Neuer ADAC-Winterreifentest zeigt drastische Qualitätsunterschiede. Jeder zweite Kleinwagenreifen ist nicht empfehlenswert.
Der Winter kommt und mit ihm die Zeit für neue Autoreifen. Doch wer beim Kauf neuer Winterreifen nur auf den Preis schaut, könnte eine böse Überraschung erleben. Im aktuellen ADAC-Test fallen zahlreiche Winterreifen mit teils gravierenden Sicherheitsmängeln durch.
Winterreifen für Kleinwagen besonders schlechtFür den Test nahm der ADAC 16 Reifen der Größe 185/65 R15 sowie 16 Modelle der Größe 225/50 R17 unter die Lupe. Das Ergebnis hat es in sich: Von 32 getesteten Reifen für Kleinwagen und Mittelklassewagen können 15 Modelle nicht empfohlen werden. Besonders bitter fällt das Urteil bei den Reifen für Kleinwagen aus.
Geprüft wurden im Test die Brems- und Fahreigenschaften auf trockener, nasser, verschneiter und vereister Fahrbahn. Zusätzlich bewerteten die Tester Umweltaspekte wie Laufleistung, Abrieb und Effizienz.
Das Ergebnis für Kleinwagenfahrer ist ernüchternd. Lediglich zwei der 16 getesteten Reifen schaffen die Note „gut“. Sieger wird der Continental WinterContact TS 870 mit der Gesamtnote 2,2. Dahinter folgt der Michelin Alpin 7 mit 2,5. Beide überzeugten durch ausgewogene Leistungen auf unterschiedlichen Untergründen.
Bei den Winterreifen für Kleinwagen erhielten nur zwei die Note „gut“.
© ADAC
Im Ernstfall entscheidet jeder Meter BremswegHinter den Testsiegern fallen die Ergebnisse aber rasant ab. Neun der 16 Kleinwagenreifen stuft der ADAC als nicht empfehlenswert ein. Drei Modelle fallen sogar komplett durch: der Sunny Winter-max NW611, der Atlas Polarbear HP und der Rockblade Rock 868S. Sie erreichen wegen deutlicher Schwächen bei der Fahrsicherheit lediglich die Bewertung „mangelhaft“.
Beim Sunny Winter-max NW611 etwa stellte der ADAC auf nasser Fahrbahn massive Probleme fest. Beim Bremsen aus 80 km/h auf nassem Asphalt kam der Testwagen erst nach 43,5 Metern zum Stehen. Auf nassem Beton waren es sogar 48,5 Meter.
Die drei Schlusslichter bei den Kleinwagenreifen hatten laut ADAC bei einer Vollbremsung auf Nässe an der Stelle, an der der Testsieger bereits stand, noch etwa Tempo 38 bis 47 auf dem Tacho. Ein gewaltiger Unterschied, der im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden kann.
Auch bei der Haltbarkeit gibt es Unterschiede. Die Kleinwagenreifen erreichen im Durchschnitt eine prognostizierte Laufleistung von rund 31.000 Kilometern. Beim schlechtesten Kandidaten waren es nur etwa 22.400 Kilometer. Bei den Reifen für Mittelklasseautos lag der Durchschnitt dagegen bei mehr als 45.000 Kilometern.
Die Ergebnisse des ADAC-Winterreifentests für Mittelklassewagen
© ADAC
Winterreifen für Mittelklasse-Wagen schneiden besser abEtwas freundlicher fällt das Ergebnis bei den 225/50-R17-Reifen aus. Hier schaffen vier Modelle die Gesamtnote „gut“: Pirelli Cinturato Winter 3, Continental WinterContact TS 870, Goodyear UltraGrip Performance 3 und Michelin Alpin 7.
Testsieger ist der Pirelli Cinturato Winter 3 mit 2,2. Seine große Stärke liegt auf nasser Fahrbahn. Dort erzielt er im ADAC-Test die beste Bewertung des Feldes. Auch auf trockener Straße sowie Schnee und Eis liefert er solide Leistungen.
Doch auch in dieser Reifengröße gibt es Ausreißer. Sechs der 16 getesteten Modelle fallen mit „mangelhaft“ durch. Der ADAC bemängelt dabei vor allem die fehlende Ausgewogenheit. Denn ein Reifen kann auf Schnee hervorragend funktionieren und gleichzeitig bei Nässe gefährliche Schwächen zeigen.
Besonders bei Kleinwagen fiel der Reifen-Test erschreckend schlecht aus.
© Marc Wittkowski/ADAC
Ein besonders kurioses Beispiel ist der Sunwide Snowide. Auf Schnee ist er sogar der beste Reifen des gesamten Tests und erhält dort die Note 1,3. Trotzdem lautet sein Gesamturteil „mangelhaft“. Auf trockener und nasser Fahrbahn zeigt der Reifen laut ADAC gravierende Defizite. Beim Bremsen auf Nässe benötigte er fast zwölf Meter mehr als die besten Reifen.
Genau darin steckt die wichtigste Erkenntnis des Tests: Ein Winterreifen muss nicht nur im Schnee funktionieren. Häufiger geht es im Winter über kalten Asphalt, Regen und Matsch. Der Reifen muss deshalb auf möglichst vielen Untergründen sicher und berechenbar bleiben.
Und auch alte Reifen können zum Problem werden. Der ADAC rät deshalb, Winterreifen bei weniger als vier Millimetern Profiltiefe rechtzeitig zu ersetzen. Besonders bei Aquaplaning lassen nämlich die Reifen-Eigenschaften mit abgenutztem Profil nach. Außerdem sollten neue Reifen möglichst nicht schon beim Kauf mehrere Jahre alt sein.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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