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Sie spielen, als würde gar niemand fehlen: Nach einer wilden Woche sorgen die Schweizer Fussballer mit dem 3:0 gegen Nordmazedonien für etwas Ruhe

Дата публикации: 27-09-2026 06:59:22

Das Schweizer Nationalteam überzeugt beim ersten Auftritt nach der WM, weil es Pflichtbewusstsein und Kreativität kombiniert. Gewinner des Abends ist der Stürmer Zeki Amdouni.

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Sie spielen, als würde gar niemand fehlen: Nach einer wilden Woche sorgen die Schweizer Fussballer mit dem 3:0 gegen Nordmazedonien für etwas Ruhe

Das Schweizer Nationalteam überzeugt beim ersten Auftritt nach der WM, weil es Pflichtbewusstsein und Kreativität kombiniert. Gewinner des Abends ist der Stürmer Zeki Amdouni.

27.09.2026, 08.59 Uhr

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Zeki Amdouni schiesst das 3:0 gegen Nordmazedonien.

Zeki Amdouni schiesst das 3:0 gegen Nordmazedonien.

Valentin Domgjoni / Imago

Wer nach einem Fussballspiel im Bauch des Stadions herumsteht und sich die dargebotenen Analysen anhört, der bekommt zuweilen Wunderliches zu hören. Es kann ihm dann widerfahren, dass der eine Protagonist von einem «sauberen Spiel» seiner Mannschaft berichtet. Und dass ein anderer Protagonist ebendiesem Team attestiert, wahrscheinlich das beste gewesen zu sein, das je in diesem Fussballstadion gespielt habe.

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Das alles trägt sich am Samstagabend in Skopje zu, in der Tose-Proeski-Arena, wo die Schweizer Fussballer gerade Nordmazedonien mit 3:0 besiegt haben. Es ist Ardon Jashari, der Schweizer Mittelfeldspieler, der danach vom «sauberen Spiel» spricht. Und es ist Goce Sedloski, der nordmazedonische Nationaltrainer, der den Schweizer Auftritt in geradezu historische Sphären hebt.

Die Wahrheit liegt bekanntlich oft in der Mitte, aber an diesem Nations-League-Abend ist das nicht so; da liegt sie eindeutig näher bei Jashari. Es ist tatsächlich ein sauberes Spiel, das die Schweizer in Skopje abliefern. Man könnte auch sagen: ein blitzblankes. Vor allem, wenn man einrechnet, wie viel Getöse es um das Schweizer Team in den letzten Tagen gab.

Knäbel kündigt «Leitlinien» an

Eine gute Woche lang hatte sich eigentlich alles um Granit Xhaka gedreht, den Schweizer Captain, der zugegeben hatte, dass er sich eine gefälschte Impfbescheinigung besorgt hatte. Und als die Aufregung um Xhaka allmählich abklang, wurde am Freitag bekannt, dass Breel Embolo ebenfalls nicht zum Nationalteam stösst. Auch dem Stürmer wurde eine Geschichte aus der Corona-Zeit zum Verhängnis.

Embolo hatte sich damals ein gefälschtes Zertifikat beschafft. Das war zwar schon länger bekannt gewesen. Nicht aber, dass der Stürmer deswegen im November 2025 per Strafbefehl wegen mehrfacher Anstiftung zur Urkundenfälschung verurteilt worden war. Das kam diese Woche ans Licht. Und veranlasste den Schweizerischen Fussballverband SFV, Embolo vom Zusammenzug auszuladen.

Es war, alles in allem, eine wilde Woche, selbst für die Verhältnisse der Schweizer Nationalmannschaft; sie wurde ihrem Ruf als Skandalnudel des hiesigen Sports mehr als gerecht. Doch am Samstagabend sorgen die Schweizer für etwas Ruhe. Das 3:0 ist der ideale Start in die Nations-League-Kampagne, und der Abend in Skopje hat einen überraschenden Hauptdarsteller: den Stürmer Zeki Amdouni, der zwei Tore selbst erzielt und eines vorbereitet.

Bevor Amdouni seinen grossen Auftritt erlebt, geht es noch einmal um Xhaka und Embolo. Peter Knäbel, der SFV-Präsident, stellt sich in Skopje vor dem Spiel vor das Mikrofon von SRF. Knäbel erklärt sich zum zweiten Mal in der Sache. Er bekräftigt zuerst, dass Xhaka und auch Embolo nicht dabei seien, damit die anderen Spieler in Ruhe arbeiten könnten. Und man alles andere später anschauen werde.

Am Tag zuvor ist Knäbel mit seinen Kollegen aus dem Zentralvorstand des SFV zusammengekommen. Nun kündigt er an, dass man nach dem Länderspielfenster über Leitlinien diskutieren wolle, die, so formuliert es Knäbel, festlegen sollen, wann «das Fass voll» ist. Es bleibt insgesamt ein vager Auftritt des Präsidenten, doch er verteidigt die Fussballer nicht mehr in der gleichen Art, wie er das noch am Montag im Falle Xhakas getan hatte.

