Ex-DFB-Sportdirektor Matthias Sammer fordert: Die Erneuerung des deutschen Fußballs soll keine 400 Seiten umfassen. Große Hoffnungen schultert Per Mertesacker.
Matthias Sammer fordert bei der Erneuerung des deutschen Fußballs unter anderem bessere Grundlagenarbeit, Mentalität und mehr Einsatz in den Vereinen.
„Wir verkomplizieren die Situation gerade. Wir müssen einfach wieder mehr tun, mehr trainieren“, befand der Berater von Borussia Dortmund bei der Podiumsdiskussion „Sky Sport Impuls“ in München. Und: „Wir sind auch nicht mehr mutig, sondern Feiglinge geworden.“
Große Hoffnungen setzt Sammer in den künftigen Sport-Geschäftsführer beim DFB, Per Mertesacker. „Ich warte sehnsüchtig auf ihn“, sagte der frühere Nationalspieler. „Er muss es vollenden. Er ist groß, er hat breite Schultern, er ist Weltmeister. Und jetzt muss er den Mut haben, es konzeptionell verständlich zu beschreiben und dann muss er seine Inhalte verteidigen.“
Sammer war selbst von 2006 bis 2012 Sportdirektor beim DFB und weiß, wie schwer es ist, sich im Verband durchzusetzen. „Die Verzweiflung ist in der Bezahlung mit drin“, meinte der Europameister von 1996. Mertesacker, Weltmeister von 2014, müsse sich „gnadenlos durchsetzen, und wenn er auf der Strecke bleibt, dann war er der Falsche“.
In der Kombination mit dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp und Hannes Wolf, Sportdirektor für Nachwuchs und Entwicklung beim DFB, ist Sammer aber zuversichtlich. Klopp sei jemand, „der den Fußball ein Stück weit verändern will“, genauso wie Wolf „eine Etage weiter drunter“. Sammer lobte Mertesackers Sachlichkeit und Klarheit. „Ich bin sehr optimistisch, weil ich ihn als Persönlichkeit schätze.“
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Für Sammer ist der Zeitpunkt längst gekommen, um Reformen in der Nachwuchsarbeit und der Neuausrichtung des deutschen Fußballs anzustoßen.
„Wir brauchen kein Konzept über 400 Seiten, wir brauchen ein Konzept über eine Seite“, meinte der 59-Jährige, der um die Schwierigkeit beim Übergang von Fußballern zwischen Jugend- und Profibereich wisse. Für ihn steht aber auch fest: „Wer den Willen nicht mitbringt, um sich durchzusetzen, der ist ungeeignet.“
Sammer selbst stünde dem DFB als Ansprechpartner weiter zur Verfügung. Allerdings müssten dafür einige Funktionäre „ihre Angst ablegen, dann können wir uns über alles unterhalten. Ich habe den entsprechenden Leuten schon gesagt, dass es nur um Inhalte geht“.
dpa
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