Die Berechnungen sind abgeschlossen: Das bundesweit gültige Deutschlandticket wird deutlich teurer - ab dem kommenden Jahr kostet es statt 63 Euro dann 66,80 Euro. Erste Kritik an der Erhöhung wird bereits laut.
30.09.2026 · 13:45 Uhr
Das Deutschlandticket wird ab dem kommenden Jahr deutlich teurer. (Symbolbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Julian StratenschulteExklusiv | Berlin · Die Berechnungen sind abgeschlossen: Das bundesweit gültige Deutschlandticket wird deutlich teurer - ab dem kommenden Jahr kostet es statt 63 Euro dann 66,80 Euro. Erste Kritik an der Erhöhung wird bereits laut.
Das Deutschlandticket soll ab dem 1. Januar kommenden Jahres 66,80 Euro pro Monat kosten. Das wurde unserer Redaktion aus Kreisen der Länder bestätigt. Derzeit kostet das bundesweit gültige Ticket für den Regional- und Nahverkehr 63 Euro.
Grundlage der Erhöhung ist die Berechnung nach einem Kostenindex, der unter anderem Personal-, Energie- und Betriebskosten der Verkehrsunternehmen berücksichtigt. Auf den Mechanismus hatten sich die Verkehrsminister der Länder und der Bund geeinigt. Rund 14,5 Millionen Menschen nutzen das Ticket derzeit, das im öffentlichen Personennahverkehr gültig ist.
Die Bundesregierung ist nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Verkehrsministers Oliver Krischer (Grüne) mitverantwortlich für den Preisanstieg beim Deutschlandticket. Krischer sagte unserer Redaktion: „Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen.“ Dass man nun aber den Mechanismus des Kostendindexes für eine Preiserhöhung habe heranziehen müssen, „ist schade für den Erfolg dieses revolutionären Tickets und geht auf Kosten der Fahrgäste“.
Umso wichtiger sei es jetzt, das Deutschlandticket auszuweiten. „Je mehr Menschen es nutzen, desto stabiler kann der Preis langfristig bleiben und desto stärker wird das Angebot.“ Steigende Nutzerzahlen könnten den Preis sogar dämpfen, ergänzte der Minister. „Ich sehe noch viel Potenzial, zum Beispiel bei den Auszubildendentickets“, so Krischer.
Der Fahrgastverband Pro Bahn hält den neuen Preis für grenzwertig. „Es reicht jetzt erst mal“, so der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß zu unserer Redaktion. Man nehme die Steigerung „zähneknirschend“ hin. „Angesichts des Tankrabatts für Autofahrer ist es allerdings notwendig, dass es auch einen Rabatt für Nutzer des Deutschlandtickets gibt. Das wäre uns lieber“, so Neuß.
Seit dem Neun-Euro-Ticket, das im Jahr 2022 als Reaktion auf die stark gestiegenen Energiekosten nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs eingeführt wurde, ist der Preis für den Fahrschein deutlich gestiegen. Aus dem Neun-Euro-Ticket wurde das Deutschlandticket, zunächst für 49 Euro, dann für 58 und schließlich für 63 Euro.
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