Bulgarien und die EU sind alarmiert: Nach nächtlichen Drohnenangriffen auf Handelsschiffe wächst die Angst vor einer Ausweitung des Krieges. Was bedeutet das für Seefahrer?
Bulgarien und die EU sind alarmiert: Nach nächtlichen Drohnenangriffen auf Handelsschiffe wächst die Angst vor einer Ausweitung des Krieges. Was bedeutet das für Seefahrer?
06.10.2026, 15.56 Uhr
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Petko Momchilov / Reuters
(dpa) Zwei Handelsschiffe sind in bulgarischen Gewässern des Schwarzen Meeres von Drohnen angegriffen worden. Das teilte Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew laut der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA in Sofia mit. Beide Schiffe seien beschädigt worden, eines davon sei gesunken. Die gesamte Besatzung des gesunkenen Schiffs, das unter der Flagge von Togo unterwegs war, werde vermisst. Die Suche nach ihr sei im Gange.
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Auf dem anderen Schiff sei ein Brand ausgebrochen – achtzehn Menschen seien von dort gerettet worden, zwei davon schwer verletzt, sagte Radew weiter. Dieses Schiff habe unter der Flagge von Palau Getreide transportiert. Die Crew bestehe aus elf Türken und sieben Indern.
Bulgarien verurteilt Verstoss gegen das VölkerrechtZu dem Zwischenfall sei es gegen 3 Uhr morgens siebzig Seemeilen östlich der bulgarischen Schwarzmeerstadt Byala gekommen. Zum Ursprung der Drohne äusserte sich Radew nicht. Es seien mehrere Drohnen gewesen, die aus dem Meer und aus der Luft gekommen seien.
Radew verurteilte den Vorfall als «absolut groben Verstoss gegen das Völkerrecht» im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Es drohe eine Ausweitung dieses Krieges, falls er nicht beendet werde, sagte Bulgariens Ministerpräsident weiter.
Von der Leyen: Besorgnis wächstEU–Kommissions–Präsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete daraufhin die Situation im Schwarzen Meer als «zunehmend besorgniserregend», wie sie auf der Plattform X schrieb. «Handelsschiffe – und unschuldige Crews – werden zum Ziel genommen, es hat bereits Leben auf See gekostet.» Die EU stehe solidarisch an der Seite ihrer Mitglieder an der Ostflanke.
Von der Leyen bezog sich damit auch auf einen ähnlichen Vorfall am Montag an der rumänischen Küste. Dort war auf einem Handelsschiff Feuer ausgebrochen, zwei Seeleute starben. Rumänische Medien mutmassten, dass ein Drohnenangriff Ursache des Vorfalls war, eine offizielle Bestätigung rumänischer Behörden gab es dafür bislang nicht. Allerdings bezeichnete der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski diesen Vorfall als «schrecklichen Angriff» zweier russischer Drohnen auf den Frachter. Dieses türkische Schiff habe ukrainisches Getreide transportiert, schrieb von der Leyen.
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