Das Kleinflugzeug mit sechs Personen an Bord war von Bermuda nach Boston unterwegs und verschwand vor der Küste von Massachusetts vom Radar. Nun wurden Trümmerteile der Maschine gefunden.
Das Kleinflugzeug mit sechs Personen an Bord war von Bermuda nach Boston unterwegs und verschwand vor der Küste von Massachusetts vom Radar. Nun wurden Trümmerteile der Maschine gefunden.
Jürgen Schelling05.10.2026, 06.05 Uhr
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Eric Lee / Reuters
Die amerikanische Küstenwache hat die Suche nach Insassen eines Kleinflugzeuges eingestellt, das vor der Ostküste der USA vermisst wird. Am Samstag seien Trümmerteile entdeckt worden, die zu dem vermissten Kleinflugzeug gehören, wie die Küstenwache am Sonntag mitteilte.
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Die am Samstag mutmasslich in der Region vor der Insel Nantucket im Gliedstaat Massachusetts in den Atlantik gestürzte Gulfstream 100 ist ein amerikanischer Business-Jet mittlerer Grösse. Er hat zwei Triebwerke und kann bis zu 870 km/h schnell fliegen.
In einer Gulfstream 100 können bis zu sieben Passagiere reisen. In der Version als Ambulanzflugzeug, um die es sich bei der verschwundenen Maschine gehandelt zu haben scheint, können ein oder zwei Patienten plus medizinische Crew mitfliegen. Dazu kommen zwei Piloten.
Vier Kanadier unter den VermisstenAm Samstag waren sechs Personen an Bord. Der Premierminister von Bermuda, David Burt, veröffentlichte ein Statement, in dem die Zahl genannt wurde. Der kanadische Verkehrsminister Steven MacKinnon teilte auf X mit, dass vier kanadische Staatsbürger vermisst würden.
Unter dem Namen Gulfstream G100 wurden zwischen 2001 und 2006 zwar lediglich zwei Dutzend Exemplare gebaut. Ursprünglich war dieser Jet mit dem damaligen Namen Astra aber eine Entwicklung von Israel Aerospace Industries, die ihn seit 1985 in einer Stückzahl von mehr als hundert Exemplaren produzierte. 2001 kaufte Gulfstream
die Firma Galaxy, die die Rechte zur Produktion der Astra besass, und nannte die Maschine Gulfstream 100. Sie wurde anschliessend als kleinstes Mitglied der Gulfstream-Flotte von Business-Jets zur Abrundung nach unten angeboten und bis 2006 produziert.
Die Modelle des amerikanischen Herstellers Gulfstream gelten ebenso wie die Maschinen des kanadischen Konkurrenten Bombardier Global oder des französischen Herstellers Dassault als Rolls-Royce unter den Business-Jets. Jeglicher Komfort und transkontinentale Reichweite bei den Topmodellen sorgen für ein luxuriöses Ambiente an Bord. Ein Gulfstream-Jet ist von seiner Avionik ähnlich umfangreich ausgerüstet wie etwa die Verkehrsflugzeuge von Airbus und Boeing.
Registriert für eine Ambulanzflug-GesellschaftDie auf dem Flug von Bermuda nach Boston über dem Atlantik verschwundene Maschine war in Kanada für eine weltweit agierende Ambulanzfluggesellschaft registriert.
Laut Daten des Flugdienstes Flightradar24 startete die Maschine mit dem Luftfahrzeugkennzeichen C-GRJP um 0 Uhr 41 in Bermuda. In einem Statement des Flughafens Nantucket – einem der nächstgelegenen Airports an der Küste zur letzten bekannten Stelle der Maschine – hiess es, dass das Flugzeug vor dem Kontaktabbruch noch einen Notfall deklariert habe. «Die genauen Umstände des Vorfalls bleiben jedoch unklar», heisst es in dem Schreiben.
Laut Flightaware soll der Jet plötzlich in nur drei Minuten von 7150 auf 3350 Meter gesunken sein. Nach gut einer Stunde brach das Signal des Flugzeugs ab, die Aufzeichnung endet abrupt über dem Ozean.