Die SPD wollte in zwei kleinen Anfragen von der Landesregierung wissen, wie häufig beispielsweise die Regierungsapp genutzt wird.
AUDIO: Nachrichten 18:00 Uhr - 02.10.2026 (4 Min)
Stand: 02.10.2026 18:12 Uhr
"Regierung SH", die Robben-App, die Geschichts-App Luigi - das Land Schleswig-Holstein betreibt mehrere Apps. Doch: die Nutzerzahlen sind gering - und rechtfertigen die hohen Entwicklungskosten nicht - sagt die SPD.
von Anne Passow
Die App "Regierung SH" solle schnell, verständlich und umfassend über Landespolitik informieren, sagte Digitalisierungsminister Schrödter, als es 2020 mit der App losging. Doch wie viele Menschen interessiert das? Das wollte die SPD in zwei kleinen Anfragen von der Landesregierung wissen.
Stender: Steht in keinem VerhältnisDer SPD-Landtagsabgeordnete Stender kritisiert: Die Nutzerzahlen der Apps der Landesregierung sind zu gering - wenn man sie im Verhältnis zu den Entwicklungskosten setzt.
Resultat: Inzwischen wird die App - laut der Auswertung der Landesregierung - am Tag durchschnittlich von rund 240 Menschen genutzt. Bei mehr als einer halbe Million Euro, die bisher in die Regierungsapp geflossen sind. Der SPD-Landtagsabgeordnete Kianusch Stender kritisiert: Das stehe in keinem Verhältnis.
Vorwurf: Teurer Relaunch, aber kein Geld für WerbungIn den ersten Jahren sei "Regierung SH" gar nicht so schlecht frequentiert gewesen, "weil da die Corona-Zahlen drauf zu finden waren", so Stender. Sein Vorwurf: "Danach hat aber die Landesregierung für viel Geld einen sehr teuren Relaunch gemacht. Und trotzdem nahmen die Nutzerzahlen weiter stetig ab." Geld in Werbemaßnahmen werde nicht gesteckt, kritisierte er.
Wenn die App für sinnvoll gehalten wird, dann muss sie natürlich auch beworben werden, wenn da eine halbe Million Euro reinfließt. Kianusch Stender, SPD
Die Staatskanzlei verweist in einem Statement auf mehr 25.000 Downloads der App "Regierung SH". Diese und andere Apps seien "für zeitgemäßes Lernen und Kommunizieren essenziell. Die hierfür aufgewendeten Mittel sind dem Zweck entsprechend angemessen."
SPD will EvaluierungStender fordert, die Landesregierung solle in einem ersten Schritt genau zu evaluieren, wie die Nachfrage nach den einzelnen Apps der Landesregierung aussieht und für welche Serviceleitungen es Bedarf gibt. In einem zweiten Schritt solle dann gegebenenfalls verstärkt für die Apps geworben werden.
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