Zwischen guter Idee und eigener Firma liegen oft viele offene Fragen. Im Kreis Kleve sollen erfahrene Unternehmer Gründer künftig mit Rat, Erfahrung und einem offenen Ohr begleiten. Bewerbungen für das Mentorenprogramm sind ab sofort möglich.
07.10.2026 · 05:59 Uhr
Sie stellten das Mentorenprogramm vor, von links: Peter Schau (Volksbank Emmerich-Rees), Peter Radtke (Sparkasse Krefeld), Brigitte Jansen (WFG Kreis Kleve), Wilfried Röth (Sparkasse Rhein-Maas), Frank Ripkens (Volksbank Kleverland), Irina Janßen (WFG Kreis Kleve) sowie Gerhard Heusipp (Hochschule Rhein-Waal).
Foto: WfG Kreis Kleve / MVOKreis Kleve · Zwischen guter Idee und eigener Firma liegen oft viele offene Fragen. Im Kreis Kleve sollen erfahrene Unternehmer Gründer künftig mit Rat, Erfahrung und einem offenen Ohr begleiten. Bewerbungen für das Mentorenprogramm sind ab sofort möglich.
Welches Problem will man lösen – und für wen? Gibt es genug Nachfrage, gar eine Marktlücke? Wie viel Kapital braucht es, wofür und von wem? Welche Preise sind tragfähig, und wann ist der Break-even erreicht? Welche Unterlagen braucht es zur Gründung, und wie funktioniert die steuerliche Erfassung? Der Weg in die Selbstständigkeit ist in der Regel beschwerlich. Rückenwind soll es für werdende Unternehmerinnen und Unternehmer über das neue Mentorenprogramm der Kreis Klever Wirtschaftsförderung geben, das durch die Volksbanken und Sparkassen finanziell gefördert wird.
Das Konzept lautet: Erfahrene Ratgeber stehen bei der Existenzgründung zur Seite und begleiten die Gründerinnen und Gründer auf ihrem Weg durch Höhen und Tiefen. Bewerbungen für das Mentorenprogramm von allen, die ein Unternehmen aufbauen oder weiterentwickeln möchten, nimmt die Wirtschaftsförderung ab sofort entgegen. Vorgestellt wurde die Initiative am Freitagmittag im Rahmen einer Pressekonferenz bei der Kreiswirtschaftsförderung an der Hoffmannallee in Kleve, an der auch Vertreter der Banken sowie der Hochschule Rhein-Waal teilnahmen.
Gründerinnen und Gründer erhalten im Rahmen des Programms kostenlose Unterstützung in der Anfangsphase ihrer Unternehmensentwicklung. Sie werden durch erfahrene Mentorinnen und Mentoren begleitet. „Wir wollen das Gründungsmilieu im Verbund stärken“, sagte Brigitte Jansen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve.
Fragen der Finanzierung, von Versicherungen, Formalitäten oder zur Entwicklung der Gründerpersönlichkeit könnten mit dem Mentor besprochen werden. „Es kann sehr hilfreich sein, Unterstützung zu bekommen von einem Mentor, der das objektiv und kostenlos macht und dem es eine Herzensangelegenheit ist, weiterzuhelfen“, sagte Jansen. Mentoren sollen Menschen sein, die erfolgreich sind oder das waren, und die bereit sind, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk in einem „geschützten Raum“, wie Jansen erklärte, weiterzugeben.
Bewerben können sich Gründerinnen und Gründer, die Verantwortlichen von Start-ups, Chefs in den ersten Jahren nach einer Gründung oder Macher, die ein Unternehmen übernommen haben. Die Mentoren stammen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen, können unternehmerischen Erfolg vorweisen und verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz, wie Jansen erklärte. Der „Pool“ soll nun aufgebaut werden.
Es handele sich um Menschen, die ihr Berufsleben vielleicht schon hinter sich hätten und nun ihre Erfahrungen weitergeben wollten, sagte Peter Schau von der Volksbank Emmerich-Rees. „Das ist eine wertvolle Aufgabe nach dem Ausscheiden“, sagte er. Der persönliche Kontakt könne für beide Seiten sehr hilfreich sein – und trage womöglich auch dazu bei, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region bleiben, sagte Schau.
Wilfried Röth von der Sparkasse Rhein-Maas erklärte, dass Kontakte für werdende Unternehmer ganz wichtig seien. „Und das Gefühl: Es schaut noch mal jemand Erfahrenes drüber und gibt Bestätigung, Feedback oder Verbesserungsvorschläge. Das ist ein stabilisierender Faktor“, sagte Röth. Frank Ripkens von der Volksbank Kleverland wiederum legte dar, dass der Gründer die Grundidee mitbringen müsse. Aber: „Es kann sehr hilfreich sein, einen Sparringspartner zu haben. Jemanden, der einen ganz anderen Blick hat“, sagte Ripkens im Rahmen der Pressekonferenz.
Bei der Wirtschaftsförderung hofft man nun darauf, dass die Initiative gut anläuft. „Das Mentorenprogramm ergänzt das bestehende Angebot im Kreis Kleve zur Unterstützung von Gründerinnen und Gründern“, sagte Brigitte Jansen. Man führe als Wirtschaftsförderung als sogenanntes „Startercenter NRW“ ganzjährig Gründungs- und Fördermittelberatungen durch. Mit Unterstützung von Volksbanken und Sparkassen biete man darüber hinaus jährlich die Seminarreihe „Informieren – Gründen – Planen“ an. Hinzu kämen die „Vier-Augen-Gespräche“ während der „Gründungswoche Deutschland“. Nun geht man den nächsten Schritt.
„Mit dem Mentorenprogramm schaffen wir nun gemeinsam mit den Volksbanken und Sparkassen im Kreis Kleve ein zusätzliches Angebot, das Gründerinnen und Gründern speziell in der Anfangsphase ihrer Unternehmensentwicklung Unterstützung bietet. Es soll helfen, Fehler zu vermeiden, es soll die Erfolgschancen der Gründung erhöhen und das Gründermilieu sowie letztlich die regionale Wirtschaft stärken“, sagte Jansen.
Das neue Angebot passt übrigens gut in die Zeit: Irina Janßen von der Kreiswirtschaftsförderung berichtete auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die Zahl der Existenzgründungsberatungen zuletzt gestiegen sei – offenbar ist das Gründungsklima zwischen Emmerich im Norden und Straelen im Süden auf einem guten Kurs.
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