Die asiatische Hornisse wurde nun auch erstmals offiziell in München nachgewiesen. Gefährlich ist sie vor allem für heimische Bienen.
Stand: 06.10.2026, 06:30 Uhr

Die asiatische Hornisse wurde nun auch erstmals offiziell in München nachgewiesen. Gefährlich ist sie vor allem für heimische Bienen.
München – Die Asiatische Hornisse ist in München angekommen. Ein Mitarbeiter der Stadt entdeckte das Tier Mitte September auf einer Blüte und meldete es über das bayerische Portal BeeWarned. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) bestätigte die Sichtung – erstmals ist die invasive Art damit offiziell in München nachgewiesen.
Vermutlich gelangte eine Königin über den Frachtverkehr in die bayerische Hauptstadt, sagt Ronald Jäger, Leiter der Koordinierungsstelle Vespa velutina an der LWG. Eine flächendeckende Ausbreitung lasse sich wahrscheinlich nicht verhindern. Aber die Landesanstalt versucht, die Bestände möglichst lange niedrig zu halten.
Doch Zahlen des Landwirtschaftsministeriums zeigen: Die Asiatische Hornisse ist im Anflug. Seit dem ersten Nachweis in Bayern 2022 hat ihre Verbreitung deutlich zugenommen: 2023 wurden fünf Nester gefunden und entfernt, 2024 waren es 19, im letzten Jahr bereits 33, teilte das Ministerium mit. „Die Asiatische Hornisse ist keine theoretische Gefahr mehr. Sie ist da“, sagte Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU).
Asiatische Hornisse breitet sich immer weiter ausFür Menschen ist ein einzelnes Tier nicht gefährlicher als eine heimische Hornisse, erklärt LWG-Experte Jäger. „Wenn man sie aus Versehen quetscht oder drauftritt, sticht sie natürlich. Da ist ein Einzelstich genauso gefährlich wie einer der heimischen Tiere.“ Problematischer wird es, wenn Menschen einem Nest zu nahe kommen. „Sie unterscheidet sich in ihrem Nestverteidigungsverhalten von den heimischen Arten“, sagt Jäger. Wer unbewusst mit einem Nest in Kontakt komme, könne von mehreren Tieren gleichzeitig angegriffen werden. Dann wird es unangenehm – und für Allergiker sehr gefährlich.

Problematischer ist die Ausbreitung aber für Imker und Bauern: In Frankreich zeige sich bereits, welche Folgen eine hohe Nestdichte für die Landwirtschaft haben könne, so Jäger. „Dann bekommen wir massive Schäden im Bereich der Imkerei, aber auch im Obstanbau.“ Vor allem im Spätsommer werden die Tiere zum Problem: Wenn es weniger Blüten gibt, suchen die Hornissen ihren „Flugtreibstoff“ Zucker an reifem Obst. Gleichzeitig jagen sie Insekten. Ein beliebtes Opfer: die Honigbiene. Besonders für die Imkerei kann eine hohe Nestdichte Folgen haben. „Ab acht Nestern pro Quadratkilometer hat man sehr, sehr ernsthafte Schäden in der Imkerei, weil die Bienenvölker dann sehr stark bejagt und beraubt werden“, erklärt Jäger. Auch Städte bieten der Asiatischen Hornisse gute Bedingungen, weil die Tiere dort etwa im Müll leicht Nahrung finden.
Asiatische Hornissen: Sichtungen sollen gemeldet werdenUm eine solche Entwicklung möglichst zu bremsen, arbeiten Ministerium und LWG mit ihrem Aktionsplan Bayern daran, die Bestände niedrig zu halten. Wichtig ist ein enger Kontakt mit den Imkern vor Ort, die nach einer bestätigten Meldung auf Nestsuche gehen. In den vergangenen zwei Jahren hat die LWG dafür zahlreiche Imker ausgebildet. Für die Entfernung der Nester ist eine zusätzliche Ausbildung nötig. Auch die Schutzkleidung muss speziell sein. „Der normale Imkeranzug, der ist ein bisschen dünn, der reicht nicht aus, um sich zu schützen“, sagt Jäger. Die Tiere könnten den Stoff durchstechen.
Wer glaubt, eine Asiatische Hornisse entdeckt zu haben, wird gebeten, die Sichtung auf der Website BeeWarned.de zu melden – am besten mit Foto. Hilfreich ist außerdem, zu beobachten, wohin das Tier fliegt. Vor einem möglichen Nest sollte unbedingt Abstand gehalten werden, rät Jäger. Bestätigte Einzelsichtungen werden an regionale Imkervereine weitergegeben, damit diese nach dem Nest suchen können. So wie aktuell in München. Bisher wurde das Nest aber noch nicht entdeckt.
So erkennen Sie die eingewanderte ArtDie ursprünglich aus Südostasien stammende Vespa velutina wurde in Europa erstmals 2004 in der Nähe von Bordeaux nachgewiesen. 2014 wurde die Art zum ersten Mal in Deutschland in Rheinland-Pfalz entdeckt. Auch die Asiatische Hornisse ist etwa 2,5 bis 3 Zentimeter groß, aber wesentlich dunkler als ihre europäische Verwandte. Während die Europäische Hornisse einer Wespe ähnelt, besitzt die Asiatische Hornisse eine schwarze Grundfärbung und orangefarbene Streifen am Hinterleib. Die gelben Beinenden erkennt man beim schnellen Hinsehen kaum.
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