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Nit del Ví in Palma: Was Mallorcas Winzer derzeit wirklich beschäftigt

Дата публикации: 02-10-2026 09:32:29

Bei der beliebten Nit del Ví – der Nacht des Weins – präsentiert sich alljährlich ein Großteil der Weingüter der Vereinigung Petits Cellers (kleine Weingüter) im Innenhof des Kulturzentrums La Misericòrdia in Palma. Doch diesmal wird das mittlerweile zum 21. Mal stattfindende Fest nicht im Frühjahr wie all die Jahre veranstaltet, sondern das weinselige Event findet am Freitagabend (2.10.) statt.

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Bei der beliebten Nit del Ví – der Nacht des Weins – präsentiert sich alljährlich ein Großteil der Weingüter der Vereinigung Petits Cellers (kleine Weingüter) im Innenhof des Kulturzentrums La Misericòrdia in Palma. Doch diesmal wird das mittlerweile zum 21. Mal stattfindende Fest nicht im Frühjahr wie all die Jahre veranstaltet, sondern das weinselige Event findet am Freitagabend (2.10.) statt.

Von 18 bis 22 Uhr lässt sich die Weinauswahl von knapp 30 Bodegas der Insel verkosten. Der Eintritt beträgt 20 Euro: 10 Euro davon können auf einen Weinkauf angerechnet werden, für die anderen 10 Euro erhält man Wertmarken für sechs Weinproben von den Bodegas, die ihren Wein kostenlos für den guten Zweck zur Verfügung stellen. Der Erlös geht wie jedes Jahr an eine gemeinnützige Wohltätigkeitsorganisation. Diesmal an den Club Elsa, den es seit knapp 70 Jahren gibt und Frauen und Familien in Notlagen unterstützt. Hinzu kommen Jazzmusik und kostenpflichtige mallorquinische Snacks der Stiftung Mater.

Wir sprachen mit Guillem Vicens (60), der seit 2017 als Präsident die Nachfolge von Andreu Oliver (Bodega Can Majoral) angetreten hat. Vicens betrieb selbst zusammen mit Tofol Pons von 2003 bis 2008 die kleine Bodega Divins in Selva, verfügt somit über jede Menge Erfahrung zum Thema Wein, ist aber gleichzeitig sozusagen „neutral“. Im Hauptberuf war der studierte Geograf bis vor Kurzem als Lehrer für Naturwissenschaften und Mathematik tätig.

Was hat sich bei der Nit del Ví geändert und warum?

Das Datum ist wohl die größte Änderung, was eigentlich organisatorisch-logistische Gründe hat, aber so sind wir aus dem Weinmessen-Trio „Wine Days“ mit dem Eröffnungsfest in Palma, „Fira del Vi“ in Pollença und früher „Nit del Ví“, die bislang alle drei nah beieinander im Frühjahr stattfanden, ausgeschert. Ich denke, das freut auch Gäste, die sich früher nicht entscheiden konnten. Zudem haben wir die Zahl der Weinproben limitiert. Leider haben etliche Besucher die früher unbegrenzte inkludierte Menge überschritten. Aber wir wollen ja Weingenießer begeistern, nicht – entschuldigen Sie die Wortwahl – Weinsäufer. Wenn man mehr probieren will, kann man aber jederzeit für 10 Euro nochmals sechs Gutscheine kaufen – und tut damit gleichzeitig etwas Gutes.

Wofür steht die Vereinigung?

Unser Ziel war von Anfang an die Förderung, Sichtbarkeit und der Erhalt des lokalen mallorquinischen Weinbaus und auch der autochthonen Rebsorten. Als Gemeinschaft können wir – auch durch unsere Veranstaltungen – für mehr Präsenz sorgen. Anfangs waren es tatsächlich, dem Namen gemäß, nur kleinere Weingüter, aber im Laufe der Jahre sind mittlerweile auch einige größere Bodegas zu uns gewechselt. Das taten sie zum Teil, weil sie die etwas strengeren Regeln der DOs zum Beispiel bezüglich der verwendeten Rebsorten nicht mehr mittragen wollten.

Guillem Vicens ist seit 2017 Präsident der Vereinigung Petits Cellers.

Guillem Vicens ist seit 2017 Präsident der Vereinigung Petits Cellers. / PETITS CELLERS

Es gibt ja diverse Vereinigungen auf der Insel. Da wären die beiden Gruppierungen Denominación Origen (DO Binissalem und DO Pla i Llevant) und die nach geografischen Gegebenheiten (IRGP) geordneten Gruppen wie Vi Serra de Tramuntana Costa-Nord und Vi de la Tierra Mallorca (mit etwa 80 Mitgliedern die größte Gruppierung). Sorgt das nicht für Verwirrung?

Ehrlich gesagt, ja. Seit Langem wird daher – auch laut – darüber nachgedacht, eine einheitliche DO Mallorca zu gründen, mit Untertiteln wie Binissalem oder Pla i Llevant als Herkunftskennung. Zumal viele, eigentlich die meisten Käufer im Ausland, vorzugsweise nach einem Wein von Mallorca suchen, aber mit den Worten Binissalem, Pla i Llevant oder Tramuntana weniger anfangen können. Dies hat ja auch Auswirkungen auf Weinführer, die uns unter „B“, „P“ oder „V“ listen. Alles in allem wäre das speziell für den Export, der für viele Bodegas ja überlebenswichtig ist, eine positive Entwicklung. Aber es gibt einige Weingüter, die sich widersetzen, und so eine Entscheidung muss einstimmig sein.

Petits Cellers gibt es jetzt seit über 20 Jahren. Welche Mengen steuern die Mitglieder zum Gesamtertrag der Insel bei?

Insgesamt gibt es etwa 100 Bodegas auf der Insel, allerdings sind viele davon sehr klein. Unsere Mitglieder, es sind aktuell 47, erwirtschaften etwa die Hälfte, also 3,5 Millionen Flaschen. Insgesamt sind es 7 bis 7,5 Millionen Flaschen. Klingt auf den ersten Blick viel, aber auf dem spanischen Festland gibt es viele Bodegas, die jährlich 50 bis 300 Millionen Flaschen Wein produzieren. Dagegen sind wir winzig.

Was können wir von der Weinlese 2026 erwarten?

Wir hatten ein gutes Jahr. Geregnet hat es lediglich im Frühjahr zur absolut richtigen Zeit, denn dies sorgte für ein gutes Anreichern der Reben durch wichtige Nährstoffe. Die folgende lange Trockenheit ließ die Reben nicht nur gut und schnell wachsen, sondern verhinderte auch eine Schädlingsplage. Auch die Qualität ist sehr gut, und die Trockenheit bedingte lediglich ein bisschen weniger Quantität. Aber wir sind sehr zufrieden!

Und noch ein allgemeiner Blick auf die Situation des Weinmarktes?

Weltweit sinkt der Weinkonsum, das ist leider eine Tatsache. Und wenn, dann liegt der Fokus, speziell bei der jüngeren Klientel, die ja auch die zukünftige Klientel sein wird, auf leichten Weinen. Mir privat gefallen die alkoholreicheren Weine mit intensiver Farbe, viel Struktur und Körper besser, aber man muss sich natürlich schon aus ökonomischen Gründen dem Markt anpassen. Ich freue mich über jede Bodega, die individuell ihre Art von Wein macht – unabhängig von Trends.

Centro Cultural la Misericórdia: Plaça del Hospital, 4, Palma. petitscellers.es

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