Mit dem Habitus des WM-Viertelfinalisten

Als Knäbel den Fernsehauftritt hinter sich hat, tun ihm die Schweizer einen Gefallen. 17:1 führen sie zur Halbzeit die Torschussstatistik an, 26:1 jene der Ballberührungen im gegnerischen Strafraum. Und nach Toren liegen sie mit 2:0 vorne.

Es sind die Kennzahlen eines überzeugenden Auftritts. Die Schweizer kombinieren Pflichtbewusstsein mit Kreativität. Um es kurz zu sagen: Sie treten mit dem Habitus eines Teams auf, das gerade den WM-Viertelfinal erreicht hat. Und dort nur ganz knapp an Argentinien gescheitert ist.

Yakin schickt in Skopje eine Mannschaft auf den Platz, die illustriert, welche Bedeutung er dem Spiel beimisst. Sieben der elf Fussballer haben auch gegen Argentinien begonnen. Yakin setzt hinten links auf den Routinier Ricardo Rodriguez, obwohl dieser in letzter Zeit kaum gespielt hat, und nicht auf den jungen Sascha Britschgi. Im Sturm zieht er Zeki Amdouni dem Sittener Winsley Boteli vor, dem Talent, um das jüngst eine Art Hype ausgebrochen war.

Amdouni ist aus Burnley zum Nationalteam gestossen, er spielt mit seinem Klub in der zweithöchsten englischen Liga, derzeitiger Tabellenrang: 24. Doch der Genfer meldet sich in Skopje zurück, es ist ein Auftritt, mit dem der 25-Jährige ruft: «He, ich bin auch noch da!»

Der Romand hat eine schwierige Zeit hinter sich, in der letzten Saison stand er wegen einer Kreuzbandverletzung kaum auf dem Platz. Nun erzielt er zwei Tore, von denen das zweite ein sehr sehenswertes ist. Amdouni ist der Gewinner des Abends in einem Team, in dem auch Ardon Jashari gut aufspielt, der Vertreter von Granit Xhaka. In dem der Rechtsverteidiger Zachary Athekame bei seinem Nationalteamdebüt zwei Assists beisteuert und Dan Ndoye und Johan Manzambi das lebendige Angriffsspiel prägen.

Der Nationaltrainer Yakin hatte vor der Begegnung die Offensive der Nordmazedonier als deren Stärke bezeichnet. Weil diese Offensive dieses Jahr noch kein einziges Tor zustande brachte, war das eine erstaunliche Aussage. Am Samstag ist die nordmazedonische Offensive dann inexistent und die Abwehr hilflos, und der Trainer Sedloski lobt die Schweiz danach auch in den Himmel, um die Leistung seines Teams zu rechtfertigen. Selbst Yakin weiss nach dem Spiel nicht recht, wie er mit den warmen Worten umgehen soll. «Starke Teamleistung» lautet sein Fazit.

Hin und wieder fallen in Skopje an diesem Abend auch während des Spiels die Namen von Embolo und von Xhaka. Die mitgereisten Schweizer Anhänger skandieren sie. Und machen so klar, was sie von deren Fernbleiben halten.

Nach allem, was passiert ist, ist das ja die grosse Frage dieses Zusammenzugs: wie es ohne die beiden geht. Ohne Embolo, den Stürmer. Und vor allem ohne Xhaka, den Captain und Rekordnationalspieler mit 152 Länderspielen, die ihm den Status des Unersetzbaren verleihen.

Nach dem Spiel in Skopje lautet die erste Antwort, dass es ganz gut ging ohne die beiden, weil Amdouni und Jashari sie gut vertraten. Aber, das versteht sich von selbst: Es ist nur eine erste Antwort, zustande gekommen gegen Goce Sedloskis Nordmazedonien. Schon am Dienstag, wenn die Schweizer in Glasgow auf Schottland treffen, wird in der Sache mehr zu erfahren sein.

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Der Stürmer reist nicht zum Nationalteam, weil ihn eine alte Geschichte um ein gefälschtes Covid-Zertifikat einholt. Auch der SFV sieht in der Sache alt aus.

Der frühere Nationalspieler erklärt, weshalb die Diskussion um die Captainbinde intern geführt werden müsse. Und Huggel findet, dem Fussball werde zu viel moralisches Gewicht aufgeladen.

Im Nationalteam kommt es zu einer sanften Verjüngung statt zum Umbruch. Yakin bleibt seinen Prinzipien treu: Er gewichtet den Erfolg in der Gegenwart stärker als die mittelfristige Teamentwicklung.

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