hier: Suizidprophylaxe.de.
  • Auch das deutschlandweite Info-Telefon für Depressionen ist kostenlos unter 0800 33 44 5 33 erreichbar.
  • Fachlich moderierte Online-Foren zum Erfahrungsaustausch für Erwachsene gibt es im Diskussionsforum Depression. Junge Menschen ab 14 Jahren können sich bei Fideo austauschen.
Kein allgemeiner Stimmungsabfall in der Bevölkerung im Herbst

Für eine saisonale Depression gibt es zwar wissenschaftliche Hinweise. Einen allgemeinen Stimmungsabfall in der Bevölkerung während der Herbst- und Wintermonate belegt die Forschung jedoch nicht.

Eine systematische Auswertung von 41 Studien konnte keinen regelmäßigen jahreszeitlichen Wechsel hin zu schlechterer Stimmung und mehr psychischen Beschwerden bestätigen.

4. Körper bildet weniger Vitamin D

Vitamin D ist wichtig für Knochen, Muskeln und verschiedene Körperfunktionen. Der Körper bildet es mit Hilfe von UV-B-Strahlung in der Haut. In Deutschland ist diese Bildung im Winter wegen der geringeren Sonnenintensität und der kürzeren Tage erschwert. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch automatisch einen Vitamin-D-Mangel entwickelt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Vitamin-D-Präparate vor allem jenen Menschen, die sich nur selten im Freien aufhalten oder ein erhöhtes Mangelrisiko haben. Dazu zählen unter anderem

  • ältere und wenig mobile Menschen,
  • Säuglinge
  • sowie Menschen mit dunkler Haut.

Für gesunde Erwachsene ist eine pauschale Einnahme demnach nicht grundsätzlich ratsam.

Warnung vor der Einnahme von zu hohen Einzelmengen

Ob ein Präparat nötig ist, hängt vom individuellen Risiko und gegebenenfalls vom jeweiligen Vitamin-D-Spiegel ab. Die medizinische Fachgesellschaft Endocrine Society empfiehlt in ihren Richtlinien gesunden Erwachsenen unter 75 Jahren keine regelmäßige Einnahme von Vitamin D allein zur Vorbeugung von Krankheiten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt sogar vor hohen Einzelmengen, die in größeren Abständen eingenommen werden. Wer zu einer Risikogruppe gehört oder einen Vitamin-D-Mangel vermutet, sollte die Einnahme mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

5. Trockene Raumluft kann Atemwegsinfekte begünstigen

Beim Heizen wird die Luft in Innenräumen erwärmt. Dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, sofern nicht Feuchtigkeit zugeführt wird. Trockene Luft kann die Schleimhäute reizen und die natürliche Reinigungsfunktion der Atemwege beeinträchtigen. Diese soll dem Körper helfen, Schleim, Partikel und Krankheitserreger abzutransportieren.

In einer Studie mit Mäusen schwächte trockene Luft zudem die Abwehr von Grippeviren. Untersuchungen mit künstlich erzeugten Husten-Aerosolen deuteten außerdem darauf hin, dass diese Viren bei niedriger Luftfeuchte länger infektiös bleiben.

Trockene Heizungsluft kann die Übertragung von Atemwegsviren demnach unter bestimmten Bedingungen begünstigen. Die Ergebnisse aus Tierversuchen und künstlichen Aerosolen lassen sich jedoch nicht unmittelbar auf alle Situationen in Innenräumen übertragen.

Generell gilt aber: Auch gegen trockene Schleimhäute helfen regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft und ausgiebiges Waldbaden.

dpa

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