Vor 40 Jahren feierten Europe mit „The Final Countdown“ ihren großen Durchbruch. Mit FOCUS online spricht Sänger Joey Tempest über den Rockklassiker, neue Musik und zwischenmenschliche Beziehungen.
Vor 40 Jahren feierten Europe mit „The Final Countdown“ ihren großen Durchbruch. Mit FOCUS online spricht Sänger Joey Tempest über den Rockklassiker, neue Musik und zwischenmenschliche Beziehungen.
„Ich hätte damals nicht gedacht, dass dieser Song so groß werden würde“, erinnert sich Joey Tempest, seines Zeichens Sänger der Hard-Rock-Legende Europe, über „The Final Countdown“. „Ich war in New York und habe einen Plattenvertrag unterschrieben. Ich reiste für Promo-Trips nach Japan. Vorher sind wir nur durch Schweden getourt. Man hat schon gemerkt, dass es rumort, dass etwas passieren wird.“
Was passiert ist, ist dass Europe, die 2026 auf Wacken gerockt haben, mit „The Final Countdown“ einen der bekanntesten Songs der Popgeschichte veröffentlicht haben, der spätestens am Silvesterabend in Millionen Haushalten laufen wird. Und das seit 1986.
Tempest schwelgt in Erinnerungen: „Das waren echt verrückte Zeiten damals. Wir waren vorher ja nur in Schweden unterwegs und haben viel an unserer Musik gearbeitet. Und auf einmal waren wir bekannt und auf der ganzen Welt unterwegs. Es war schon sehr viel Trubel – und ich wollte eigentlich nur am nächsten Album arbeiten. Ich wollte den Fokus nicht verlieren und zu viel feiern.“
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In diesem Herbst spielen Europe ihren Klassiker auf Tour in seiner Gänze – mit vielen anderen Hits und Songs des neuen Albums „Come This Madness“, welches am vergangenen Freitag (25. September) erschienen ist.
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Für die Konzertreise hat die Gruppe in Stockholm geprobt. Viele Songs spielen sie nämlich nur selten bis gar nicht live. „Ich bin erstaunt, wie viele gute Melodien auf dem Album sind“, staunt Tempest im Videocall mit FOCUS online. „Wir haben das Album vor zehn Jahren schon einmal live gespielt. Damals war es echt tough einige der Songs wieder zu lernen. Dieses Mal läuft es recht smooth.“
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Nach dem großen Erfolg von „The Final Countdown“ begannen allerdings auch die Probleme. Gitarrist Jon Norum stieg aus. Immerhin: Der Nachfolger „Out of this World“ mit dem neuen Saitenhexer Kee Marcello war recht erfolgreich. Nach einem weiteren Album löste sich die Band auf, fand erst wegen eines Auftritts anlässlich Silvester 1999/2000 wieder zusammen – und startete einen zweiten Anlauf. Mit Norum an der Gitarre.
Der Split damals sei die beste Entscheidung gewesen, meint Tempest heute. „Ich glaube, wir sind heute einfach dankbar, weißt du, dass wir einen tollen Job haben und dass wir immer noch Musik machen können.“
Ob ihm die erfolgreiche Zeit in den Achtzigern oder der Neustart besser gefällt, kann er gar nicht sagen. Tempest: „Beide Phasen haben tolle, als auch schwierige Zeiten gehabt. Die erste war fantastisch, weil wir zu einer der größten Bands der Welt wurden. Es gab viel Werbung und viele Fernsehauftritte sowie Konzerte überall. Die Reunion ist erfüllender. Wir haben viel Arbeit in das Comeback gesteckt.“
Und genau das machen die Schweden noch immer. Nach neun Jahren ist mit „Come This Madness“ nun das neue Album von Europe erschienen. Nachdem die Gruppe auf den letzten Alben eher den 70er Jahren und den Blues-Rock-Einflüssen gehuldigt hat, hat man jetzt wieder den Sound der 80er aufgesogen und setzt auf große Melodien und gleichzeitig modernere Sounds.
„Es ist eben ein Europe-Album“, so Tempest. „Die letzten drei Alben, die wir gemacht haben, waren großartig, aber sie entstanden schneller. Sie entstanden spontaner. Wir haben mit Produzenten und legendären Leuten zusammengearbeitet. Aber als es diesmal soweit war, haben wir ganz von vorne angefangen, sind wieder von Null losgegangen und haben neue Songs geschrieben. Und wir hatten so viele Jahre Zeit, mit den Ideen zu leben und sie immer stärker und stärker zu machen.“
Die Arbeit an den Songs haben schon während der Corona-Pandemie begonnen. Doch man legte den Fokus mehr auf die Live-Aktivitäten der Gruppe. Nur zwei Songs – „This Time of Year“ und „Nothing Can Follow This“ – aus den ursprünglichen Sessions haben es auf „Come This Madness“ geschafft. „Bis auf diese Nummern haben wir alles neugeschrieben. Ich bin froh, dass wir noch etwas Zeit und Arbeit in sie gesteckt haben und sie jetzt auf dem Album sind.“
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