Im Mai 2014 starb sein Sohn Maximilian im Alter von nur 32 Jahren. Der Liedermacher spricht jetzt über diesen Verlust – und darüber, was ihm der Gedanke an den eigenen Tod bedeutet.
Im Mai 2014 starb sein Sohn Maximilian im Alter von nur 32 Jahren. Der Liedermacher spricht jetzt über diesen Verlust – und darüber, was ihm der Gedanke an den eigenen Tod bedeutet.
Der Tod seines Sohnes hat tiefe Spuren bei Reinhard Mey (83) hinterlassen. Maximilian starb nach einer verschleppten Lungenentzündung. Mehr als zwölf Jahre später spricht der Musiker über den Schmerz. Das Leben habe ihn beschenkt, „auch mit abgrundtiefem Schmerz“, sagt Mey im Gespräch mit der „FAZ“.
Mey bezeichnet sich selbst dabei als „bekennenden Agnostiker“. Was nach dem Tod kommt, weiß er nach eigener Aussage nicht. Doch trotz seiner Zweifel gibt es eine Vorstellung, die ihm Wärme und Trost schenkt. „Ich sehe meine Eltern wieder, ich sehe meinen Sohn wieder“, sagt er. Die Vorstellung bezeichnet Mey selbst als „kindliche Vorstellungen“, doch sie könnten ihn „wärmen“.
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„Die kindliche Angst vor der Dunkelheit, die kindliche Angst vor der Nacht, die verlässt einen auch im neunten Lebensjahrzehnt nicht. Es wird sogar etwas stärker“, sagt der 83-Jährige.
Auch für seine eigene letzte Ruhe hat Mey bereits konkrete Vorstellungen. Er möchte dort beigesetzt werden, wo bereits sein Sohn liegt.
„Unter einem Baum, wo schon mein Sohn liegt. Da ist noch Platz für den Rest der Familie. Es ist eine tröstliche Vorstellung“, sagt der Liedermacher.
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Dabei ist ihm durchaus bewusst, dass von einem Menschen nach dem Tod nur Asche zurückbleibt. Dennoch hält er an dem Gedanken fest: „Man braucht solche Sachen, um sich daran festzuhalten. Und es kann nicht schaden.“
Bei allen Gedanken an den Tod macht Mey zugleich deutlich, dass er noch mitten im Leben steht. „Ich mache weiter, ich lebe“, sagt er. Er habe einen guten Blutdruck, laufe acht Kilometer und könne weiterhin gut sehen und hören. Auch Wein vertrage er noch.
Sein neues Album ist damit für Reinhard Mey offenbar weniger ein Abschied als vielmehr eine Momentaufnahme – mit Blick auf das Leben, den Tod und einen Sohn, dessen Verlust ihn bis heute begleitet.